KircheChwarszczany (Quartschen)

St. Stanislaus Kirche

St. Stanislaus Kirche

Die Kirche kann besichtigt werden

Die Kirche steht in Chwarszczany (deutsch Quartschen), einem Dorf in der Gemeinde Boleszkowice im Powiat Myśliborski, Woiwodschaft Westpommern, Polen. Sie liegt am Fluss Myśla (Mietzel), etwa elf Kilometer von Kostrzyn (Küstrin) entfernt.

1232 schenkte Herzog Władysław Odonic von Großpolen dem Templerorden das Dorf samt 1000 Hufen Land. Ziel war die Erschließung und Besiedlung des Gebiets, zugleich sollten die Templer als Puffer zwischen den rivalisierenden Mächten der Grenzregion wirken. Weitere Schenkungen, unter anderem von Herzog Barnim I. von Pommern, ließen den Besitz wachsen: 1261 gehörten bereits elf Dörfer dazu. Eine erste Kirche entstand wohl bald nach der Schenkung. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann der Bau der heutigen Backsteinkirche über einem Feldsteinsockel, die der Bischof von Lebus 1280 Allerheiligen weihte.

In den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts stieg Quartschen zu einer der bedeutendsten Templerniederlassungen in Osteuropa auf. 1286 trat hier Markgraf Otto VI. von Brandenburg in den Orden ein. Ab 1291 residierte in Quartschen Bernhard von Eberstein, der Provinzmeister für Polen, Pommern und die Neumark.

Nach der Auflösung des Templerordens 1312 gingen die Güter 1318 an die Johanniter über. Sie bauten die Anlage aus und ließen im 15. Jahrhundert die gotischen Wandmalereien mit Heiligendarstellungen anbringen. 1540 wurde die Komturei auf Anweisung von Markgraf Johann von Küstrin nach Schivelbein (Świdwin) verlegt, und in Quartschen entstand ein markgräfliches Vorwerk, das bis 1945 bestand. Im 18. Jahrhundert wurden alle übrigen Gebäude der Komturei abgerissen, nur die Kirche blieb erhalten. Im 19. Jahrhundert wurden die Fenster des Langhauses rekonstruiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zu Polen. Eine Legende erzählt, die Templer hätten in der Nähe einen Schatz samt dem Heiligen Gral versenkt.

Die Kirche gilt heute als das besterhaltene Bauwerk der Templer in Polen und wurde 2001 in die Liste der 100 bedeutendsten Baudenkmäler des Landes aufgenommen. Sie wird als katholische Kirche genutzt. Seit 2004 finden archäologische Grabungen statt, und neben der Kirche entstand ein Templermuseum. Das Gelände der ehemaligen Komturei ist seit 2005 als Kulturpark Chwarszczany geschützt.

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Bild: Foto: Jörg Heldt (Community)

Lage: 52.6877, 14.6420