Privatbesitz
Schloss Weyer

Schloss Weyer liegt im gleichnamigen Ortsteil von Gmunden am Traunsee in Oberösterreich (Carl Josef von Frey Gasse 27).
Das Gut Weyer wird 1446 erstmals als ein Lehen der Herrschaft Ort erwähnt. Das kleine Schloss wird von dem damaligen Lehensnehmer Abraham von Rohrbach 1596 erbaut, der zuvor das Bauerngut „am Weyer“ von Hektor Jagenreuter erworben hatte. Maximilian Hackelberger von Höhenberg und Arbesbach kaufte den Freisitz 1606 und ließ ihn von Mühlwang aus verwalten. Die nächsten Besitzer waren 1613 der Gmundner Bürger Leopold Pötsch und seine Hausfrau Margaretha, letztere verkaufte das Schlösschen nach dem Tod ihres Gatten an Sebastian Süß. Der nächste Käufer war Hans Chrauser. 1621 ging der Besitz an Forstmeister Hans Christoph Rottner. Dieser konnte 1624 von Kaiser Ferdinand II. wieder die adeligen Freiheiten erhalten, die durch den Verkauf an bürgerliche Besitzer verloren gegangen waren. 1627 musste Rottner seinen Besitz an den bayrischen Grafen Adam von Herberstorff verkaufen, dieser schenkte das Schlösschen dem Hans Christian Schmitzberger († 1637) als Rekompensation „wegen seiner 20jähr. treuen Dienste“. Nach dem Ableben des ohne Nachkommen gebliebenen Hans Christian verkaufte die Witwe Weyer 1651 an Dr. jur. Georg Scharl, Comes Palatinus. Dieser verkaufte bereits 1653 den ganzen Besitz an Johann Adam Spindler von Hofegg zu Waldbach († 1686). Spindlers Tochter Beatrix war mit Christoph Benedikt Hayden von Dorff auf Lindach verheiratet und an sie kam Weyer nach dem Tode ihres Vaters. Hayden vermählte sich nach dem Tode seiner ersten Frau (1707) mit Eleonora Hegenmüller von Dubenweiler (das Allianzwappen beider ist über der Sakristeitüre der Schlosskapelle angebracht). 1722 wurde das Schlösschen veräußert an die Grafen von Saalburg veräußert, 1723 an Josef Ortner, aber 1724 durch Carl Josef von Frey, Schwiegersohn des Christoph Benedikt von Hayden, zurückgekauft. 1738 wurde hier ein Knabenwaisenhaus eingerichtet (daher auch die Bezeichnung „Woaslhaus“ für Weyer), das 1755 dem Salzoberamt übergeben wurde. Der Gutsbestand wurde Lindach zugeschlagen.
Zwischen 1850 und 1870 war Schloss Weyer unter anderem im Besitz von John Armstrong, Esq. und dessen Familie, gefolgt von einem Ritter von Cerny. Anschliessend war in dem Schlösschen die Volksschule untergebracht, bis es der Kupferschmied August Hönig erwarb, Sohn des Mundartdichters Franz Hönig. Ab 1981 wurde eine grundlegende Sanierung des Schlösschens eingeleitet. Der jetzige Besitzer ist Herr Kommerzialrat Otto Schober.
Schloss Weyer heute+
Das Schloss ist eine von einer Mauer umschlossene, zweigeschossige, hakenförmige Schlossanlage aus dem 16. Jahrhundert mit einer freistehenden barocken Kapelle Unsere Liebe Frau. Die Kapelle war ursprünglich (1631) dem heiligen Benedikt geweiht, 1710 wurde sie neu eingeweiht. Sie besitzt ein Tonnengewölbe mit Stichkappen; der Akanthusrankenaltar ist aus dem Jahr 1696. Das Gebäude besteht aus einem längeren Süd- und einen kurzen Ostflügel und einer auch die Kapelle umschließenden Mauer. In dem Hof befindet sich ein alter Brunnen. Am Ostflügel befinden sich Sgraffitti, welche auf die früheren Besitzer von Weyer hinweisen. Im Südflügel ist ein kleiner aus dem 17. Jahrhundert stammender Saal mit Stuckdecke.
Das Schloss befindet sich im Privatbesitz. Die Eigentümer nutzen es zurzeit unter anderem als Galerie für Meißener Porzellan und Tafelsilber.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_Weyer_Gmunden.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.9144, 13.8117