KlosterRockenberg

Zisterzienserinnenkloster Marienschloss, Rockenberg

Zisterzienserinnenkloster Marienschloss, Rockenberg

Justizvollzugsanstalt

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienschloss in Rockenberg, in der hessischen Wetterau gelegen, ist ein historischer Sakralbau, der eine reiche Geschichte von seiner Gründung im 14. Jahrhundert bis zu seiner heutigen Nutzung als Justizvollzugsanstalt durchlaufen hat. Es ist ein bedeutendes Kulturdenkmal, das die architektonische und religiöse Entwicklung der Region widerspiegelt.

Geschichte+

Die Ursprünge des Klosters Marienschloss liegen vermutlich in einer Klause, die sich der Krankenpflege widmete. Im Jahr 1338 stifteten Ritter Johann von Bellersheim und seine Frau Gertrud das letzte Zisterzienser-Nonnenkloster in Hessen. Die Weihe der Klosterkirche, die den Heiligen Maria und Johannes dem Täufer geweiht war, erfolgte 1339. Papst Innozenz VI. unterstellte Marienschloss 1342 dem Zisterzienserorden und dem Kloster Arnsburg. Über die Jahrhunderte hinweg wurde das Kloster durch Stiftungen erweitert. Im 15. Jahrhundert kam es zu einem Verfall der Klosterzucht, was 1466 zu einer Neuformierung des Konvents durch den Mainzer Erzbischof Adolf II. führte. Obwohl die Reformation 1535 in Rockenberg eingeführt wurde, blieben die Nonnen katholisch. Nach einer Phase der kaiserlichen Unterstellung kam das Kloster 1581 an Kurmainz. Die Gegenreformation führte 1602/03 zur Rekatholisierung der umliegenden Orte. Nach zahlreichen Baumaßnahmen vor dem Dreißigjährigen Krieg litt das Kloster stark unter Plünderungen und Zerstörungen. Eine Blütezeit erlebte es im 18. Jahrhundert, als unter den Äbtissinnen Christiane Strebin, Franziska Koch und Antonia Hartz barocke Neubauten entstanden, darunter das Abteigebäude (1733), die Neue Propstei (1744) und die Rokoko-Klosterkirche (1746–1749). Hohe Schulden und weitere Heimsuchungen im 18. Jahrhundert leiteten den Niedergang ein. Nach der Besetzung durch französische Truppen und der Nutzung als Lazarett kam das Kloster 1803 an Hessen-Darmstadt und wurde 1809 aufgelöst. Die Gebäude wurden in eine Besserungsanstalt umgewandelt und dienten ab 1939 als Jugendgefängnis. Seit 1946 ist das Land Hessen Eigentümer.

Lage+

Das ehemalige Kloster Marienschloss befindet sich in Rockenberg, einer Gemeinde in der Wetterau im Bundesland Hessen, Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 147 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Heute wird die ehemalige Klosteranlage Marienschloss als Justizvollzugsanstalt Rockenberg genutzt. Von den ursprünglichen gotischen Klostergebäuden sind nur noch Fundamente und Reste erhalten, wobei einige Gebäude im Kern älter als das 18. Jahrhundert sein könnten. Der Kreuzgang schließt sich nördlich der Kirche an. Der Konventbau wurde im 19. Jahrhundert umfassend umgebaut und 1835 aufgestockt. Die Klosterkirche aus hellem Bruchsteinmauerwerk bildet den südlichen Abschluss mehrerer Klostergebäude, an die sich der zweigeschossige Äbtissinnenbau und das ursprüngliche Priorinnengebäude anschließen.

In der Naehe+
  • Burg Rockenberg (Burg, 487 m)
  • Ruine Münzenberg (Ruine, 3806 m)
  • Hattsteiner Hof (Münzenberg) (Herren- und Gutshaus, 3816 m)
  • Landgräfliches Schloss (Butzbach) (Schloss, 4024 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Cherubino / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.4326, 8.7313