SchlossWörth an der Isar

Schloss Wörth

Schloss Wörth

Privatbesitz

Schon seit mehr als 200 Jahren ist die Geschichte von Wörth/Isar eng mit der Entwicklung von Schloß Wörth verbunden. So kaufte Kurfürst Max III. Josef den damals aus Taferne - die erstmals 1486 urkundlich erwähnt wurde- Bräuhaus, Schmiede und Grundstücken bestehenden Komplex, um ihn unter der Regie der kurfürstlichen Hofkammer in München zwischen 1769 und 1771 neu zu erbauen.

Die Bedeutung der Brauerei für die Gemeinde kommt auch im Wappen zum Ausdruck, auf dem ein silberner Braubottich mit goldener Schöpfe und goldener Malzschaufel, sowie ein silberner Äbtissinnenstab abgebildet sind.

Laut Gutachten des Denkmalamtes stellt das Brauereigebäude in Wörth “als eines der wenigen kurfürstlichen Weißen Bräuhäuser und als Sitz eines kurfürstlichen Hofmarkgerichtes von 1796 bis 1803 ein bedeutendes Baudenkmal” dar.

Seit 1929 befindet sich das Objekt im Besitz der Familie Kell. Schloßbrauerei und Mälzerei wurden von Georg Kell bis 1973 bzw. 1980 betrieben, wozu schon damals umfangreiche Modernisierungsarbeiten nötig waren.

Mit der Gründung der Gesellschaft “Grundstücksverwaltung Schloß Wörth” im Jahr 1986 bemüht sich die nächste Generation der Familien Adam, Dandorfer, Hoepner und Kell mit Unterstützung ihrer Mutter Therese Kell, die historisch bedeutenden Gebäude zu erhalten und einem zeitgemäßen Nutzen zuzuführen.

Der neu gestaltete Gebäudekomplex im Zentrum von Wörth liegt in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Die abgeschlossenen Baumaßnahmen werten den Ortskern sicherlich nicht nur in baulicher Hinsicht auf, sondern macht die Gemeinde durch die neuen und erweiterten Gewerbe noch attraktiver und bietet eine interessante Alternative zu geschichtslosen Neubauten auf der grünen Wiese.

Die Schlossbesitzer

Der ganze Bezirk war ursprünglich kurfürstliches Besitztum. Der Bayerische Kurfürst Max Emanuel war es auch, der am Anfang des siebzehnten Jahrhunderts das heutige Schloß und die Brauerei zu bauen begann. Allerdings hatte er damals weder die Absicht, ein Schloß noch eine Brauerei zu errichten, sondern das heutige Schloß sollte ein Kloster und die Brauerei eine Kirche werden.

Schon mancher mag sich über die Kirchenfenster in unserer Brauerei gewundert haben. Die Wirren des 30-jährigen Krieges machten diesen Plan zunichte. Später hat man das Schloss und die Brauerei daraus gemacht und zwar war es damals die erste Weißbierbrauerei Niederbayerns.

Zweihundert Jahre befand sich der Ort dann im Besitz derer von Egger, und auch heute noch gibt es im ältesten Teil unserer Kirche einen Grabstein von Thomas Egger, der dort 1727 beigesetzt wurde. Seine und die sterblichen Überreste seiner Familie befinden sich noch heute unter diesem Stein. 1823 ging der Besitz an einen Herrn von Heffels  über. Dieser war es auch,  der die erste Schule  in Wörth erbaute. Bis dahin waren die Wörther Kinder nach Postau in die Schule gegangen.

Herr von Heffels war Zeit seines Lebens Junggeselle, weil er wie er gesagt haben soll, keine Frau ernähren konnte. Höchstwahrscheinlich war er es auch, der  den enormen Bau des noch heute von der Brauerei  voll benutzten Eis - und Bierkellers durchführte,  der , tief in die Erde hineingebaut , mit Erde zugedeckt und mit Bäumen bepflanzt als bewaldeter Hügel nur an dem Eingang von außen her zu erkennen ist. Vorher hatte man zur Bierlagerung einen Keller benutzt, der  jenseits der  Isar stand. Die Grundmauern sind heute noch zu sehen.

