Kathedrale/DomMünster

Schwesternhaus Mariental, genannt Niesing, Münster

Schwesternhaus Mariental, genannt Niesing, Münster

Kathedrale

Das Schwesternhaus Mariental, auch bekannt als Niesing, war ein bedeutendes Frauenkloster in Münster, Nordrhein-Westfalen. Es zeichnete sich durch seine lange Geschichte und seine Rolle in der Stadtentwicklung aus, insbesondere während der Reformation und des Täuferreichs. Heute ist es eine Kathedrale.

Geschichte+

Die Gründung des Klosters erfolgte im Jahr 1444 durch Schwestern vom Gemeinsamen Leben, die aus Schüttorf kamen. Ursprünglich im Kirchspiel St. Ludgeri angesiedelt, war die erste Stätte bald zu klein. Eine Erbschaft ermöglichte den Erwerb eines neuen Geländes nahe St. Servatii, wo zwischen 1451 und 1458 die eigentlichen Klostergebäude und die Kirche errichtet wurden. Die Gemeinschaft folgte der Augustinusregel, und ihre Verfassung wurde 1463/67 festgelegt. Das Kloster erlebte einen raschen Aufschwung und zählte Ende des 15. Jahrhunderts 99 Schwestern. Es war auch an der Gründung des Klosters Agnetenberg in Dülmen beteiligt. Die erste Blütezeit endete jedoch mit der Pest in den Jahren 1506/07. Während der Reformation und des Täuferreichs geriet das Kloster in Konflikt mit den städtischen Zünften wegen seiner Webereien. Im Jahr 1525 drohte ein Bürgeraufstand, und 1534 forderten die Täufer die Taufe und Aufgabe des Klosters. Die Schwestern weigerten sich, mussten Münster verlassen, und die Kunstwerke des Klosters wurden Opfer von Bildersturm und Plünderungen. Nach dem Ende des Täuferreichs kehrten die Schwestern zurück und bauten das Kloster bis 1540 wieder auf. Nach einer Phase des Verfalls um 1600 erlebte das Kloster eine erneute Blütezeit, und der Konvent umfasste um 1710 wieder 43 Schwestern. Die Gebäude wurden 1635 im Barockstil neu errichtet, und später wurden ein Krankenflügel (1729) sowie ein weiterer Flügel mit einer Mädchenschule (1786) hinzugefügt. Die Säkularisation führte 1810 zur Aufhebung des Klosters, nachdem bereits 1794 Teile militärisch beschlagnahmt und 1803 die Aufnahme von Novizinnen verboten worden war. Die Gebäude dienten ab 1820 als Wohnungen für das preußische Militär, und der Turm der Klosterkirche wurde 1822 abgerissen.

Lage+

Das Schwesternhaus Mariental befindet sich in der Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, auf einer Höhe von etwa 67 Metern über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Die ehemaligen Klostergebäude wurden 1905 neu geweiht und werden heute als Kathedrale genutzt.

In der Naehe+
  • Palais Erbdrostenhof (Residenz, 73 m entfernt)
  • Beverfoerder Hof (Residenz, 500 m entfernt)
  • St.-Paulus-Dom (Sakralbau, 568 m entfernt)
  • Kettelersche Kurie (Residenz, 637 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Albert Ludorff (1848-1917) / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.9602, 7.6324