Das Denkmal kann besichtigt werden.
Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Das Völkerschlachtdenkmal im Südosten Leipzigs wurde in Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig nach Entwürfen des Berliner Architekten Bruno Schmitz errichtet und 1913 eingeweiht. Die plastischen Arbeiten wurden von den Bildhauern Christian Behrens und Franz Metzner gestaltet.
Mit 91 Metern Höhe zählt es zu den größten Denkmälern Europas und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs. Es bildet eine weithin sichtbare Landmarke mit markanter Silhouette. Heute gehört es einer Stiftung des öffentlichen Rechts der Stadt Leipzig.
Mitunter wird der Name des Denkmals zu Völki abgekürzt.
Die Völkerschlacht 1813
Vom 16. bis 19. Oktober 1813 fand vor den Toren der Stadt Leipzig die sogenannte Völkerschlacht statt. Sie führte im Rahmen der Befreiungskriege zu einer Niederlage Napoleons gegen die Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens. In der Schlacht, die bis zum Ersten Weltkrieg als die größte der Geschichte galt, kämpften Deutsche auf beiden Seiten.
Schon kurz nach der Schlacht gab es erste Pläne des Dichters Ernst Moritz Arndt für ein Denkmal. Da Sachsen in der Schlacht auf Seiten Napoleons stand und dafür erhebliche territoriale Einbußen hinnehmen musste, war der Wille, dieser eigenen Niederlage ein Denkmal in Leipzig zu setzen, gering. Nach der ersten Grundsteinlegung zum 50. Jahrestag im Jahr 1863 kam es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu keinen ernstzunehmenden Umsetzungsplänen.
Planung und Bau des Denkmals
1895 schrieb der Deutsche Patrioten-Bund einen allgemeinen Ideenwettbewerb aus, den der Architekt Karl Doflein aus Berlin gewann. Im Herbst 1896 wurde ein zweiter Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 72 deutsche Künstler beteiligten. Der Rat der Stadt Leipzig hatte hierfür 20.000 Mark zur Verfügung gestellt. Der 1. Preis wurde dem Entwurf „Walküre“ des Architekten Wilhelm Kreis zuerkannt, die weiteren Plätze belegten Otto Rieth (2. Preis), Karl Spaeth und Oskar Usbeck (3. Preis), Bruno Schmitz (4. Preis) und Arnold Hartmann (5. Preis). Da aber keiner der Vorschläge voll und ganz den Vorstellungen des Vorsitzenden des Patrioten-Bundes Clemens Thieme entsprach, wurde im folgenden Jahr der Berliner Architekt Bruno Schmitz, der zuvor u. a. das Kyffhäuserdenkmal entworfen hatte, mit der Ausarbeitung eines neuen Entwurfs beauftragt.
Der Grundstein für das Denkmal wurde am 18. Oktober 1898 im Südosten der Stadt gelegt. Errichtet wurde es nach Entwürfen von Bruno Schmitz. Bauherr war Clemens Thieme, auf den der Einbau der Krypta zurückzuführen ist. Finanziert wurde es durch eine speziell eingerichtete Lotterie und durch Spenden. Am 18. Oktober 1913 wurde das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht.
Sanierung 2003 bis 2017
Im Jahr 2003 begannen Rekonstruktions- und Sanierungsmaßnahmen. Ursprünglich sollten diese bis zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Jahr 2013 beendet werden. Dieses Ziel wird aber nur für das eigentliche Denkmal erreicht. Die Sanierung der Außenanlagen soll noch bis 2017 andauern. Die Kosten werden sich auf etwa 30 Millionen Euro belaufen. Die Finanzierung erfolgt über die Stiftung Völkerschlachtdenkmal, den Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und Spenden.
Einmal im Jahr veranstaltet die in Leipzig ansässige Loge Minerva zu den drei Palmen anlässlich der Leipziger Buchmesse die sogenannte Buchloge in den Fundamentkatakomben des Völkerschlachtdenkmals.
Architektur und Figurenprogramm+
Baumaterial
Das Denkmal wurde in seinen sichtbaren Teilen aus Beuchaer Granitporphyr gebaut. Ausführendes Bauunternehmen war das Zementbaugeschäft Rudolf Wolle. Unter Verwendung von sächsischem Eisenportlandzement wurde das Fundament bis auf eine Höhe von 23 Metern über Straßenniveau ohne Schalungsgerüst aus Stampfbeton erstellt. Es wurde eine Art Gleitschalung verwendet (siehe Fotografie Fundamente). Das Denkmal besteht zu 90 % aus Beton und galt seinerzeit als eines der bedeutendsten Betonbauwerke Deutschlands. Die im Denkmal befindliche Reiterkuppel wurde mit Hilfe einer verlorenen Schalung aus Gips erstellt. Die Armierung der Kuppel besteht zum großen Teil aus genietetem Profilstahl. Die Kuppel wurde 2010/2011 restauriert.