Hier gab es noch bis vor 50 Jahren einen Bierausschank, an dem man sich im Sommer nach einem Spaziergang an der Isar gerne im kühlen Bergesschatten mit einer frischen Maß erquickte. Übrigens hat oberhalb dieses Kellers auf dem Berg vor 100 Jahren noch ein Jägerhaus gestanden, in dem die Jäger wohnten, die die ausgedehnten, zu Wörth gehörigen Waldungen, verwalteten. Von ihm ist heute keine Spur mehr zu finden.

1885. kam das Gut in den Besitz eines Rittmeisters Schüler, von dem es Baron Nagel 1893 kaufte und es 1929 an den Vater der heutige Besitzers - Kell - weiterverkaufte. 1895 ist das jetzige Schulehaus erbaut, dass natürlich den heutigen Anforderungen lange nicht mehr genügt.

In dieser Zeit, in der der große Besitz mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, war er durch verschiedene Verkäufe stark verkleinert und zerstückelt worden, wodurch dann die heutigen Bauernhöfe entstanden sind. Auch der 500 Tagwerk großeKröninger Forst, der sich von Oberaichbach nach Reichelkofen hinaufzieht, und früher zum Schlossgut gehörte, ging damals in den Besitz des Kronprinz Ruprecht über, der ihn heute noch besitzt.

Außer der Alten Schlossschänke, gab es vor der Jahrhundertwende an Wirtschaftsbetrieben wohl nur noch die alte Dorfschmiede. Allerdings befand sie sich damals im Wohngebäude des heutigen Schmidemeisters Zeiller. Sie hat sich bis auf den heutigen Tag die alte Romantik einer Dorfschmiede mit Blasebalg und offenen Feuer bewahrt. Hier wurden die Zugtiere beschlagen, das glühende Eisen mit dem Handhammer bearbeitet und - was es heute nur noch sehr selten gibt - hier wurden noch schmiedeeiserne Handarbeiten von dem jungen Schmiedemeister gefertigt, wie z. B.  die Eisengitter, in der sich schwarze eiserne Rose ranken, an einigen Wörther Haustüren.

Hauptsächlich nach dem Ersten Weltkrieg begann sich Wörth rasch zu vergrößern. Erst damals entstanden hier die heutigen großen Betriebe, wie das Sägewerk, die Molkerei - sie befand sich in einem Teil des heutigen Landwirtschaftlichen Lagerhauses, das Lagerhaus selbst ist schon 1912 erbaut worden (allerdings war es damals noch sehr klein, den modernen Großbetrieb, wir heute dasteht, hat erst der jetzige Besitzer gemacht) - die erste Bäckerei, das erste Badergeschäft, die Metzgerei und die Autoreparaturwerkstätten.

Auch die Steinhäuser zieren erst seit dieser Zeit unser niederbayerisches Dorf. Zu erzählen wäre noch von der Wasserleitung, die vor vielen Jahren in Holzrohren ausschließlich zur Benutzung durch die Brauerei und den herrschaftlichen Schlosshaushalt von den Isarbergen über den Fluss gelegt wurde und die gewiß durch ihr reines Quellwasser zu dem guten Ruf des Schlossbrauereibieres - es ist längst auf Gerstenbier umgestellt - beigetragen hat. Leider wurde sie ein Opfer der sinnlosen Brückensprengungen kurz vor dem Einzug der Amerikaner. Vom Schlosspark sind die seltsamen Bäume zu erwähnen, die gewiss ein Befahrer fremder Länder einstmals hierher verpflanzt hat und die sich in dem etwas rauen Klima des Isartales erstaunlich wohl zu fühlen scheinen. Darunter sind einige, dessen Samen im Herbst in Schoten reifen, die länger und größer sind als unsere schönsten Stangenbohnen.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.6229, 12.3382