Privatbesitz
Steinsches Schloss

Das Stein'sche Schloss ist ein Schloss in der Gemeinde Barchfeld im Wartburgkreis. Es befindet sich auf dem Grundstück Schlossweg 5 am Westrand der historischen Ortslage und erhebt sich auf dem Gelände der ehemaligen Wasserburg in der Talaue der Werra. Das Schloss ist eine Ruine und geschütztes Baudenkmal. Es wurde von der Gemeinde erworben und soll saniert werden.
Das Stein'sche Schloss war Sitz der in Barchfeld ansässigen Familie Stein-Liebenstein zu Barchfeld, die den Ort bis 1387 als Lehen der Grafen von Henneberg und alleinige Gerichtsherren in Besitz hatten. Das Schloss wurde 1571–1581 auf Veranlassung von Georg Ernst von Stein am Burggraben und auf den Resten einer im Jahre 1387 erstmals erwähnten Wasserburg erbaut. Dort hatte zuvor bereits ein Wohngebäude der Stein'schen Familie gestanden, das ein dreigeschossiger im Grundriss quadratischer Steinbau war und von Bauhistorikern wegen der 2,55 m starken Mauern als Stumpf eines Wehrturmes gedeutet wird. Ein als Ökonomiegebäude genutzter Teil des Vorgängerbaus überdauerte bis um 1790.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stein'schen Schloss entstand im Auftrag des neuen Landesherren zwischen 1690 und 1732 das Schloss Wilhelmsburg als ein im Grundriss dreiflügeliges Barockschloss, das ab 1721 Residenz der Landgrafen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld wurde.
Um dieser Aufwertung des Ortes zu entsprechen, entschloss sich der damalige Schlossbesitzer Daniel Raban von Stein, an der Nordfassade seines Schlosses, die dem Ort Barchfeld zugewandt ist, eine große Freitreppe mit Steingeländer anbringen zu lassen. Sie ersetzte den zuvor an gleicher Stelle benutzten Treppenturm. Im Jahr 1768 erfolgte eine nochmalige Vergrößerung der Schlossanlage durch die Anfügung von Seitenflügeln. Dieser Anbau hatte den Zweck, die nun durch das südlich vorgelagerte landgräfliche Schloss dauerhaft verschatteten Repräsentationsräume und Säle zu verlagern. Insgesamt hatte das Schloss über 30 beheizbare Räume. Der sich bis fast ans Werraufer erstreckende Schlosspark besaß den Charakter eines Landschaftsparkes und nutzte eine Gruppe alter Baumveteranen am Werraufer als Kulisse.
Die aus weichem Sandstein errichtete Bausubstanz des Stein'schen Schlosses musste 1840 einer grundhaften Sanierung unterzogen werden. Dabei wurde ein in Vergessenheit geratener Wappenstein in der verputzten Fassade freigelegt, der dem Erbauer Georg Ernst von Stein und seiner Gattin Anna (aus der Familie Hundt von Wenckheim) zugeordnet wurde. Dieser Wappenstein wurde in der Folgezeit mehrfach versetzt. Ein zweiter Wappenstein verweist auf Raban von Stein und dessen Gattin Sophie Dorothea von Webern.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Schlosses gehört eine im Kellerverlies entdeckte Anzahl von Ritzfiguren, die wohl als Zeitvertreib von dort eingekerkerten Häftlingen eingeritzt wurden.
Heutiger Zustand+
Das Schloss ist heute eine Ruine mit ungesicherten dunklen Fensterhöhlen. Der Verfall setzte bereits 1945 ein, als die damaligen Besitzer beider Schlösser den Ort Barchfeld fluchtartig verließen und später enteignet wurden.
Mit Mitteln eines Notsicherungsprogramms wurde 1994 das Dachgeschoss provisorisch gesichert.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 50.8000, 10.2966