Wallfahrtsstätte, Hospiz, geistliches Zentrum, Schulungszentrum
Wallfahrtstätte Eremitage

Die Eremitage ist eine katholische Wallfahrtsstätte im Siegerland, nahe dem Ortsteil Niederdielfen von Wilnsdorf. Das Ensemble, das als Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen geschützt ist, vereint historische Sakralbauten mit einer langen Tradition der Marienverehrung und dient heute auch sozialen Zwecken.
Geschichte+
Die Ursprünge der Eremitage reichen bis ins Jahr 1684 zurück, als der Jesuit Anton Hülse die Gnadenkapelle errichten ließ. Diese Kapelle trat die Nachfolge einer früheren Marienkapelle an, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war. Die Gnadenkapelle, die Elemente der Renaissance und Gotik verbindet, beherbergt unter ihrer Kuppel das Grab des 1703 verstorbenen katholischen Erbprinzen Franz-Josef von Nassau-Siegen. Ein Barockaltar aus dem Jahr 1736 schmückt den Innenraum, ergänzt durch eine Pietà von Else Hoffmann aus dem Jahr 1961. Zur Anlage gehört auch eine Eremitenklause, ein Fachwerkbau, der zu den ältesten im Siegerland zählt. Hier lebte der Jesuit Conrad Manz bis zu seinem Tod 1733, dessen Name der gesamten Stätte ihren Namen gab. Er wurde neben einem Heiligenhäuschen mit einer Figur des Ignatius von Loyola beigesetzt. Die Klause diente später als Pilgergaststätte und ist heute die Sakristei. Von 1953 bis 1966 war die Eremitage ein Kloster des Klarissen-Ordens, die 2014 ihre Niederlassung auflösten. Seit 2021 leben dort zwei Franziskanerinnen. Die offizielle Erklärung zum Wallfahrtsort erfolgte 1861. Ein 1933 errichteter Kreuzweg umgibt die Wallfahrtsanlage.
Lage+
Die Eremitage befindet sich in der Region Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, nahe der Bundesstraße 54.
Vor Ort+
Die Gnadenkapelle wurde Anfang 2015 nach Sanierungsarbeiten wiedereröffnet, wobei insbesondere der Barockaltar restauriert wurde. Seit 1993 nutzt der Deutsche Caritasverband das Haus für Schulungen pflegender Angehöriger von Demenzkranken. Im Jahr 2015 diente das Kloster vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft. Mitte 2016 erwarb das St. Marien-Krankenhaus Siegen die Klosteranlage und errichtete dort das Hospiz Louise von Marillac, das im Februar 2018 fertiggestellt wurde und auch ein geistliches Zentrum umfasst. Die Tradition der Marienwallfahrten wird in der Freifläche mit ihrem alten Buchenbestand und der Bruchsteinmauer von 1933 bis heute gepflegt. Jährliche Prozessionen und Wallfahrten finden statt, und donnerstags wird eine heilige Messe gefeiert.
In der Naehe+
- Oberes Schloss (Siegen) (Schloss, 3276 m)
- Unteres Schloss (Siegen) (Schloss, 3655 m)
- Ruine Alte Burg (Dreis-Tiefenbach) (Ruine, 6258 m)
- Burg Hainchen (Burg, 10703 m)
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Bob Ionescu / Attribution via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.8569, 8.0658