SchlossWeisendorf

Schloss Weisendorf

Schloss Weisendorf

Tagungszentrum der karmelitischen Säkularinstitut Notre Dame de Vie

Die Ritter von Berg (1288-1438) bauten in Weisendorf auf dem Gilgenberg östlich der heutigen Auracher Bergstraße einen steinernen und beheizbaren Wohnsitz („Kemenate“), der ab 1397 „Burg“ genannt wird. Im laufe der Zeit verarmten sie wie viele ihrer Standesgenossen und wurden zu Raubrittern. Der kaiserliche Landrichter aus Nürnberg zerstört daraufhin 1397 den Weisendorfer Wohnsitz derer von Berg. Das Geschlecht stirbt im Mannesstamme aus. Die Nichte des letzten Berg heiratet Arnold von Seckendorff.

Im ersten Markgrafenkrieg wird 1449 das Weisendorfer Schloss vom Nürnberger Feldhauptmann Reuß von Flauen erobert und niedergebrannt. Es kommt zu schweren Leiden für die Bevölkerung. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504/5 wird Balthasar von Seckendorff von Nürnberger Truppen bis Weisendorf verfolgt, der ganze Ort brennt mit Ausnahme der Kirche nieder. Sein Sohn Friedrich Joachim baut gemäß der damaligen Mode gegenüber dem Junkerngut ein befestigtes Wasserschloss.

Im zweiten Markgrafenkrieg plündern und brandschatzen 1552 erneut Nürnberger Soldaten den Seebachgrund und damit Weisendorf. Mitten im seit 1618 tobenden Dreißigjährigen Krieg kaufte der in schwedischen Diensten stehende fränkische Oberst und Befehlshaber in Franken, Wolf Dietrich Truchseß von Wetzhausen, das Schloss für seine italienische Geliebte und sich. 1632 übertrug er die Herrschaft seinem Bruder Philipp Albrecht. In diese Zeit fällt die Zerstörung des Ortes und vieler Dörfer ringsum. Die Gegend wurde teilweise menschenleer, in Weisendorf überlebten allerdings einige Einwohner den Krieg.

Major Martin Ballhorn vom Wrangeischen Leibregiment erwirbt das Rittergut Weisendorf und eignet sich Grund und Boden aus früherem Gemeindebesitz an. Er ist wie alle späteren Schlossbesitzer katholisch und beginnt mit der Rekatholisierung des Dorfes, was in den kommenden Zeiten zu einer gemischtkonfessionellen Bevölkerung mit heftigen Auseinandersetzungen führte. Unter Hans Georg Freiherr von Lauter, Amtmann des Bistums Bamberg in Höchstadt und Wachenroth, gehören jetzt zur Gutsherrschaft neben dem Schloss 29 Höfe, die Mühle, eine Brauerei, die Ziegelhütte und das Hirtenhaus. Dazu kommen zwei Güter in Schmiedelberg, zwei in Oberlindach und je eines in Sauerheim und Arnshöchstädt. In dieser Zeit entstand die Vorstadt, wo der Freiherr Handwerker und Tagelöhner - meist katholisch - ansiedelte.
Freiherr von Lauter lässt das Schloss in seiner bis heute erhaltenen Form neu erbauen. Als Vorbild diente Seehof bei Bamberg. 1723 übernehmen die Töchter Barbara von Brandenstein und Sybilla von Hanstein die Herrschaft. Sybillas Enkel Damian Joseph und Franz Maximilian von Langen können wegen ihres aufwändigen Lebenswandels das Gut nicht mehr halten und müssen verkaufen.

1761 -1784:
Der Geheime Rat, Kammerherr und Obrist-Leutnant Freiherr Philipp Wilhelm von Bibra erwirbt das Rittergut Weisendorf und lässt die katholische Schlosskapelle vergrößern. Während des Siebenjährigen Krieges rücken im Jahre 1762 800 preußische Soldaten auf ihrem Marsch nach Nürnberg in Weisendorf ein, plündern, nehmen alle Pferde mit und fordern 120 Taler.

Graf Rummerskirch aus Böhmen kauft Weisendorf, er füllt den Schlossweiher mit 400 Fuhren Sand auf - damit verliert der Bau seinen Charakter als Wasserschloss. Für die Bevölkerung beginnt nun wieder ein sehr tragischer und leidvoller Zeitabschnitt, in dem sich die Ereignisse überstürzen. Im Zuge des ersten Koalitionskrieges der europäischen Großmächte gegen das revolutionäre Frankreich rücken 1796 erstmals französische Truppen in Weisendorf ein. 1802 besetzen pfalz-bayerische Truppen das Hochstift Bamberg, welches im Reichsdeputationshauptschluss 1803 zu Bayern kommt. Das Amt Herzogenaurach und damit Weisendorf gelangen zu Preußen. Mit dessen Niederlage 1806 gegen Napoleon geraten die ehemaligen hohenzollerischen Markgrafentümer Ansbach und Bayreuth endgültig unter französische Verwaltung, ehe sie 1810 bayerisch werden. In dieser wechselvollen Zeit müssen die Einwohner immer wieder Kosten für Truppenein- quartierungen aufbringen, welche schließlich so hoch werden, dass die Weisendorfer noch über Jahrzehnte hinweg darunter zu leiden haben.

Gegen Ende der Napoleonischen Kriege erwirbt 1813 der österreichische und großherzoglich- toskanische Kämmerer Franz Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg das mittlerweile königlich bayerisch gewordene Lehensgut Weisendorf. Von 1825-1882 herrscht dessen Sohn Hermann über das Dorf. Im Zuge der Bauernaufstände im März 1848 in ganz Franken kommt es auch in Weisendorf zu tumultartigen Ausschreitungen, Hermann von Guttenberg flieht mit seiner Familie ins sichere Würzburg. Für die Einwohner bringt die Revolution das Ende der Abgaben und Frondienste, sowie die langersehnte Auflösung des hiesigen Patrimonialgerichts 1. KIasse.

1945 rücken die Amerikaner ohne nennenswerte Gegenwehr in den Marktflecken ein. Das Schloss wird als Truppenunterkunft beschlagnahmt. 1946-1948 werden die Flüchtlingen aus den Ostgebieten und dem Sudetenland im Schloss untergebracht.

1957 übereignet Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg das Schloss, welches sich in ruinösem Zustand befindet, dem karmelitischen Säkularinstitut Notre Dame de Vie. Die Angehörigen des Ordens beginnen mit der Renovierung des Gebäudekomplexes, welcher heute zum einen als Tagungsstätte, zum anderen als Ort der Zurückgezogenheit für die weltweit tätigen Schwestern dient.


Quelle Text: www.weisendorf.de

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

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