SchlossBendeleben

Uckermannsches Schloss (Bendeleben)

Uckermannsches Schloss (Bendeleben)

landwirtschaftlicher Betrieb

1763 erwarb Johann Jacob von Uckermann (der "Zweite") Gut und Burg. Er ließ den baufälligen Rittersitz abtragen und ein Schloss an seiner Stelle errichten, baugleich dazu ein Inspektorenhaus - zusammen eine symmetrische Anlage. Gleichzeitig entstanden Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie weitere Bauten im barocken Stil. 1770 folgte die Neugestaltung des Lustgartens und der Bau einer Orangerie. Aus dem Hirschgarten wurde ein großer Schlosspark im englischen Stil. 1816 kam Bendeleben zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. 1827 erbte der Major und Wissenschaftler Johann Jacob Uckermann (der "Dritte") den Besitz, richtete eine Sternwarte im Schlossturm ein, und 1831 schaffte er die Frondienste ab. 1835 kam der Pfarrer und Geograph Cannabich nach Bendeleben. 1849 erwarb der Kaufmann Wilhelm Krause aus Braunschweig Rittergut und Schloss. Er wurde 1852 in den Adelsstand erhoben. 1853 begann er erfolgreich mit dem Abbau von Braunkohle in der "Luisengrube", das Vorkommen war dann 1878 erschöpft. 1860/61 ließ von Krause das "Neue Schloss" erbauen. Ab 1865 förderte der "Kunstgärtner" Heinemann den Obst- und Gemüseanbau im Ort. Nach seiner Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft 1920 widmete sich der Diplomat und Gutsherr Wilhelm Baron von Krause ab 1920 voll seinem Besitz in Bendeleben. Unter ihm und seiner Frau Franziska von Krause (geb. von Schmidthals, verw. Fürstin von Lieven) wurde das Schloss gründlich umgestaltet und modernisiert, im Park ein Sportplatz und Badehaus errichtet. Das Rittergut wurde zu einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb mit Ausstrahlung auf die Region. Gutsverwalter war von 1927 an Max Hansen, ein erfolgreicher Tier- und Pflanzenzüchter. In den 1920er und Anfang der 1930er Jahre beteiligt war an der Pflanzenzüchtung auch Alexandra von Oelsen (ab 1933 Alexandra von Arnim), die Tochter von Franziska von Krause. Behördlich anerkannt wurden die gezüchteten Futtermittelsorten "Bendelebener" Luzerne (1935) und Esparsette als "Bendelebener D4" (1944).

Am 11. April 1945 erfolgte die Besetzung von Bendeleben durch US-amerikanische Truppen. Nach deren Ablösung durch die Rote Armee Anfang Juli 1945 wurde die Familie von Krause entschädigungslos enteignet und hatte innerhalb 24 Stunden Schloss und Ort zu verlassen. Wilhelm von Krause wurde verhaftet, zusammen mit anderen Gutsbesitzern in das Gefängnis Sondershausen verbracht und später wieder freigelassen. Von Krauses gingen nach Grainau in Oberbayern. Den Gutsadministrator Max Hansen holte man ab und verbrachte ihn in das sowjetische Speziallager Buchenwald, wo er im Dezember 1945 starb und in einem Massengrab beerdigt wurde. Das Schloss mit seinem wertvollen Inventar wurde ausgeplündert. Von den Gemälden verschwand auch eine historische Darstellung von König Jerome von Westphalen bei Inspektion eines Manövers seiner Truppen 1809 bei Bendeleben. Bei der Bodenreform 1946 wurden 300 ha Land an landarme Bauern aufgeteilt, der Rest wurde Volkseigenes Saatzuchtgut. 1951 baute man eine Saatzuchtstation. Anfang der 1950er Jahre wurde die LPG "Friedrich Engels" gegründet. 1970 baute man das Schloss zum Alters- und Pflegeheim um. Viele Gebäude verfielen während der DDR-Zeit. Die Mauer um den Schlosspark wurde streckenweise als Steinbruch für den Wegebau verwendet.

1990 wandelte sich die LPG zur Genossenschaft (e.G.). 1991 wurden das VEG und die Saatzuchtstation abgewickelt. Im gleichen Jahr erfolgte die Pachtung des Gutes mit 360 ha Ackerland durch Alexandra Gräfin von Arnim (die Adoptivtochter von Wilhelm von Krause) und deren Sohn Professor Dr. Thomas Grafen von Arnim. Beide kümmerten sich sehr um die Wiederherstellung der barocken Gutsanlagen von Bendeleben. Alexandra verstarb 1999 in Bayern. 1999 begann -auch unter finanzieller Beteiligung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Restaurierung der Orangerie (2010 abgeschlossen) und des früheren Lustgartens. Insgesamt merkt man dem "Barockdorf Bendeleben" an, wie viel Initiativen von Bürgerschaft, Gemeinde, verschiedenen Institutionen und nicht zuletzt dem Ehepaar Thomas und Sabine von Arnim da wirksam geworden sind. Die Agrargenossenschaft ist jetzt Bestandteil der Landgut GmbH Bendeleben/Badra.

Schlosspark

Freiherr Johann Jacob von Uckermann und seine Gattin Christiane legten ab 1765 einen englischen Landschaftspark an. In dem 21 Hektar großen Park befinden sich neben wertvollen Gehölzen und Bäumen -darunter eine gewaltige 300 Jahre alte Blutbuche-, sieben Fischteiche und ein Römisches Bad. Umgeben ist der Park von einer historischen Sandsteinmauer.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.3705, 11.0026