Kreismedienzentrum
Zobelschloss
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Das Schloss war Sommersitz der Familie von Zobel, Gärtnerei, Sitz der Mädchenabteilung der Landwirtschaftsschule Tauberbischofsheim, Landschulheim, Übergangswohnheim, Umweltschutzamt und ist seit 2003 Sitz des Kreismedienzentrums des Main-Tauber-Kreises.
1840 baute die Familie von Zobel in Distelhausen ihren Sommersitz, liebevoll von den Distelhäusern das "neue" Schloss genannt. Während der 1848/1849-Revolution zogen sich hierher adelige Damen vom Trubel der Wirren zurück, wie Schriftverkehr aus dem Jahre 1849 belegt. Sie bitten darin um baldige Rückkehr des Großherzogs und Wiederherstellung der Ordnung in Baden. Die Adeligen nutzten noch bis Ende der 1920er/Anfang 1930er Jahre die Villa Zobel als Sommersitz. Viele ältere Distelhäuser erinnern sich noch an die adeligen Fräulein, die im Zobelschloss residierten. Später kaufte H. Hörner die "Villa" Zobel. Er war bekannt für seinen schönen und gepflegten Schlossgarten. Mit zu dem Grundstück gehörte eine Gärtnerei bei der die Distelhäuser Blumen, Obst und Gemüse kaufen konnten.
Im Jahr 1944 exerzierte die Volkssturmsabteilung Dittigheim-Distelhausen-Gerlachsheim auf dem Hof des Zobelschlosses. Zum Einsatz kamen sie jedoch nie. Ende des Krieges plante die Kreisverwaltung ein Lazarett für Tuberkulosekranke im Schloss einzurichten - was jedoch dann nicht geschah.
Mitte der 50er Jahre ging der Besitz an die Gemeinde Distelhausen über, die das Gebäude samt Grundstück 1957 an den damaligen Landkreis Tauberbischofsheim verkaufte. Der Landkreis beschloss in dem ehemaligen Herrensitz eine Landwirtschaftsschule und Schullandheim einzurichten.
1957 und 1958 wurde das Gebäude nach den Plänen des Tauberbischofsheimer Architekten Hans Heß umgebaut. Im Erdegeschoss entstanden eine Lehrküche, ein Speisesaal, ein Schulungsraum und Lehrerzimmer. Im oberen Geschoss Wohnräume für Schüler und Lehrer. Die Räumlichkeiten boten Platz für 24 Schülerinnen. Der Park erhielt neue Wege, und es wurde ein Musterobstgarten für Ausbildungszwecke angelegt. In den Nebengebäuden wurden eine Hausmeisterwohnung und Lager- und Geräteräume eingerichtet.
Am 20. November 1958 begannen die ersten Unterrichtsstunden für die Mädchenabteilung der Landwirtschaftschule Tauberbischofsheim. Durch den starken Rückgang der Schülerinnen konnten ab 1963 noch alle zwei Jahre Klassen gebildet werden. 1970/71 fand der letzte Kurs in Distelhausen statt.
Von 1967 bis 1988 wurde das Gebäude als Ferienheim für überwiegend behinderte Kinder und deren Eltern und Betreuer genutzt. Als Ende der 1980er Jahre die ersten Aus- und Übersiedler aus Russland und Polen in die Bundesrepublik kamen, wurden Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. So wurde aus dem ehemaligen Landschulheim von 1988 bis 1994 ein Übergangswohnheim für Übersiedler und Spätaussiedler aus dem osteuropäischen Raum. 1995 bezog das Umweltschutzamt die Räume des ehemaligen Zobelschen Anwesens. Seit 2003 ist hier das Kreismedienzentrum des Main-Tauber-Kreises untergebracht.
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Lage: 49.5991, 9.6906