Der Transport der Zuschlagstoffe (Kies) erfolgte mittels einer eigens errichteten Seilbahn, die über den Südfriedhof und die angrenzenden Felder führte. Als Aufzugsantrieb wurde ein Lokomobil einbetoniert. Die Antriebsräder dienten als Kettenrad des Aufzuges. Die Umfassung des Tränenbeckens ruht auf einer Pfahlgründung. Zu diesem Zweck entwickelte Rudolf Wolle vorgefertigte Säulen aus Eisenbeton, die auch patentiert wurden. Durch den Einsatz vieler Maschinen konnte das Denkmal durch im Mittel nur 40 gleichzeitig tätige Arbeiter, deren Wochenlohn 9 Mark betrug, errichtet werden.
Architektur
Das Völkerschlachtdenkmal ist 91 Meter hoch und steht an einem Brennpunkt des damaligen Kampfgeschehens. Vom Fuß des Sockels bis zur Aussichtsplattform auf der Spitze sind es 500 Stufen, die größtenteils in engen Wendeln nach oben gehen. Später wurden zwei Personenaufzüge ergänzt, die bis zur mittleren Aussichtsplattform in 57 Metern Höhe führen.
Bildprogramm
In der Kuppeldecke der Ruhmeshalle sind 324 fast lebensgroße Reiter abgebildet. Die vier 9,5 Meter hohen Statuen der Totenwächter in der Ruhmeshalle stellen Personifikationen der Tugenden des deutschen Volkes in den Befreiungskriegen (Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft, Opferbereitschaft) dar. Als Vorbilder der monumentalen Statuen dienten dem Bildhauer Franz Metzner die altägyptischen Memnonsäulen bei Theben.
Die Krypta nimmt das gesamte Mittelrund der Halle ein und stellt das symbolische Grab der über 120.000 in der Völkerschlacht Gefallenen dar. In ihrer Mitte ist eine meist kranzgeschmückte bronzene Grabplatte in den Boden eingelassen, an den Wänden wachen acht Zweiergruppen von ehrwürdigen steinernen Kriegern.
Die Figur außen an der Basis stellt den Erzengel Michael dar, der bei vielen anderen deutschen Schlachten als Beistand (Schutzpatron der Soldaten) galt. Über der gigantischen Skulptur, die von Christian Behrens entworfen wurde, steht die Inschrift „GOTT MIT UNS“. Zu seinen Seiten befinden sich an den Sockelmauern zwei jeweils 19 Meter hohe und 30 Meter breite Reliefs, die den Erzengel in einem Streitwagen auf einem Schlachtfeld zeigen, sowie allegorische Frauenfiguren, die für die Kriegsfurie stehen.
In unmittelbarer Nähe zum Denkmal befindet sich der Napoleonstein an der Stelle der ehemaligen Quandtschen Tabaksmühle, wo Napoleon am 18. Oktober 1813 seinen Befehlsstand eingerichtet hatte.
Daten
Nach dem Plakat im Fundament des Völkerschlachtdenkmals
- Bauzeit: 15 Jahre
- Höhe: 91 m
- Höhe der Kuppelhalle (Innenhöhe): 68 m
- Fundamentplatte: 70 m × 80 m × 2 m
- Anzahl der Fundamentpfeiler: 65
- Gesamtzahl der Stufen bis zur Plattform: 500
- Fußbreite: 126 m
- Masse aller baulichen Anlagen: 300 000 t
- Anzahl der verbauten Natursteinblöcke: 26 500
- Menge des verbauten Betons: 120 000 m³
- Kosten: 6 Millionen Mark (29.508.728 Euro)
Straße der Monumente+
Seit 2008 gehört das Völkerschlachtdenkmal zur Straße der Monumente, ein auf Initiative des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig gegründetes Netzwerk deutscher Denkmale und Erinnerungsorte. Ziel des Netzwerks ist es, „einstige Brennpunkte der Vergangenheit enger vernetzen und als Gesamtheit stärker erfahrbar machen.“
Musik+
Das Völkerschlachtdenkmal besitzt einen eigenen Chor, der regelmäßig Konzerte im Denkmal gibt. Des Weiteren werden Orgelkonzerte an einer Digitalorgel veranstaltet. Die Akustik des Denkmals, das im Besonderen die Obertöne reflektiert und verstärkt, ist einzigartig. Der Nachhall kann bis zu 10 Sekunden betragen. Auch im Rahmen des alljährlich in Leipzig stattfindenden Wave-Gotik-Treffens werden Konzerte in der Krypta des Denkmals veranstaltet.
Philatelistische Würdigung+
Am 10. Oktober 2013 gab die Deutsche Post AG eine Sonderbriefmarke im Wert von 45 Eurocent zum 100. Jahrestag des Denkmals heraus. Der Entwurf stammt von den Grafikern Astrid Grahl und Lutz Menze aus Wuppertal.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.3125, 12.4132