ehemaliges Bildungs- und Exerzitienhaus
Zisterzienserinnenkloster Tiefenthal

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Tiefenthal, eine historische Sakralstätte in Hessen, Deutschland, zeichnet sich durch seine wechselvolle Geschichte und die Bewahrung weniger, aber bedeutsamer architektonischer Zeugnisse aus. Ursprünglich von Prämonstratenserinnen bewohnt, wechselte der Konvent später zu den Zisterzienserinnen und war über Jahrhunderte ein geistliches Zentrum in der Region.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters Tiefenthal erfolgte in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Zunächst beherbergte es Prämonstratenserinnen, kurz darauf Benediktinerinnen. Im Jahr 1242 übernahm der Konvent die Regeln der Zisterzienserinnen und unterstand fortan der Aufsicht des Abtes von Kloster Eberbach. Eine bedeutende Reliquie, ein Gewand der Heiligen Elisabeth, wurde hier aufbewahrt, bevor es im frühen 19. Jahrhundert nach St. Martin in Oberwalluf gelangte. Nach einem Brand im Jahr 1572 wurde das Kloster wiederaufgebaut. Im Zuge der Säkularisation wurde der Orden 1803 enteignet. Nach der Säkularisation diente das Anwesen als Armenasyl und wurde später wirtschaftlich genutzt. Im späten 19. Jahrhundert erwarb die irische Adelige Anna Maria Grainger das Kloster und ließ es zu einem englischen Herrensitz umgestalten. Ihre Tochter vermachte das Kloster den Dernbacher Schwestern, die es als Niederlassung nutzten. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kloster beschlagnahmt, als Schule und später als SS-Spionageabteilung genutzt. Nach der Zerstörung durch Bombardierung im Jahr 1945 wurde es von den Dernbacher Schwestern wiederaufgebaut und diente ab 1952 als Provinzhaus, später als Bildungs- und Exerzitienhaus. Im Jahr 2021 wurde das Kloster aufgrund des hohen Alters der Ordensgemeinschaft und hoher Investitionskosten geschlossen.
Lage+
Das Kloster Tiefenthal befindet sich in Hessen, Deutschland, nahe Eltville-Martinsthal im Rheingau, gehört jedoch zum Stadtteil Rauenthal. Es liegt direkt an der Bundesstraße 260.
Vor Ort+
Von der ursprünglichen Klosteranlage sind heute nur noch wenige historische Elemente erhalten, darunter ein Schlussstein der Äbtissin Franziska Cronberg aus dem Jahr 1765, ein Türsturz von 1755 und ein Sandsteinportal aus dem 18. Jahrhundert. Im Park sind noch einige alte Bäume des Landschaftsparks aus dem 19. Jahrhundert zu finden.
In der Naehe+
- Schloss Sommerberg (Wiesbaden-Frauenstein) (Schloss, 2096 m)
- Ruine Frauenstein (Wiesbaden) (Ruine, 2556 m)
- Ruine Scharfenstein (Kiedrich) (Ruine, 3098 m)
- Schloss Groenesteyn (Kiedrich) (Schloss, 3408 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Matti Blume / CC BY-SA via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.0611, 8.1194