KlosterBad Salzungen

Zisterzienserinnenkloster Allendorf

Zisterzienserinnenkloster Allendorf

Wohnhaus, Ruine

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Allendorf, ein Kulturdenkmal in Thüringen, befindet sich im Wartburgkreis. Die Anlage, deren Ursprünge auf eine Marienkapelle zurückgehen, wurde nach 1265 gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden religiösen Zentrum der Region, bevor sie im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. Heute zeugen nur noch wenige bauliche Überreste von seiner einstigen Bedeutung.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters Allendorf erfolgte nach 1265 durch die Herren von Frankenstein, einer Nebenlinie der Grafen von Henneberg, am Standort einer bereits bestehenden Marienkapelle. Eine Urkunde aus dem Jahr 1266, die einen Ablass zugunsten der Klostergründung gewährt, belegt die Stiftung. Es wird vermutet, dass die Zisterzienserinnenabtei der Familienmemoria der Gründerfamilie dienen sollte. Bereits 1295 erlitt das Kloster Zerstörungen während der Feldzüge Adolfs von Nassau in Thüringen. Obwohl die Nonnen nach zisterziensischen Regeln lebten, war der Konvent formell nie in den Orden inkorporiert, sondern unterstand der Aufsicht des benediktinischen Stifts Fulda. Im Jahr 1312 lebten 28 Schwestern im Kloster. Die ursprüngliche Ausstattung umfasste Besitz und Rechte in der Umgebung von Dermbach und Salzungen, ergänzt durch Zustiftungen niederadeliger Familien. Im 15. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung des Konvents. Eine Reform im Jahr 1508 unter Propst Johann Löher führte zu einem Wechsel der Ordenszugehörigkeit zum Benediktinerorden, als bürgerliche Nonnen aus dem Benediktinerinnenkloster St. Ulrich in Würzburg das Kloster besetzten. Nach 1525 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst.

Lage+

Die ursprüngliche Klosteranlage lag etwa 300 Meter vom rechten Ufer der Werra entfernt am Westhang des Frankensteins, welcher von der Burg Frankenstein, der Stammburg der Stifterfamilie, gekrönt wurde. Der Name des Klosters leitet sich vom gegenüberliegenden Ort Allendorf ab, der heute ein Stadtteil von Bad Salzungen ist. Eine kleine Siedlung, die sich um die Klostergebäude entwickelte, bildet den heutigen Stadtteil Kloster. Kirchenrechtlich gehörte Allendorf stets zum Archidiakonat St. Severi zu Erfurt im Erzbistum Mainz.

Vor Ort+

Von den einstigen Stiftsgebäuden ist lediglich die Kirche erhalten geblieben. Diese wurde profaniert und umgebaut und diente bis in die 1980er Jahre als Wohnhaus. Aufgrund mangelnder Bauwerksunterhaltung ist sie heute eine vom Einsturz bedrohte Ruine. Das Längsschiff des ehemaligen Klosters wird weiterhin als Wohnhaus genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

In der Naehe+
  • Schloss Haunscher Hof (Schloss, 1756 m)
  • Burgruine Schnepfenburg (Ruine, 1832 m)
  • Schloss Wildprechtroda (Schloss, 2138 m)
  • Schloss Wilhelmsburg (Schloss, 3388 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Metilsteiner / CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.8185, 10.2583