SchlossOelsnitz/Vogtl. - Voigtsberg

Schloss Voigtsberg

Schloss Voigtsberg

Museum

Schloss Voigtsberg (früher als Burg Voigtsberg bezeichnet) ist eine Höhenburg im Ortsteil Voigtsberg der Großen Kreisstadt Oelsnitz/Vogtl..

Der älteste Burgteil ist der Bergfried; ursprünglich 30 Meter hoch, ragt er heute nur noch mit 22 m in den Himmel. Der im Durchmesser 9,7 m breite Turm besitzt 3,3 m starke Mauern, ist zurzeit aber noch nicht wieder begehbar wegen eines vertikalen Risses in der Bausubstanz. In dem Gebäudeteil, der den Bergfried umgibt, befindet sich der Ritter- und Fürstensaal, an den sich die gotische Georgskapelle anschließt.

Ein originalgetreues Miniaturmodell der Burg befindet sich in der Miniaturschauanlage Klein-Vogtland in Adorf/Vogtl.

Mittelalter

Es wird vermutet, dass erste Teile der Burg schon um 1200 errichtet wurden. Der nachweisliche Altteil der Burg wurde zwischen 1232 und 1249 von den Vögten von Straßberg und Eberhard de Voitesberk (auch Eberhardus de Voitesberg) erbaut. Neben dem Bergfried bestand diese aus einem Palas (heute "Rittersaal", der älteste Teil der Kernburg), einer umfassenden Wehrmauer und einem Graben zur Sicherung der Anlage. Vogt Heinrich III. erweiterte nach 1300 die Burg mit Rundtürmen (Westturm, Südturm), Georgskapelle (um 1330). Als der Westturm hinzugefügt wurde, musste eines der zwei bis dahin bestehenden Abort-Nasen und ein nach Norden gerichtetes Fenster zugemauert werden. Eines der ursprünglichen Abort-Nasen ist rechts neben dem Westturm heute noch sichtbar.

Die Herrschaft der Vögte Straßberg dauerte bis 1320 an. 1327 ging die Burg in den Besitz der Vögte von Plauen über. 1356 fiel sie an den Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin. Um diese Zeit wurde der Burg der Ostflügel angebaut, wobei die Georgskapelle darin inkorporiert wurde. 1378 wurde die Burg zum Sitz eines kurfürstlichen Amtes. Bis zu dieser Zeit war der Palas freistehend, der Zugang ins Innere führte über eine Stiege bzw. Treppe über die Wehrmauer.

Renaissance/Barock

Im Verlauf der wettinischen Herrschaft wurde die Burg mit fünf Bastionen und ein Zwinger an der Angriffsseite ausgebaut, um den Fortschritten in der Waffentechnik (wie z.B. Kanonen) gerecht zu werden. 1505 wurde der Westflügel angebaut, der sich an die Nordseite des Palas und den Westturm anschloss. 1525 flüchteten viele Adlige der Umgebung aus Angst vor den Bauernunruhen im Vogtland auf die Burg. Im Kriegsjahr 1632 wurde sie von den kaiserlichen Truppen des Generals Heinrich von Holk völlig ausgeplündert und beim wiederholten Durchzug 1633 anschließend in Brand gesteckt.

Mit dem Umbau der mittelalterlichen Burganlage zum Schloss nach 1633 ging vieles an originaler Bausubstanz verloren; z.B. ist der Westflügel durch viele Reparaturen geprägt und enthält heute kaum Bausubstanz aus dem 16 Jh. Die freigelegten Deckenbalken von 1637 sind bemalt und jene Bemalung hat sich bis heute relativ vollständig erhalten. Ab 1647 befand sich der Bergamtssitz im Schloss. Der Fürstensaal des Obergeschosses (ab 1774) bestand ursprünglich aus zwei Räumen; der Hofstube im hinteren Drittel und dem "Großen Saal" - durch die Zusammenlegung dieser beiden Räumlichkeiten entstand der eigentliche Fürstensaal.

Neuzeit

Das Amt Voigtsberg hatte bis 1855 seinen Sitz auf der Burg, danach ging die regionale Verwaltung in die Amtshauptmannschaft Oelsnitz/Vogtl. über. Der letzte Amtmann übergibt es der Strafanstalt Zwickau. Erst Arbeitshaus für Männer wurde das Schloss im Jahre 1874 in eine „Gefängnisanstalt für Weiber“ umgebaut. Bauliche Veränderungen von 1898 bis 1900 veränderten das Schloss erheblich und beeinträchtigten den Gesamteindruck stark. Durch die Entfernung der Decke zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss im Jahre 1898 - um eine Gefängniskirche einzurichten - war die St. Georgs-Kapelle nur noch über eine Galerie erreichbar.

Aus dieser Zeit stammt das Torhaus. 1924 wurde das Frauengefängnis aufgelöst, und der Freiwillige Arbeitsdienst, die Segelflieger und die Hitlerjugend zogen ein. Im Jahre 1937 richteten die Oelsnitzer Heimatfreunde und der Wanderverein in den sechs Räumen des 1. Stockwerkes der Kernburg ein Heimatmuseum ein, das aber 1945 geräumt werden musste, da das Schloss bis 1951 als Flüchtlings- und Durchgangslager diente. Danach wurde ein Jugendwerkhof Nutzer der Anlage, der die Gärtnerei neben dem Schloss anlegte. 1961 übernahm es die Nationale Volksarmee. 1967 kam die Anlage dann in den Besitz der Stadt Oelsnitz und beherbergte seither wieder das Teppichmuseum. 1976 wurde das Schloss Heimat des Kreisarchivs.

Ab 2001 begann eine umfassende Sanierung und Restaurierung des Schlossensembles. Mehr als 10 Millionen Euro sind bereits in die Restaurierung geflossen, so dass es heute ein Schmuckstück der Stadt Oelsnitz ist, aber weithin nur wenig bekannt. 2010 konnte das Teppichmuseum wiedereröffnet werden. Heute (Stand 2012) steht nur noch der Bergfried aus, der wegen eines Risses vom Dach bis zum Fuß nicht mehr begehbar ist. Seit 2011 beherbergt der Keller ein kleines Mineralienkabinett. Im Fürstensaal hängt ein mit Tizian signiertes Gemälde der Erzherzogin Katharina von Österreich.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.4224, 12.1833