Privatbesitz
Wasserschloss Gallspach

Das Wasserschloss Gallspach befindet sich in der oberösterreichischen Gemeinde Gallspach im Bezirk Grieskirchen (Valentin-Zeileis-Straße 33).
Der Edelsitz ist urkundlich erstmals 1120 (1111) erwähnt. Gallspach ist nach dem gleichnamigen Geschlecht der Gallspacher benannt; die Gallspacher (Gailispacher) waren Vasallen der Schaunberger. Bereits um 1100 zeugte ein Sigiboto Gailispach auf einer Urkunde des Klosters St. Nikola, um 1120 wird Reginhart Gallispach ebenfalls auf einer Urkunde von St. Nikola genannt. Ein Heinrich von Gallspach wird um 1250, Hans Gailispegh wird als Schaunberger Lehensmann zwischen 1376 und 1378 erwähnt. Die Gallspacher sind danach auf Schloss Haitzing ansässig gewesen. 1343 wird sowohl ein Haus als auch eine Veste Gallspach erwähnt.
1343–1354 war Eberhard von Wallsee V. Besitzer von Gallspach. 1354 verkaufte er die Burg an Heinrich Geumann (Geymann, Gewman), behielt sich aber das Lehensrecht vor. So wurde 1461 dem Stephan II. von Geumann († 1473) und seinem Bruder Bartholomäus die Herrschaft Gallspach verliehen. 1479 verleiht Reinprecht von Wallsee Gallspach an Christoph II. von Geumann mit Schloss und Kirchlehen.
„Anno 1566 ist gestorben der Edl und Ehrnvest Hanns Hainrich Geymann zu Gallspach und Trätneck. Kö. Kay. Mt. Rath und rhuhet hiesamt seinen dreien tugendhaften Hausfrauen. Kye die erste Magtalena ain Hehenfelderin, die zweite Salome ain Kölnpöckin, die dritte Brigitta ain Wallomitzin den Gott gnedig sei, Amen.“
– Inschrift auf der Grabplatte des Hanns Hainrich Geumann von 1566 an der Pfarrkirche Gallspach
Nach dem Aussterben der Wallseer wurde Gallspach direkt vom Landesherren verliehen. Unter der Regierung Kaiser Friedrichs III. werden Hans, Tristram und Balthasar Geymann 1492 mit Gallspach belehnt. Kaiser Maximilian I. verleiht 1496 Schloss und Herrschaft Gallspach erneut dem Hans Geymann, Pfleger zu Lankowitz für sich und seine beiden Vettern Balthasar und Tristram. 1502 teilten die beiden Cousins ihr Erbe, Balthasar erhielt Gallspach mitsamt dem Markt und Tristram Tratteneck. Die Familie Geumann blieb bis zur Gegenreformation im Besitz von Gallspach. Da sie Protestanten waren, mussten sie auswandern und Gallspach wurde 1633 an Christoph Weiß von Würthing verkauft. 1638 verkauften die Gerhaben von Christoph Ludwig Weiß Gallspach an Tobias Prodvischer von Waldberg († 1670); Prodvischer befreite Gallspach durch eine Zahlung von 211 fl. von der landesfürstlichen Lehenschaft. Seine Witwe Johanna, Herrin von Hofeck (Hofegg) und Schloss Pernau, vermachte 1685 Gallspach ihrem Bruder Veit Spindler.
Mehrere Verkäufe charakterisieren die Besitzverhältnisse in den nächsten Jahren. Freiherr Dr. Augustin von Erhardt war 1688–1695 Eigentümer, auf diesen folgte 1695-1706 seine Tochter Maria Theresia von Erhardt, verehelicht mit dem Grafen Ehrgott von Kueffstein. Aus dieser Familie war von 1706–1708 Ehrgott von Kueffstein der Besitzer, auf ihn folgte 1708-1709 Liebgott von Kueffstein nach. 1709 kam Gallspach an die Hohenecker, wobei Johann Georg Adam von Hoheneck es einem Fideikommiss (dazu gehörte auch Schloss Schlüßlberg und Schloss Tratteneck) einverleibte. Der letzte Hohenecker war Johann Georg Achaz Graf Hohenegg († 1796). Der Fideikommiss wurde daraufhin aufgelöst und Gallspach ging 1796–1871 an die Familie Imsland (Maria Anna Freiin von Imsland war eine geborene Hohenegg). Weitere Eigentümer waren 1871–1880 Maria von Spieß, 1880–1901 Franz Brodböck, 1901–1908 Georg und Elise Schiernerl und 1908–1912 Hugo Seyrl. Durch diese Verkäufe wurde der Gutsbestand schrittweise vermindert.
Ab 1912 bis jetzt ist Schloss Gallspach im Besitz der Familie Zeileis. Dr. Valentin Zeileis († 1939) gründete hier 1920 sein strahlenphysikalische Institut.
Schloss Gallspach heute+
Der derzeitige Bau zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert errichtet. In den Bauernkriegen traten Brandschäden am Schloss auf. Es ist eine zweigeschossige und vierflügelige Anlage, die über eine Torhalle zu erreichen ist. Sie erinnert insgesamt an einen Vierkanthof. Von dem früheren Schloss ist noch ein aus dem Mauerverband herausspringender Rundturm erhalten sowie Laubengänge an zwei Seiten des Innenhofes. Der Haupteingang, ein Tor mit einer Schlupfpforte, ist dem Ortsplatz zugewendet. Der Weg führt über eine Brücke zu dem Eingang. Der hintere Hof beherbergte die ehemalige Brauerei, wobei eine Brücke das Schloss mit den Gebäuden des Brauhauses verbindet. Das Schloss ist von einem teichartigen Wassergraben und einem weiteren Teich umgeben.
Auf einem Nachbargrundstück wurde das Zeileis-Kurinstitut nach Entwürfen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger erbaut. Im Garten sind zwei von dem Wiener Bildhauer Josef Riedl 1930 gearbeitete Bronzestatuen (ein einen Fels Wälzender und ein einen Wasserkrug Leerenden) 1975 zu Ehren des Institutsgründers aufgestellt worden.
Das Wasserschloss im Privatbesitz der Familie Zeileis und kann nur von außen besichtigt werden.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss-Gallspach.jpg
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