KlosterWalbeck

Stiftskirche Walbeck

Stiftskirche Walbeck

Ruine, Kulturdenkmal

Die Stiftskirche Walbeck, eine bedeutende Ruine einer ottonischen Stiftskirche, befindet sich in Walbeck, einem Ortsteil von Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt. Sie thront auf einem Kalksteinfelsen, etwa 25 Meter über dem Allertal, und ist ein herausragendes Beispiel vorromanischer und romanischer Architektur. Ihre gut erhaltenen Mauerreste bieten wertvolle Einblicke in die Bautechniken der Ottonenzeit und machen sie zu einer wichtigen Station an der Straße der Romanik.

Geschichte+

Die Gründung des Stiftes Walbeck erfolgte im Jahr 942 durch Graf Lothar II. auf seiner Burg. Dieser Schritt war die Folge seiner Beteiligung an einer Verschwörung gegen König Otto I. im Jahr zuvor, die zu einer Verurteilung und anschließenden Begnadigung führte. Als Auflage musste Lothar eine Kirche errichten, die strategisch so in seiner Burg platziert wurde, dass deren militärischer Wert gemindert war. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Stiftes war der Chronist und Bischof Thietmar von Merseburg, ein Enkel des Gründers, der ab 1002 als Propst wirkte. Er weihte die Kirche im Jahr 1015 neu, nachdem sie vier Jahre zuvor durch einen Brand beschädigt worden war. In diesem Zusammenhang entstand wahrscheinlich auch die Walbecker Glocke, eine der ältesten erhaltenen Kirchenglocken, die heute im Bodemuseum in Berlin zu sehen ist. Nach dem Aussterben der Walbecker Grafen im Jahr 1219 wurden die Reste der Burg geschleift. Das Kanonikerstift St. Maria wurde 1229 dem Domkapitel Halberstadt unterstellt und 1591 reformiert. Danach begann der Verfall der Kirche, und ab 1731 fanden keine Gottesdienste mehr statt. Die endgültige Aufhebung des Stiftes erfolgte 1810.

Lage+

Die Stiftskirche Walbeck liegt in Sachsen-Anhalt, Deutschland, genauer in Walbeck, einem Stadtteil von Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde. Sie erhebt sich markant auf einem Kalksteinfelsen über dem Allertal.

Vor Ort+

Heute ist die Stiftskirche Walbeck eine beeindruckende Ruine, die als Kulturdenkmal in Sachsen-Anhalt geschützt ist. Obwohl Teile wie die nördliche Arkadenwand, die Mauern der Seitenschiffe, die Apsis und große Teile des Westwerkes fehlen, sind die erhaltenen Strukturen von großer historischer Bedeutung. Seit 1934 wurden systematische Forschungen und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, um den Verfall aufzuhalten und die Grabtumba Lothars II. zu bergen, die heute in der Ortskirche von Walbeck ausgestellt ist.

In der Naehe+
  • Burgruine Weferlingen (Burg, 3925 m)
  • Schloss Bartensleben (Schloss, 5044 m)
  • Kloster Mariental (Sakralbau, 5811 m)
  • Kloster St. Ludgeri (Sakralbau, 6902 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Máel Milscothach / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.2786, 11.0697