Hotel
Schloss Wolfsbrunn
Schloss Wolfsbrunn ist die eingebürgerte Bezeichnung für ein repräsentatives Hotelgebäude im Hartensteiner Ortsteil Stein im Süden des Landkreises Zwickau in Sachsen. Es entstand ab 1911 als Villa eines wohlhabenden Bergbauunternehmers. Seit 1997 befindet es sich im Besitz der Gebrüder Leonhardt (Leonhardt Group).
Die Schlossanlage wurde in den Jahren 1911–1913 im Poppenwald unweit der Burg Stein und in der Nähe des Flusses Zwickauer Mulde als Anwesen des Großindustriellen und Bergbauunternehmers Dr. Karl Georg Wolf errichtet. Die Pläne für den Jugendstilbau stammen von dem Münchner Baumeister Emanuel von Seidl. Die Innenausstattung, teilweise noch im Originalzustand vorhanden, erfolgte durch bekannte Münchner Künstler. Die Luxusvilla mit dem L-förmigen Grundriss ist von einer 6 ha großen Parkanlage umgeben. Hier befinden sich mehrere gut gepflegte Rasenflächen und ein aus rotem Sandstein gefertigter Wolf an einem Brunnen, womit der Name des Anwesens künstlerisch gestaltet wurde.
1934 verstarb der Besitzer und die Immobilie wurde kommunales Eigentum. Danach, in der Zeit des Nationalsozialismus diente die Anlage als Jugendherberge, Reichsführerinnenschule, Offizierslazarett und Quartier eines Stabes der deutschen Wehrmacht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wies man zunächst Umsiedler in die Räumlichkeiten ein, bis das Schloss nach Gründung der DDR als Bezirksjugendschule der FDJ diente. Später wurden hier Pionierleiter geschult, die durch zusätzlichen Unterricht im Fach Pädagogik auch als Unterstufenlehrer qualifiziert wurden.
Nach der Wende blieb es einige Jahre ungenutzt. 1997 kauften die Gebrüder Uwe, Helge und Karl-Ludwig Leonhardt als Gebrüder Leonhardt GbR das Schloss von der Stadt Hartenstein. Mit einer Investitionssumme von 10 Millionen Mark ließen sie es als Hotel mit Naturpark ausbauen, es dient seither auch als Musterpark des Freistaates Sachsen. Am 1. März 1999 eröffnete es als Schlosshotel Wolfsbrunn. Die zwischen 1997 und der Wiedereröffnung als Hotel vorgenommenen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten umfassten unter anderem die Erneuerung der Fassadenanstriche. Dafür setzte eine Zschorlauer Malerfirma hochwertige Silikon-Fassadenfarbe ein und führte Stuckrestaurierungen und Wandbeschichtungen im Restaurantraum aus. Zunächst besaß die Einrichtung zwei Restaurantbereiche, ein mit 14 Gault-Millau-Punkten bewertetes Gourmetrestaurant und das Restaurant Georg Wolf.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die Schloss-Anlage noch einmal umgebaut und firmiert seit 2010 als Gästehaus mit gehobenem Standard. Es werden 30 Mitarbeiter, darunter bis zu fünf Auszubildende, beschäftigt.
Baubeschreibung+
Die Anlage besteht aus zwei im rechten Winkel aneinander gebauten Gebäuden, deren jeweilige Hauptfassade nach Nordosten beziehungsweise nach Südosten ausgerichtet und 42 Meter beziehungsweise 25 Meter lang sind. Ein Teil des Sockelgeschosses ist mit Platten aus rotem Sandstein verkleidet, Fensterlaibungen und Erker sind ebenfalls mit diesem Material geschmückt. Eine Kartusche über dem Haupteingang verkündet:
„Dem Frieden und der Freude, der Familie und ihren Freunden baute dieses Haus durch Emanuel v. Seidl 1911–1912 Karl Georg Wolf.“
Im Herrenzimmer hängen Ludwig von Herterichs gemalte Porträts berühmter Persönlichkeiten wie Goethe, Mozart, Beethoven oder Richard Wagner. Das Deckengemälde im „Blauen Salon“ stellt die 12 Tierkreiszeichen dar.
Ausstattung und Nutzung+
Das Hotel verfügt über drei Suiten, 19 Doppelzimmer sowie zwei Einzelzimmer, in denen einige Möbel aus der Bauzeit vorhanden sind. Hinzugekommen sind Technik und Sanitärausstattungen. Seit den Umbauarbeiten von 2010 tritt das Feinschmeckerrestaurant unter dem Namen „Pavillon“ auf. Der Dresdner Chefkoch Henry Kreher kreiert eine an der Region orientierte Küche, die im Varta-Restaurantführer mit drei Diamanten ausgezeichnet wurde. Einige Räumlichkeiten wurden mit Konferenztechnik als Tagungsräume für 6 bis 50 Personen gestaltet. Außerdem gibt es eine Hotelbar, ein Fitness- und Wellnessbereich sowie in den Außenanlagen einen Tennisplatz. Die Besitzer organisieren auch Sommerfeste, zu denen Musik- und Trachtengruppen auftreten.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.6496, 12.6607