Antike BautenBiberach an der Riß

Römische Villa Rustica Burrenwald

Römische Villa Rustica Burrenwald

Die Reste der römischen Villa können besichtigt werden

Die Villa rustica im Burrenwald ist ein zweieinhalb Kilometer nördlich vom Ortsausgang von Biberach an der Riß nahe der Bundesstraße 312 zwischen Biberach und Riedlingen im Burrenwald beim Waldspielplatz gelegener ehemaliger römischer Gutshof.

Lage+

Das landwirtschaftliche Anwesen liegt auf einer Burrenwald genannten, terrassenartig planierten Fläche an einem leicht abfallenden Südosthang eines Mischwaldes mit Laubholzbeständen.

Forschungsgeschichte+

Die Anlage wurde 1921 von dem Biberacher Zahnarzt Karl Heinrich Forschner aufgrund einer Angabe in der 1837 erschienenen Beschreibung des Oberamts Biberach von Johann Daniel Georg von Memminger entdeckt. Forschner führte bis 1950 mehrere kleinere Sondagen im Hauptgebäude sowie am südöstlich gelegenen Badegebäude durch. Von 1976 bis 1978 wurden mit Geldern des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg und der Stadt Biberach größere Teile des Herrenhauses freigelegt.

Gutshof+

Auf den ersten Blick kann man die beiden wieder aufgeführten nördlichen Feldsteinmauern der Rückfront des Hauptgebäudes erkennen. Die Frontseite der Anlage orientiert sich hangabwärts nach Südosten und hatte die Maße 30,60 Meter in der Länge und 22 Meter in der Breite. Zwei vermutlich zweigeschossige Eckrisalite mit Wohnräumen waren durch eine eingeschossige zur Frontseite offene Säulenhalle verbunden. Der nördliche größere Eckrisalit von sieben Metern in der Länge und Breite verfügte über eine Hypokaustheizung, der südliche kleinere quadratische Wohnraum von 5,40 m in der Länge über einen Keller mit einer Geschosshöhe von zwei Metern. Insgesamt 3800 geborgene Wandverputzstücke belegen, dass die Wohnräume farbige Fresken aufwiesen. An die Frontpartie angeschlossen war ein rückwärtiger mit einer Mauer umschlossener offener Hofteil mit schräg geneigtem Pultdach. Die Hofanlage ist kombiniert in Mauerwerk und Holzbauweise ausgeführt. Der Gutshof wurde um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet und diente der Truppenversorgung des Römischen Heeres am Obergermanisch-Rätischen Limes. Die Anlage wurde im zweiten Drittel des 3. Jahrhunderts verlassen. Das heutige Oberschwaben, bis dahin im Wesentlichen in der römischen Provinz Raetia gelegen, wurde nach und nach von den Alamannen wieder besiedelt und die Reichsgrenze aufgrund des allgemeinen Bevölkerungsdruckes aus der Germania magna auf die Donau-Iller-Rhein-Linie zurückgenommen.

Fundverbleib und Denkmalschutz+

Die Fundstücke der Anlage können im städtischen Braith-Mali-Museum in Biberach besichtigt werden. Weitere Fundstücke befinden sich im Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss Stuttgart. Das Bodendenkmal ist geschützt als eingetragenes Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes des Landes Baden-Württemberg (DSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Von Toz25 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=175213002

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 48.1195, 9.7413