Sonderpädagogisches Zentrum und Jugendhilfe
Zisterzienserinnenkloster Aulhausen/Marienhausen

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienhausen, auch bekannt als Kloster Aulhausen, ist ein Kulturdenkmal in Hessen. Es befindet sich im Rheingau-Taunus-Kreis, eingebettet in die malerische Landschaft nahe Rüdesheim am Rhein. Die Anlage, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, zeugt von einer langen und wechselvollen Geschichte als geistliches Zentrum und später als Einrichtung der Jugendhilfe.
Geschichte+
Die Existenz des Klosters Marienhausen ist seit 1189 belegt, als es dem Kloster Eberbach unterstellt wurde. Es wurde als „cella sororum Clarevallensis ordinis in loco, qui Hvsen dicitur“ bezeichnet. Möglicherweise war der Mainzer Vitztum Konrad der Gründer, dessen Sohn Gisilbert von Rüdesheim zunächst als Klostervogt fungierte. Bereits 1180 wurden Nonnen aus Marienhausen zur Gründung des Klosters Kumbd entsandt, was auf ein noch höheres Alter der Einrichtung hindeutet. Im Jahr 1219 erfolgte die Weihe der Klosterkirche. Das Kloster erwarb im Laufe der Zeit umfangreiche Ländereien, darunter Rodungsland, Waldstücke und Güter in der Umgebung sowie jenseits des Rheins. Schafzucht führte im 14. Jahrhundert zu Konflikten mit der Dorfbevölkerung von Aulhausen, woraufhin Erzbischof Gerlach von Nassau 1352 die Schafhaltung auf 500 Tiere begrenzte. Im 13. Jahrhundert erhielt Marienhausen mehrere päpstliche Schutzbriefe. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts etablierte sich der Name Marienhausen. Im Jahr 1745 umfasste der Konvent 22 Chorschwestern und sechs Laienschwestern. Die Klostergebäude wurden zwischen 1752 und 1753 neu errichtet. Dank guter Wirtschaftsführung konnte sich das Kloster bis ins 19. Jahrhundert behaupten und wurde 1803 zunächst von der Säkularisation ausgenommen. Erst im Februar 1811 hob Herzog Friedrich August das Kloster auf. Die Innenausstattung wurde auf verschiedene Kirchen und Museen verteilt. Nach der Säkularisation ging die Anlage in Privatbesitz über, bevor sie 1888 vom Bistum Limburg erworben wurde. Ab 1889 diente sie als Knabenerziehungsanstalt „Zum Heiligen Josef“. Ein Brand im Jahr 1915 führte zu erheblichen Schäden, der Wiederaufbau erfolgte 1925. 1924 übernahmen die Salesianer Don Boscos die Trägerschaft des Kinder- und Jugendheims.
Lage+
Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienhausen liegt nordöstlich des alten Dorfkerns von Aulhausen, einem Stadtteil von Rüdesheim am Rhein. Es befindet sich im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland, jenseits des Eichbachs, der westlich in den Rhein mündet.
Vor Ort+
Seit 1991 wird die Anlage von der Stiftung St. Vincenzstift Aulhausen und Rettungsanstalt zum Hl. Josef als Sonderpädagogisches Zentrum und Jugendhilfe Marienhausen genutzt. Hier werden bis zu 65 Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsdefiziten in Wohn- und Tagesgruppen betreut. Die Klosterkirche wurde ab 2010 renoviert und 2014, zum 825-jährigen Jubiläum, mit modernen Kunstwerken von Künstlern mit Beeinträchtigung neu gestaltet. Ein mittelalterlicher Pultträger kehrte zu diesem Anlass an seinen ursprünglichen Ort zurück.
In der Naehe+
- Schloss Niederwald (Rüdesheim) (Schloss, ca. 1480 m entfernt)
- Burgruine Rossel (Burg, ca. 2252 m entfernt)
- Kloster Nothgottes (Sakralbau, ca. 2302 m entfernt)
- Abtei St. Hildegard (Rüdesheim) (Sakralbau, ca. 2366 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Marion Halft / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.9960, 7.8956