StadtbefestigungMainbernheim

Stadtbefestigung Mainbernheim

Stadtbefestigung Mainbernheim

Die Stadtbefestigung kann besichtigt werden

Befestigte Städte entstanden im Mittelalter vor allem an Plätzen, die für den Austausch von Waren besonders günstig lagen. Sie gingen zum Teil allmählich aus Märkten hervor, auf denen die Kaufleute ihren Handel abwickelten. Seit dem 12. Jahrhundert gründeten Könige und hohe Adlige auch ganz gezielt neue Märkte.

Eine wichtige Ost-West-Verbindung, die „Alte Reichsstraße“, führte durch Mainbernheim. Sie war eine Fernhandels- und Heerstraße von Nürnberg nach Frankfurt und die Fortsetzung der „Goldenen Straße“ von Prag nach Nürnberg. Zwei große Tortürme schützten die Eingänge. Bei Sonnenaufgang öffneten die Stadtknechte die Stadttore. Sie wachten den ganzen Tag an den Toren und auf den Wehrtürmen. Das Untere Tor oder das Obere Tor musste jeder Wagen, jeder Fußgänger, jeder Reiter passieren. Der fremde Handelsmann, der mit seinen Waren in die Stadt wollte, wurde hier angehalten und nach Waffen durchsucht. Diese mussten abgegeben werden. In der Stadt herrschte Frieden und Streitigkeiten wurden durch ein Gericht geklärt. Nachdem der Händler Zoll für seine Waren bezahlt hatte, durfte er sich in der Stadt aufhalten. Dicke, hohe Mauern boten den Bewohnern sowie den Reisenden Schutz und Sicherheit für ihre Waren und den Handel. Nachtwächter gingen mit Laternen durch die Gassen, um Diebe abzuschrecken. Die Vorrichtung für die Fallbrücke am Oberen Tor sowie die Halterungen der schweren Holztore, die am Abend geschlossen wurden, sind noch gut zu erkennen. Wer zu spät kam, musste in einer Herberge vor dem Tor übernachten. Auch unterwegs erhielten die Reisenden Schutz, z. B. übernahmen Mainbernheimer im Auftrag des Königs am höchsten Punkt der heutigen B 8 den Geleitschutz der Händler von den Kitzinger Bürgern. Für das sichere Geleit wurden die Begleiter bezahlt.

Erhalten ist das mittelalterliches Stadtbild mit der weitgehend intakten Stadtmauer, heute erkennbaren 18 Türmen und zwei Toren. Das in Richtung Kitzingen zeigende Untere Tor mit einer spitzbogigen Durchfahrt wurde um 1400 errichtet. Anfang 1600 erhielt es ein weiteres Stockwerk in Fachwerkbauweise. Beim erneuten Umbau ersetzten die Mainbernheimer die ehemalige Fallbrücke durch eine feste Brücke und ergänzten 1787 den zweigeschossigen Fachwerkbau mit Walmdach zum Torhaus. Hier wohnte der königliche Torwächter. In Richtung Nürnberg zeigt das Obere Tor. Es entstand zur gleichen Zeit auch mit spitzbogiger Durchfahrt. Die Rollschlitze für die Zugbrücke, die Halterungen der schweren Tore und der Balken zum Verschließen sowie eine Pechnase sind hier noch deutlich zu sehen. Der Umbau mit einem achtseitigen Aufsatz und Mansarddach durch Johann David Steingruber fand sein Ende 1765. Hier kann der Besucher von der Türmerwohnung aus den Blick auf Stadt und Umland genießen.

Die gesamte Ummauerung ruht auf Steinbögen. Auf diese Weise konnte Material gespart werden. Es gibt nur einige Fußgängerdurchbrüche und eine nachträgliche größere Öffnung der Ummauerung hinter der evangelischen Kirche. Bei der Neugestaltung des Kirchenvorplatzes im Jahr 2011 wurden der Mauerverlauf und Turmstandort im Boden festgehalten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Reinhold Schulz

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.7104, 10.2176