SchlossNossen - Wendischbora

Schloss Wendischbora

Schloss Wendischbora

Leerstand

Wendischbora befand sich bereits 1301 im Besitz des Ritters Dietrich von Bora und wurde 1372 erstmals schriftlich als Rittersitz nachgewiesen. Der Rittersitz gelangte in der Mitte des 14. Jahrhunderts für lange Zeit an die Familie von Maltitz, wurde 1551 als Rittergut erwähnt und ging 1612 an die Familie von Schleinitz über. 1651 übernahm Heinrich von Ende das Rittergut Wendischbora, verstarb aber noch im gleichen Jahr. Das gleiche Schicksal ereilte Thim Albrecht Preuß, der das Rittergut 1664 erworben hatte und ebenfalls noch im selben Jahr starb. 1662 grassiert im Ort die Pest. Von 1733 bis 1760 besaß Heinrich August Preuß das Rittergut. Nachfolgebesitzer wurde die Familie von Bomsdorff, die Wendischbora 1800 an Heinrich Friedrich August von Röder verkaufte.

August Schumann nennt 1825 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Wendischbora betreffend u. a.:

„[...] gehört mit beiden Gerichten zum dasigen altschriftsässigen Rittergute, jetzt also dem preuß. Major Röder v. Bomsdorf. Es liegt am Wege von Siebenlehn nach Meissen, [...], in einer etwas hohen, jedoch nicht rauhen, dabei fruchtbaren, hügeligen und angenehmen Gegend, [...]. Der Ort hat, in 40 Häusern, wenig über 200 Bewohner, ein Wirthshaus, eine Pfarrkirche und Schule unter der Inspection Meissen (Zehrenschen Cirkels) und herrschaftlicher Collatur. [...] nach mehreren Nachrichten wäre hier ein Closter gewesen, welches sich jedoch wohl nur auf einen Altzellischen Closterhof, der vielleicht einem dortigen Canonicus zur Pfründe diente, reducirt. Man hält Wendischenbore für dasjenige Bore, welches 1071 ein vornehmer Wende, Namens Bor, dem Stifte Meissen überließ, und wo 1278 Heinrich der Erlauchte dem Closter Altzelle erlaubte, die alte Schmelzhütte beim Closterhofe wieder aufzurichten – ein Beweis für das hohe Alter des hiesigen, schon längst entschlafenen Bergbaues. [...] Zum Rittergut gehört das ¼ Stunde südlich entlegene Vorwerk, das Preußische Vorwerk nach seinem Gründer genannt, ferner das Dorf Mahlitzsch, wo ein Kalkofen besteht, und endlich Simselwitz, welches jedoch eigentlich ein Gericht für sich bildet [...]; hier übt auch das Rittergute die Collatur aus. [...] Auf dem Gute haften 1 ½ Ritterpferde, und es gehört zu den nutzbarsten der Gegend.“

1833 brannten Rittergut mit Schloss sowie die im Gelände befindliche Kirche nieder, letztere wurde bis 1834 an anderem Standort neu errichtet. 1835 gingen Rittergut und Schloss an Henriette Ernestine von Feilitzsch, die den Wiederaufbau veranlasste. Nach ihrem Tod 1851 ging der Besitz an die Familie von Wöhrmann, die noch 1890 als Besitzer aufgeführt war, übertragen.

1863 wütete ein Großfeuer im Ort, wovon 7 Gehöfte betroffen waren.

Friedrich Leo von Schwerdtner war der letzte Besitzer von Schloss Wendischbora. Er erwarb es 1930 und wurde 1945 durch die Kommunisten enteignet und vertrieben. Zu DDR-Zeiten diente das Schloss als Kindergarten und Wohnhaus. Heute steht es leer.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.0797, 13.3384