SchlossWollershausen

Schloss Wollershausen

Schloss Wollershausen

Leerstehend

Im Jahre 1398 bedankte sich Herzog Friedrich von Grubenhagen beim Ritter Hans von Minnigerode für die siegreiche Wahrung der herzöglichen Interessen bei einer Erbfehde mit einem Lehen auf Wollershausen. Die Herren von Minnigerode haben über lange Zeit das Dorf von ihrem Sitz, der Burg Allerburg bei Bockelnhagen (13 km südöstlich von Wollershausen, 1525 im Bauernkrieg zerstört), aus verwaltet und bewirtschaften lassen. Wenn sie sich in Wollershausen aufhielten, haben sie wahrscheinlich das im frühen 13. Jahrhundert von den Rittern von Woldershusen errichtete Herrenhaus genutzt. Dieser in der Rhumeniederung gelegene Adelshof brannte jedoch später nieder.

Johann von Minnigerode (1556–1611), der 1601 alleiniger Besitzer des gesamten Rittergutes wurde, war der erste Gutsherr, der auch dauernd in Wollershausen lebte. Er ließ 1603 ein neues stattliches Herrenhaus errichten. Es war von einem breiten Wassergraben umgeben, über welchen eine Zugbrücke zum Schloss führte. Das obere Geschoss war im Gegensatz zum steinernen Erdgeschoss in Fachwerk ausgeführt und hatte im Südflügel drei Erker mit Zwiebeltürmchen.

Der erwähnte Johann von Minnigerode vermählte sich am 16. Juli 1604 mit Dorothea von Hanstein, die ein beträchtliches Vermögen mit in die Ehe brachte und so die Bauvorhaben ihres Mannes tatkräftig unterstützen konnte. So ließ Johann die St. Marienkirche umbauen und 1605 das Pfarrhaus bauen. Die Wollershäuser Kirche verdankt der großzügigen Dame außerdem einige ihrer schönsten Schätze.

Nachdem Johann im Jahr 1611 starb, bewohnten seine Frau Dorothea und ihre drei Kinder den Herrensitz noch bis zum Jahre 1627. Dann flohen sie vor den Wirren des Dreißigjährigen Krieges nach Osterode. Wollershausen hatte mehr als andere Orte der Gegend unter dem Krieg zu leiden. Katholische Kräfte (einfallende Streifreiter und Bauern aus dem benachbarten Eichsfeld) hatten sich insbesondere in den letzten Wochen der Kampfhandlungen des Dorfes bemächtigt, Vieh und Anderes gestohlen und die evangelischen Einwohner erpresst, erschossen oder unbarmherzig gequält. Schließlich stand das teilweise in Schutt und Asche gelegte Dorf leer und Ackerbau und Viehzucht lagen danieder. In den folgenden Jahren begann mit der Unterstützung der Osteroder Regierung der Wiederaufbau des schwer geschädigten Dorfes. Im Jahre 1647, nach dem Tod seiner Mutter Dorothea und seiner Geschwister, kehrte Hans von Minnigerode als Erbe des Wollershäuser Besitzes in das Dorf zurück und leitet dort nach einer erneuten mehrjährigen Abwesenheit ab 1666 eine Phase des Wiederaufbaus ein. Als Hans von Minnigerode im Jahr 1676 verstarb und sein Sohn Georg Friedrich (1650–1677) ihm im Alter von nur 27 Jahren im Jahr 1677 folgte, starb nach fast 300-jähriger Kontinuität die direkte Erbfolge des Geschlechts aus.

Nach einem langwierigen Erbprozess (21 Jahre) erwarb Ludwig von Minnigerode (1685–1748), ein Urenkel des Bruders von Johann von Minnigerode (Hans Caspar von Minnigerode 1560–1602), durch Vergleich mit der Gegenpartei (Familie derer von Schlitz genannt von Görtz) die Wollershäuser Besitzungen.

In der Zwischenzeit scheint das Schloss stark verfallen zu sein, sodass der neue Besitzer den alten Rittersitz, der auf Höhe der heutigen Hauptstraße lag, abtragen ließ. Etwas weiter südlich erbaute Ludwig von Minnigerode anstelle dessen in den Jahren 1732–1735 das heutige Wasserschloss in sumpfigen Gelände. Zur Stabilisierung des Untergrundes wurden dort große Holzstämme eingebracht, wodurch der Neubau enorme Kosten verursachte.

Dieses Wasserschloss in seiner schlichten Schönheit und Eleganz überstand nahezu unbeschadet die folgenden Jahrhunderte, es überdauerte den Fortzug des Minnigeröder Geschlechts im Jahre 1932 und den Übergang seiner Ländereien und Besitzungen in andere Hände, sodass es sich noch heute in seiner ursprünglichen imposanten Wirkung präsentiert.

Nachdem die Gebäude jahrelang von einer Jugendhilfeeinrichtung genutzt wurden, steht das Schloss mittlerweile zum größten Teil leer und wird zum Verkauf angeboten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.5957, 10.2557