KlosterMainz

St.Gangolf

St.Gangolf

Archäologische Reste

Das ehemalige Kollegiatstift St. Gangolf in Mainz, Rheinland-Pfalz, war eine bedeutende geistliche Einrichtung, deren Ursprünge bis ins Frühmittelalter zurückreichen. Es zeichnete sich durch seine enge Verbindung zu den Erzbischöfen von Trier und später Mainz aus und spielte eine Rolle in der Entwicklung der Stadt.

Geschichte+

Nach den Überwindung der Normanneneinfälle im frühen Mittelalter wurde das Kollegiatstift St. Gangolf im nördlichen, ummauerten Bereich von Mainz nahe der Mündung des Zeybachs in den Rhein gegründet. Der Mainzer Dompropst Theoderich, der später Erzbischof von Trier wurde, stiftete die Anlage. Eine Urkunde Ottos I. vom 29. Mai 961 belegt Theoderichs Rolle als Dompropst und die Übertragung von Gütern im Nahegau, die er zur Ausstattung des Stifts nutzte. Die Kirche und die zugehörigen Gebäude wurden für zwölf Stiftsherren errichtet. Bis ins Hochmittelalter befand sich das Stift im Privatbesitz der jeweiligen Bischöfe von Trier. Theoderich, der auch eine Gangolfkirche in Trier errichten ließ, verstarb 977 in Mainz und wurde in St. Gangolf beigesetzt. Im Jahr 1570 ging das Stift in den Besitz des Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg über. Dieser ließ es zwischen 1575 und 1581 durch den Mainzer Dombaumeister Georg Robin im Renaissancestil zu einer Schlosskapelle der Festungsanlage Martinsburg umgestalten. Die dreischiffige Hallenkirche mit Emporengalerie und hohen Maßwerkfenstern beherbergte ein reich verziertes Chorgestühl, das später in den Mainzer Dom überführt wurde. Der Dechant von St. Gangolf hatte seit 1436 das Amt eines Konservators der Deutschordensprivilegien inne. Während der Belagerung von Mainz im Jahr 1793 wurde die St.-Gangolf-Kirche schwer beschädigt und fiel später der französischen Stadtplanung zum Opfer.

Lage+

Das ehemalige Kloster St. Gangolf befand sich in der Stadt Mainz, die im Bundesland Rheinland-Pfalz in Deutschland liegt. Es war im nördlichen Bereich des ummauerten Stadtgebiets angesiedelt, nahe der Einmündung des Zeybachs in den Rhein.

Vor Ort+

Heute sind von der ehemaligen Klosteranlage St. Gangolf nur noch archäologische Reste vorhanden. Bei Umbauarbeiten am Deutschhaus im Jahr 2017 wurden Funde gemacht, die den Verlauf der römischen Stadtmauer belegten und Reste der ehemaligen Kirche St. Gangolf zutage förderten.

In der Naehe+
  • Palais Deutschordenshaus (Residenz, 81 m entfernt)
  • Kurfürstliches Schloss (Schloss, 86 m entfernt)
  • Palais Eltzer Höfe (Residenz, 317 m entfernt)
  • Palais Dienheimer Hof (Residenz, 350 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Dionis Wasserburg / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.0060, 8.2712