SchlossVornbach

Schloss Vornbach

Schloss Vornbach

Privatbesitz

Das Schloss Vornbach liegt am Inn in der gleichnamigen Gemeinde Vornbach im niederbayerischen Landkreis Passau.

Es wird vermutet, dass das Schloss Vornbach auf Resten einer römischen Befestigungsanlage erbaut wurde, die zum Schutz des Verbindungsweges zwischen Juvavum (Salzburg) und Castra Batavia (Passau) angelegt wurde. Als erster Graf von Vornbach wird ein Tiemo I., Gaugraf im Rottachgau, im Jahre 985 genannt. 1040 übergab dieser seinem Sohn Heinrich (auch Hesso genannt) die Besitzungen Vornbach, Schärding und Suben. Tiemos Nichte Himiltrude gründete neben der Wallfahrtskirche „Maria am Sand“ in Vornbach auch ein Kollegiatstift. 1094 wurde durch Graf Ekbert I. von Formbach und seine Frau Mathilde vom Lambach sowie den Graf Ulrich von Windberg Vornbach als Kloster gegründet. Graf Eckbert II. von Neuburg und Vormbach geriet mit seinem Vetter Dietrich von Viechtenstein in einen Streit wegen der Burg in Vornbach; Dietrich unterschrieb aber letztendlich die Stiftungsurkunde des erneuerten Klosters als Graf von Vormbach (1120). Unter Vorbehalt der Beibehaltung des Grafentitels von Vormbach übergab Dietrich die Burg im Jahre 1127 an das Kloster, wonach beide Besitzungen vereinigt wurden. Von da an endet vorerst die Geschichte der Burg Vornbach bzw. diese ist bis zum 26. März 1803 die gleiche wie die des Klosters Vornbach.

Eine Aufschrift auf dem Schlossportalbogen lautet B A I F mit Jahreszahl 1638 und deutet auf einen Umbau des Klosters durch Benedikt I., Abt in Frombach, hin. Das Gebäude des Klosters und späteren Schlosses stammt im Wesentlichen aus der Zeit zwischen 1642 und 1685 und wurde unter Abt Benedikt Heppauer errichtet.

Nach der Säkularisation kamen Kloster bzw. nunmehr wieder Schloss und der Grundbesitz in den Besitz des Herrn Franz X. von Bachmaier, später an seinen Schwiegersohn Eduard Baron Adrian-Werburg. Von diesem ging der Besitz an Graf von Joner von Tettenweis über, der ihn mit Wirkung zum 30. September 1857 an Emil Baron von Schätzler veräußerte. Dieser ließ die Zimmer des Schlosses nach dem Renaissance-Hofstil herrichten und stattete die Salons mit Rüstzeug und Bildern neu aus. Unter Baron von Schätzler legte auch Carl von Effner 1859 den sehenswerten Park von Schloss Vornbach mit Felsengrotte und Weiher an. Eine Säule beim Eingang zum Park erinnert an Emil von Schätzler.

Gegenwart+

1939 erwarb Carl Ludwig Duisberg das Schlossgut von dem am 27. Dezember 1938 verstorbenen Baron Paul von Schätzler. Letzterer hatte sich als Fluchthelfer für österreichische Nationalsozialisten einen zweifelhaften Ruf erworben. Im Zweiten Weltkrieg diente das Kloster ab 1944 als Lazarett. 1949 wurde Hans Hahn neuer Schlossbesitzer, ihm folgte Gustav Adolf Hahn (bis 2011) nach. Bis heute gehört das Schloss der Familie Hahn-Schindlmaißer. Der Ostflügel ist im Besitz des Malers Arnulf Rainer. Zudem ist eine Reihe weiterer Mieter im Schloss zu finden. Das Schloss dient auch als Veranstaltungs- und Ausstellungsort.

Das Vornbacher Schlossparkfest wurde als Familienfest zum dritten Mal im Juli 2011 von der Vornbacher Feuerwehr veranstaltet, dabei ist der sonst nicht öffentlich zugängliche Schlosspark für Besucher geöffnet. Auch die „Lesung im Schloss“ des Kulturreferats im Landkreis in der Weihnachtszeit ist in der Zwischenzeit eine bekannte kulturelle Veranstaltung.

Im Schloss hat bzw. hatte eine Reihe von Künstlern ihr Atelier. So unterhielt Leopold Hafner von 1959 bis 1967 im alten Sudraum des Schlosses Vornbach sein Atelier. Fritz Klier zog 2006 in das Schloss und richtete ein Atelier mit Radierwerkstätte im Hofrichterhaus ein; bereits 1999 hatte er im Schloss die Ausstellung „Augenblick, Herr Goethe!“ im Rahmen der Europäischen Wochen veranstaltet. Auch der österreichische Künstler Arnulf Rainer lebte und arbeitete auf Schloss Vornbach. Die lokal bekannte Malerin Hilde Seyboth ist nicht nur in Vornbach geboren, sondern stellte 1996 im Rahmen der Europäischen Wochen Passau auf Schloss Vornbach aus. Tonie Meilhamer hat 1997 ebenfalls bei den Europäischen Wochen Passau auf Schloss Vornbach die Ausstellung „ROMANTIK“ durchgeführt, die bereits verstorbene Ika Büger veranstaltete 1986 auf dem Schloss eine Sommerakademie. Madeleine Heublein hatte 2000 hier ihre Ausstellung "Mnemosyne“. Weitere Ausstellungen wurden von den Malerinnen Hetty Krist 1969, Antje Wichtrey 1997 und Annette Lucks 2000 gestaltet.

Schloss und Park sind nicht öffentlich zugänglich. Es ist aber möglich, Führungen zu vereinbaren.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.4857, 13.4425