SchlossFischenich

Schloss Weilerhof (Fischenich)

Schloss Weilerhof (Fischenich)

Privatbesitz

Ganz an der Stadtgrenze zu Brühl-Vochem im Süden des Ortes liegt der bis zur Säkularisation abgabenfreie Weilerhof, der im Jahr 1802 mit Fischenich zur Bürgermeisterei Hürth kam.

Das Gelände des Hofes soll nach urkundlich belegten Funden schon zur Römerzeit besiedelt gewesen sein. Neben einer Anzahl von kleineren Gehöften (wahrscheinlich von Halfen bewirtschaftet) soll hier bereits zu Anfang des 14. Jahrhunderts das Herrenhaus des Gutsbesitzers „Godescalcus de Wilre“ gestanden haben.

Zu dieser Zeit (ab 1300) erwarben Kölner Kartäuser nach und nach große Ländereien und Waldstücke im Umfeld des Weilers. Von der Hofanlage, die spätestens 1407/08 ebenfalls im Besitz der Mönche war, wird berichtet, dass sie mehrmals zerstört, aber immer wieder aufgebaut wurde. Letztmals wird von einer Zerstörung im Mai 1586 durch truchsessische Truppen berichtet, denen zwei Jahre zuvor schon die Fischenicher Burg zum Opfer fiel. Im Jahr 1587 wurde der Weilerhof für 4298 Mark wieder aufgebaut.

Aus der Zeit um 1730 stammt ein etwa 5 Meter hohes Wegekreuz des Weilerhofes. Das wertvolle Kreuz steht unter einer Gruppe alter Linden an der Südseite der heutigen Hofanlage. In harmonischer Gliederung teilt sich das Kreuz in drei Bereiche:

Der Kreuzbalken mit dem durch Eisennägel befestigten Corpus des Gekreuzigten, dem mit einer Expositionsnische versehenen, prunkvoll mit einem stufigen Gesims abschließenden Mittelteil sowie dem auf einer verbreiterten Basis stehenden, mit seitlichen Voluten verzierten Sockel. Dieser trägt auf seiner Vorderseite eine Inschrift, die durch die Insignien der Kartäuser gekrönt wird.

Kurz vor der Säkularisation bewirtschafteten die Kartäuser von dort aus 284 Morgen Ackerland und neben dem zum Hof gehörenden Wald noch 12 Morgen Gemüsegärten.

Auch der neue Gutsherr des Hofes beteiligte sich an der Ausbeutung der Braunkohle am Vorgebirgshang. Die kleine Weilergrube wurde 1859 mit dem Feld Wilhelmsglück vom Hofherr Friedrich Wilhelm Bendleb konsolidiert, aber schon 1884 von Emil Sauer mit anderen umliegenden Feldern aufgekauft und zur Gewerkschaft Rheinland (später Ribbertwerke) zusammengefasst. 1914 wurden die Felder endlich von der Gewerkschaft Hürtherberg erworben und ausgekohlt.

Der heute bestehende Vierkanthof stammt von 1911. Vor einigen Jahren wurde der frühere Braubetrieb hier wieder aufgenommen. Der Weilerhof beherbergt heute eine der kleinsten Kölschbrauereien. Er wird von der Familie Bischoff betrieben, die sich auch bei der Zucht von Pferden engagiert. Ein Biergarten ist neuesten Datums (Bischoff Kölsch).

Das weitläufig von einer Mauer und Zäunen umgebene Anwesen ist nicht öffentlich zugängig. 1896 wurde das am Hang der Ville stehende, neugotische Herrenhaus aus Feldbrandziegeln errichtet und fand damals große Beachtung. In einem Park mit teilweise recht altem Baumbestand gelegen, erweckt es mit seinen Türmen und Zinnen den Eindruck eines kleinen Schlosses. Seine Zufahrt von der am Fuß des Hanges liegenden Bonnstraße hat das herrschaftliche Haus und die Gebäude des Weilerhofes durch eine dicht bestandene schmale Allee. Wie schon kurz nach Kriegsende 1945, als das Anwesen durch die damalige Besitzerin für etliche Jahre der Kölner Caritas zur Nutzung überlassen wurde (diese nutzte es als Altenpflegeheim), ist die Anlage auch heute verpachtet.

Die am Weilerbach liegenden Fischteiche wurden erst von den Kartäusern angelegt. Das Tälchen des weitgehend naturbelassenen Baches ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.8499, 6.8948