KlosterNiederlausitz

Zisterzienserabtei Dobrilugk

Zisterzienserabtei Dobrilugk

Schloss

Die Zisterzienserabtei Dobrilugk, ein historisches Kloster in der Region Elbe-Elster in Brandenburg, Deutschland, wurde auf einer Höhe von etwa 96 Metern über dem Meeresspiegel errichtet. Sie stellt ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Sakralarchitektur und Siedlungsgeschichte dar.

Geschichte+

Die Gründung der Abtei erfolgte am 1. Mai 1165 unter dem Patronat der Heiligen Sigismund und Heinrich. Markgraf Dietrich von Landsberg initiierte die Ansiedlung der Zisterziensermönche, unterstützt von seinen wettinischen Verwandten, Erzbischof Wichmann von Magdeburg und Bischof Werner von Płock, der Reliquien des heiligen Kaisers Heinrich nach Dobrilugk brachte. Durch umfangreiche Schenkungen erweiterte das Kloster seinen Besitz rasch. Bereits 1234 umfasste es 18 Dörfer, und ab 1240 konnte der Konvent seinen Grundbesitz durch Zukäufe weiter ausbauen. Eine Urkunde von Kaiser Karl IV. aus dem Jahr 1373 bestätigte den Mönchen den Besitz von 40 Dörfern und fünf Wirtschaftshöfen. Auch die Kleinstadt Kirchhain stand unter der Herrschaft des Klosters, das ihr 1235 das Marktrecht verlieh. Das Kloster besaß zudem Höfe in Luckau und Lübben (Spreewald), die dem Handel mit Agrarprodukten dienten. Dobrilugk war maßgeblich am Landesausbau in der westlichen Lausitz beteiligt, wo Siedler aus Sachsen, Thüringen und vom Niederrhein feuchte Niederungen trockenlegten, Wälder rodeten und Dörfer gründeten. Die meisten Untertanen waren Sorben. Das Ansehen des Klosters zeigte sich 1349 in dem Plan, die Gebeine askanischer Herzöge von Wittenberg nach Dobrilugk umzubetten, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende des 14. Jahrhunderts begann ein Niedergang, da die Mönche die Eigenwirtschaft aufgaben und von Pachten lebten, da es an Laienbrüdern mangelte. 1431 wurde das Kloster von den Hussiten geplündert. Mit der Reformation im 16. Jahrhundert verließen immer mehr Mönche den Konvent, und die klösterliche Disziplin zerfiel. Der letzte Abt setzte sich 1533 mit Klosterschätzen ab. Hohe Kontributionen für den Türkenkrieg, die König Ferdinand I. forderte, verschärften die Lage. 1541 besetzte der sächsische Kurfürst Johann Friedrich Dobrilugk, woraufhin die Mönche das Kloster verließen. Obwohl Ferdinand I. die Herrschaft im Schmalkaldischen Krieg zurückeroberte, wurden keine Mönche mehr angesiedelt. Stattdessen wurde die Herrschaft an Adelsfamilien verpfändet. Um 1550 entstand anstelle des Abtshauses ein Jagdschloss. 1624 verkaufte der letzte adlige Besitzer Dobrilugk an Johann Georg I. von Sachsen.

Lage+

Die ehemalige Zisterzienserabtei befindet sich in der Region Elbe-Elster im Bundesland Brandenburg, Deutschland. Sie liegt auf einer Höhe von ungefähr 96 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Nach dem Ende des geistlichen Lebens im 17. Jahrhundert entstand auf dem ehemaligen Klostergebiet das heutige Schloss Doberlug. Die ursprüngliche Klosteranlage ist somit in Teilen in die spätere Schlossarchitektur integriert oder überbaut worden.

In der Naehe+
  • Schloss Doberlug (Schloss, 117 m)
  • Herrenhaus Theisa (Herren- und Gutshaus, 9216 m)
  • Schloss Stechau (Schloss, 11057 m)
  • Schloss Finsterwalde (Schloss, 11567 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: A.Savin / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.6111, 13.5454