Privatbesitz
Schloss Weyer

Das Schloss Weyer ist ein Wasserschloss in der Gemeinde Kematen an der Krems im Bezirk Linz-Land.
Die ersten Erwähnungen des Schlosses gehen wahrscheinlich bis auf Karl den Großen zurück, der 791 und 802 eine Schenkung von Herzog Tassilo III. 777 an das Stift Kremsmünster bestätigt: Erwähnt ist die Gegend luibilinpach, eine Feste (wohl Burg Leombach) und der Sitz Weyer. Das Schloss war ursprünglich ein Klostergut (Zehenthof) von Stift Kremsmünster, das 1299 im Klosterurbar erstmals urkundlich erwähnt wird. 1319 gab das Stift den Hof als Lehen an Heinrich Raidt. 1500 war Hans Raidt Besitzer des damals vermutlich bereits bestehenden Wasserschlosses; auf ihn folgte sein Sohn Otto. Der Enkel Ulrich Raidt verkaufte 1557 Weyer mit dem bei Roitham gelegenen Schloss Au an der Traun an Balthasar Wiellinger. Christoph Wiellinger von Au und Hinterndobl verkaufte Weyer an den Steyrer Bürger Georg Fenzl (†1593). Sein Neffe Hans Fenzl ist durch die Heirat mit Potentia Händl von Ramersdorf auch Besitzer des Schlosses Piberbach geworden. Beide Besitzungen sind zu einem Fideikommiss miteinander vereinigt worden, so dass beide Besitztümer zeitweise ihre Geschichte teilten. Die vereinigte Herrschaft gelangte als Hochzeitsgut an den Grafen Siegmund Ka(t)zianer. Maria Beate Gräfin Kazianer heiratete 1707 Siegmund Hager von Allentsteig und St. Veit, der somit beide Besitztümer übernahm. Nach seinem Tod 1768 wurde Piberbach mit Weyer an Leopold Freiherr von Eiselsberg (Eyselsberg) verkauft. Bereits 1769 kaufte das Stift Kremsmünster wieder die Herrschaft Weyer, die aber 1811 an den Landesfürsten abgetreten werden musste.
1812 erwarb der 1844 geadelte Linzer Großkaufmann und Bankier Franz Planck von Planckburg (*1722, †1844) aus den sogenannten Religionsfondsgütern das Schloss Weyer. Das von seinem Schwiegervater geerbte Bankhaus „Scheibenpogens Eidam“ ging 1869 in der neugegründeten Oberbank AG (heute: Bank für Oberösterreich und Salzburg) auf. Nach seinem Tod gelangte der Besitz an seinen Sohn Karl (*1802, †1868) und dann an dessen Tochter Henriette (*1847, †1922), die das Schloss ihrem Neffen Karl Planck (*1869, †1945) vermachte. Nach dessen Tod folgten seine Neffen Robert (*1907) und Kurt (*1911) als jeweils hälftige Besitzer. Weyer blieb also lange Zeit im Besitz der Planck von Planckburg. Die letzten Besitzer aus der Familie Planck waren Alexander und Marion Planck, die das Schloss als Wohnung, Sitz ihrer Forstwirtschaft und als Architektur- und Raumplanungsbüro nutzten.
2010 wurde das Schloss von Franz Ömer, dem Gründer und Leiter der Unternehmensgruppe bet-at-home.com AG gekauft. Seit 2012 wird die Anlage einer kostspieligen Totalrenovierung unterzogen. Zu diesem Zweck ist auch der Teich großteils abgelassen und ein Betonbau mit Tiefgarage ist in den Teich eingebracht worden. Die Fassade wurde komplett erneuert. Das Gelände ist nunmehr mit einer hohen kahlen Betonmauer umgrenzt, so dass Einblicke nur begrenzt möglich sind.
Beschreibung+
Bis vor kurzem war das Schloss auf einer durch Piloten verstärkten Insel in einem von Bäumen beschatteten Teich gelegen, der von einem Nebenarm der Krems gespeist wird. Der Schlossbau ist dreigeschoßig und mit vier Türmen versehen. Drei davon sind aus dem Mauerwerk vorragende Rundtürme mit spitzen Turmhauben. An der Eingangsseite befindet sich links ein vierter, aus dem Mauerwerk herausspringender, viereckiger Turm mit einem Steildach. Unter dessen Putz sind Sgraffitoquaderungen zu erkennen. Bislang führte eine Holzbrücke zu dem Schloss. Dahinter befindet sich als Eingangshalle ein gewölbter Mittelflur. Rechts davon ist ein Einsäulenraum mit Kreuzrippengewölbe und einer steinernen Mittelsäule. Zwei Räume im ersten Stock besitzen noch die originalen Balkendecken. 1871 erfolgte eine neugotische Umgestaltung der Fassade mit einheitlichem Rieselputz (Rauputz mit grobem, rundem Korn). Das zweite Obergeschoß wurde im 19. Jahrhundert ebenfalls renoviert.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wasserschloss_Weyer.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.1124, 14.1942