BurgHohe Börde - Bebertal

Veltheimsburg

Veltheimsburg

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Die frühere Burg Alvensleben, heute: Veltheimsburg, ist ein ehemaliger Burgenkomplex in dem zur heutigen Gemeinde Hohe Börde gehörigen Ortsteil Bebertal, der 1950 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Alvensleben und Dönstedt entstanden ist.

Das Archidiakonat Alvensleben gehörte zu den ältesten Niederlassungen des Hochstifts Halberstadt. Zu seinem Schutz gründeten die Bischöfe auf einem Felsmassiv über dem Tal der Bever eine Burg, in deren Obhut im 10. Jahrhundert ein Marktflecken entstand (erste, allerdings ungesicherte urkundliche Erwähnung 964). Nach ihr nannte sich die bischöfliche Ministerialfamilie von Alvensleben, die das Amt der Burgvögte im 12. und 13. Jahrhundert innehatte. Neunzehn Gemeinden gehörten zu ihrem Verwaltungsbezirk.

Der Name Alvensleben leitet sich ab aus dem Personennamen Albwin (althochdeutsch: „alp“ = Elf, Naturgeist, „wini“ = Freund, also Elfenfreund) oder Alf (abgekürzte Form von Alfert = Albenprächtig) sowie aus der Endung -leben (= Hinterlassenschaft, Erbe). Die Bedeutung des Ortsnamens ist somit als „Besitz oder Erbe von Albwin oder Alf“ zu verstehen. Er ist wahrscheinlich in die vorkarolingische Zeit zu datieren.

Im Mittelalter war Markt Alvensleben – von Mauern und Toren umschlossen – ein von Türmen starrendes Gebilde. Der Mauerring des Ortes umschloss zwei Kirchen und mehrere Turmhöfe der dienstpflichtigen Ritterschaft. In der Umgebung wurde Silberbergbau betrieben.

Die nebenstehende Karte zeigt den Lageplan des Burgberges nach der Separationskarte von 1833/35.

Der Ort wurde überragt von zwei Burgen, der bischöflichen, deren Hauptturm in der Zeichnung von Anco Wigboldus (Stand 1937) im Hintergrund sichtbar ist, und der markgräflich-brandenburgischen im Vordergrund. Die Lage einer dritten Burg ist ungeklärt.

Bischofsburg und Amt Alvensleben+

Die Bischofsburg war 1180 im Besitz der Bischöfe von Halberstadt (erste urkundliche Erwähnung), ist aber vermutlich sehr viel älter. Sie gelangte Anfang des 14. Jahrhunderts in den Besitz der Erzbischöfe von Magdeburg, die die Burg zumeist verpfändeten, zuletzt von 1534 bis 1598 an Gebhard XVII. von Alvensleben und dessen Söhne Ludolf X. und Joachim I., die die bereits stark verfallenen Gebäude wiederherstellten. Danach wurde die Burg als Amt von landesherrlichen Amtsleuten verwaltet. 1649 wurde der Wirtschaftsbetrieb, 1685 auch der Sitz des Amtmanns in den Markt Alvensleben verlegt. Die Burg verfiel bis auf den Turm. Das Burggelände wurde 1837 im Zuge der Separation vom Landrat Otto August von Veltheim (1798-1848) erworben und in einen Landschaftspark umgestaltet.

Markgrafenburg, später Veltheimsburg+

Die Markgrafenburg wurde vor 1245 von den Markgrafen von Brandenburg unmittelbar neben der Bischofsburg errichtet, war Teil der Befestigungsanlage und wurde auch als Hinterburg bezeichnet. Sie gelangte 1439 als erzbischöfliches Lehen an die Herren von Veltheim, die der Burg nach einer Erweiterung durch ein neues Herrenhaus im 18. Jahrhundert den Namen Veltheimsburg gaben. 1882 und 1910 wurde sie in romantisierender Form ausgebaut und ergänzt. Sie blieb bis zur Zwangsenteigung durch die Kommunisten 1945 im Besitz der Familie von Veltheim.

Ritterburg oder „Musikenburg“+

Eine dritte Burg, die Ritterburg oder „Musikenburg“, wurde Anfang des 13. Jahrhundert von Gebhard I. von Alvensleben (urk. 1190–1216) gebaut, aber von dessen Sohn Johann II. von Alvensleben (urk. 1232–1248) an den Bischof von Halberstadt verkauft. Sie soll sich auf dem Hügel an der rechten Bildseite befunden haben. Allerdings konnte dies durch archäologische Untersuchungen bisher nicht bestätigt werden, so dass die Lage dieser Burg ungeklärt ist. Sie trug seinen Namen der Sage nach, weil „der Schall der Trompeten, Hörner und Cymbeln beim Klange der Becher und dem Wirbel der Tänze darinnen fast nie aufgehöret“.

Heutiger Zustand+

Dokumente, die eine Rekonstruktion der bedeutenden Anlagen ermöglicht hätten, existieren nicht. Bis auf den runden Bergfried und die im Bilde sichtbaren Reste der romanischen Pallas der Markgrafenburg sind alle mittelalterlichen Gebäude abgebrochen. Vorhanden sind außerdem das Herrenhaus und ein Hofgebäude der Veltheimsburg. Der dazugehörige Park, unter dem sich ein Labyrinth unterirdischer Gänge hinziehen soll, bedeckt das Gelände der ehemaligen Bischofsburg und den rings abfallenden Burgbergfelsen. Die Gebäude der Veltheimsburg dienten nach 1945 u.a. als Kinderheim. Nach der Wende 1990 erwarb der Braunschweiger Unternehmer Hans-Dieter Neddermeyer († 2012) den gesamten Burgkomplex und führte umfassende Renovierungen durch. Ein Teil der Gebäude wird als Standesamt, als Heimatstube und gastronomisch genutzt. Auf dem Burggelände werden Flohmärkte, Gartenfestivals und Schützenfeste veranstaltet.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.2405, 11.3307