Wallfahrtsort, Museum, Pfarrkirche
Sünte Marienrode

Das ehemalige Benediktinerkloster Sünte Marienrode, heute ein Baudenkmal in Niedersachsen, befindet sich in der Gemeinde Wietmarschen. Ursprünglich im Jahr 1152 gegründet, entwickelte sich die Anlage von einem Kloster zu einem Damenstift und ist heute ein bedeutender Wallfahrtsort mit einer beeindruckenden Geschichte und erhaltenen Gebäuden.
Geschichte+
Die Gründung des Benediktinerklosters Sünte Marienrode erfolgte im Jahr 1152 am südlichen Rand des Bourtanger Moors. Gräfin Gertrud von Bentheim ermöglichte die Errichtung, und am 14. September 1152 wurde der Mönch Hildebrand zum ersten Vorsteher gewählt. Eine hölzerne Stiftskirche entstand ebenfalls 1152. Bis ins 13. Jahrhundert diente das Kloster als Grablege der Grafen von Bentheim und war zunächst ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen. Nach dem Umzug der Mönche nach Utrecht im Jahr 1259 wurde es zu einem reinen Frauenkloster. Eine erste steinerne Kirche im romanischen Stil wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Zwischen 1320 und 1489 erlebte das Kloster seine Blütezeit, insbesondere durch eine verehrte Muttergottes-Statue. Im Jahr 1500 erfolgte eine gotische Erweiterung der Stiftskirche, und 1544 widersetzten sich die Nonnen erfolgreich der Reformation. Nach dem Dreißigjährigen Krieg legte das Kloster 1659 die Benediktinerregeln ab und wurde ab 1675 als freiweltliches Damenstift geführt, das unverheiratete oder verwitwete Adelsdamen aufnahm. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der den Ausbau der Kirche und die Errichtung weiterer Gebäude ermöglichte. Im Jahr 1811 wurde das Stift im Zuge der napoleonischen Annexion aufgelöst und die Klosterkirche zur katholischen Pfarrkirche. Im Jahr 1921 wurde der Ort zum offiziellen Wallfahrtsort erhoben, und 1927 wurde der Bau der heutigen großen Wallfahrtskirche abgeschlossen. Nach Kriegsschäden im Jahr 1944 und dem Abriss vieler Klostergebäude nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Ende der 1970er Jahre vier verbliebene Stiftsgebäude gerettet und restauriert.
Lage+
Das ehemalige Kloster Sünte Marienrode liegt in Wietmarschen, einer Gemeinde in Niedersachsen, Deutschland.
Vor Ort+
Heute sind auf dem Gelände in einem weitläufigen Parkareal um die Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel vier restaurierte Gebäude des ehemaligen Damenstifts erhalten. Zudem beherbergt der Komplex das Stifts- und Wallfahrtsmuseum sowie eine Lourdes-Grotte. Das angrenzende Waldgebiet Stiftsbusch, das zwei Kapellen umfasst, dient als Ort für die jährliche Familienwallfahrt.
In der Naehe+
- Gut Klausheide (Herren- und Gutshaus, 5786 m)
- Kloster Frenswegen (Sakralbau, 9525 m)
- Schloss Beversundern (Schloss, 10355 m)
- Schloss Herzford (Schloss, 11226 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Tho04 / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.5174, 7.1344