Privatbesitz
Templerhaus
Das Templerhaus in Amorbach ist ein mittelalterliches Gebäude im Bautyp eines Festen Hauses im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.
Erster urkundlich bekannter Besitzer des Gebäudes war die Adelsfamilie Rüdt von Collenberg. Sie nutzten das Gebäude bis zum Bau der Burg Bödigheim (ca. 1286–1296). Das Templerhaus wurde anschließend veräußert. Ein Umbau erfolgte 1291, bei dem der steinerne Unterbau teilweise abgetragen und die beiden, dendrochronologisch datierten Fachwerkobergeschosse aufgesetzt wurden.
In der Folgezeit befand sich der sogenannte Rüdenhof in der Hand niederadliger Besitzer, bis er im 15. Jahrhundert in bürgerlichen Besitz gelangte. 1981 erwarb die Stadt Amorbach das Templerhaus und ließ es fachgerecht sanieren, was baugeschichtliche Untersuchungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ermöglichte.
Gebäude+
Das Templerhaus ist ein turmartiges Gebäude auf einem leicht schiefwinkligen steinernen Unterbau (7,60 × 6,80 m). Dieser stellt vermutlich den ältesten Teil des Gebäudes dar und besteht aus geschichtetem Mauerwerk mit sorgfältiger behauenen Eckquadern. die einzige Öffnung ist ein schmaler Lichtschlitz. Darüber befindet sich ein zweigeschossiger, qualitätvoller Fachwerkaufsatz.
Die Ausdehnung des zugehörigen Hofes und die Frage einer Befestigung der Anlage ist weitgehend unklar. Anscheinend war sie nicht, wie andere Gebäude dieser Art, von einem Weiher oder See umgeben (Weiherhaus).
Deutung+
Unter zahlreichen sehr ähnlichen Gebäuden dieser Art ist das Templerhaus in Amorbach eines der bekanntesten. Sie stellen meist eine typische Form eines kleinen, burgartigen Adelssitzes dar, der vor allem im süddeutschen Raum sehr verbreitet ist (sogenanntes Weiherhaus). Sehr ähnliche Anlagen liegen im Topplerschlösschen bei Rothenburg ob der Tauber, regional im Odenwald im Erbacher Templerhaus, im Mühlhäuser Schlößchen oder im Götzenturm von Hettigenbeuern vor.
Die regional häufige Bezeichnung als Templerhaus findet sich ebenso in Erbach, ehemalige Templerhäuser haben existiert in Neckarelz, Uissigheim und Kleinwallstadt. Die große Zahl steht im Widerspruch dazu, dass der Templerorden in Deutschland kaum vertreten war. Meist entstanden die Bezeichnungen erst in der Neuzeit, beim Amorbacher Templerhaus geht sie auf eine Beschreibung Amorbachs von 1856 zurück.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.6451, 9.2171