SchlossReichenau an der Rax

Schloss Wartholz

Schloss Wartholz

Privatbesitz

Die Villa Wartholz oder Schloss Wartholz ist eine ehemalige Kaiservilla in Reichenau an der Rax in Niederösterreich. Der Name leitet sich von einer in der Nähe befindlichen spätgotischen Lichtsäule aus der Zeit um 1500 her, die den Namen Wartkreuz trug. In der Villa findet seit 2008 jährlich der Literaturwettbewerb Wartholz statt.

Wartholz wurde von Heinrich Missong (1844–?), nach einem Entwurf von Heinrich Ferstel im historistischen Baustil, in den Jahren 1870 bis 1872 für Erzherzog Karl Ludwig gebaut. Der schlossartige Bau mit Türmen wurde weniger für Repräsentations- denn für Erholungszwecke geplant.

Karl Ludwig verbrachte auch schon vorher viel Zeit in dieser Gegend, die den Jagden des Kaiserhofes vorbehalten war. So stammte von ihm auch das Karl-Ludwig-Haus auf der Rax ganz in der Nähe.

Die Villa wurde so geplant, dass man einen Blick über das ganze Tal hatte. Es wurde aber rundherum als Sichtschutz ein Wald angelegt, sodass es im Endeffekt kaum eine weite Aussicht gab.

Da das Gebiet um Reichenau seit dem Bau der Südbahn zu einem beliebten Ausflugsgebiet der adeligen Gesellschaft wurde, trafen sich in der Villa Wartholz immer wieder Mitglieder der kaiserlichen Familie, sowie sonstige Mitglieder des Hochadels, Künstler und Wissenschaftler. So entstanden in der Nähe auch noch andere Palais, wie das Schloss Rothschild.

Die Villa benutzten auch Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita. Deren Sohn Otto von Habsburg (1912–2011) wurde in der Villa Wartholz geboren. Auch die Taufe und die Erstkommunion empfing er in der Kapelle, die sich in der Villa befand. Am 17. August 1917 hielt der Kaiser aus Anlass seines ersten Geburtstages inmitten des Weltkrieges in der Villa eine Zeremonie ab, in der er den Maria-Theresia-Orden an 24 Offiziere überreichte (vier Kommandeure, 20 Ritter), unter denen sich Erzherzog Josef, Kövess, Dankl, Arz, Wurm und Banfield befanden. Auch am 17. August 1918 fanden auf Wartholz die Promovierungen zum Maria-Theresia-Orden statt.

Da die Liegenschaft Privateigentum der Habsburger war, blieb sie von den Habsburger-Gesetzen unberührt. 1973 verkaufte Otto Habsburg das Anwesen (ohne Inventar) an das Land Niederösterreich, dieses verkaufte es aber bald weiter. 1982 erwarb ein Architekt die Villa, der plante, hier eine Kaiser Karl-Gedächtnisstätte einzurichten. Dieses Vorhaben erwies sich für den Betreiber jedoch als ökonomisch nicht realisierbar. Das Anwesen musste erneut verkauft werden. Es steht seit 2001 im Eigentum der Besitzer des benachbarten großen Garten- und Dekorcenters. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren umfassend restauriert.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reichenau_an_der_Rax_Villa_Wartholz_1900.jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.6985, 15.8262