Privatbesitz
Schloss Vitzenburg

Schloss Vitzenburg, ein beeindruckendes Renaissance- und Neorenaissance-Bauwerk, thront im gleichnamigen Ortsteil der Stadt Querfurt im Saalekreis, Sachsen-Anhalt. Es erhebt sich auf einem westlich vorspringenden Bergsporn über der Unstrut und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 9. Jahrhundert reicht.
Geschichte+
Die Ursprünge von Schloss Vitzenburg liegen in einer Burg, die vermutlich im 9. Jahrhundert gegründet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Vizenburg zwischen 881 und 899 im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld. Im Jahr 979 bestätigte Kaiser Otto II. erneut die Zehntpflicht für das „castellum Uitzanburch“ zugunsten des Klosters Memleben. Im Jahr 991 gründeten der Edle Brun und seine Frau Adilint ein Frauenkloster innerhalb der Burg, das dem Schutz Ottos III. unterstellt wurde. Nach über hundert Jahren wurde das Nonnenkloster um 1112 in ein Mönchskloster umgewandelt. Später, im Jahr 1121, übertrug Kaiser Heinrich V. die Abtei Vitzenburg an den Bamberger Bischof, und das Kloster wurde zugunsten des neu gegründeten Klosters Reinsdorf aufgelöst. Nach dem Tod Wiprechts von Groitzsch ging die Burg in den Besitz der Wettiner über. Im Weißenfelser Vertrag von 1249 wurde die Zerstörung der Vitzenburg festgelegt, doch sind Details dazu unbekannt. Im Jahr 1255 zog Meinhard von Querfurt, Herr auf Vitzenburg, mit dem Deutschen Orden nach Preußen, kehrte jedoch 1261 zurück und übergab die Burg seinem Bruder Gebhard XI. Die Schenken von Saaleck und Nebra erhielten die Burg 1262 als Afterlehen. Im 14. Jahrhundert wechselte die Lehnsherrschaft an das Erzstift Magdeburg, und die Edelherren von Querfurt erwarben die Burg. Nach dem Tod Protzes von Querfurt im Jahr 1426 verkauften seine Söhne 1464 einen Teil der Burg an Hans von Selmenitz. Ein Brand zerstörte 1492 das Pfarrgehöft und die Vorburg. Im Jahr 1521 verkauften die hoch verschuldeten Gebrüder von Selmenitz ihre Anteile an Joachim von Lichtenhayn. Zwischen 1574 und 1587 erfolgte unter Nickel und Valten von Lichtenhayn der Wiederaufbau und Umbau der teilweise abgebrannten Vorburg. 1586/87 wurde die Burg unter Valten von Lichtenhayn zu einem zweiflügeligen Renaissanceschloss mit Treppenturm umgestaltet. Im Jahr 1649 ging das Schloss an Hans Heinrich II. von Heßler über. Unter seinen Nachfahren wurde 1665 ein Rittergut vor dem Schloss errichtet und 1695 der Nordflügel in barocken Formen erweitert. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstand die Rentei am nördlichen Flügel.
Lage+
Schloss Vitzenburg befindet sich in Querfurt-Vitzenburg im Saalekreis, Sachsen-Anhalt, Deutschland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 164 m über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Das Schloss Vitzenburg befindet sich heute in Privatbesitz.
In der Nähe+
- Gutshaus Zingst (Herren- und Gutshaus), ca. 0.6 km entfernt
- Neues Schloss Nebra (Schloss), ca. 1.6 km entfernt
- Burgruine Nebra (Burg), ca. 1.6 km entfernt
- Pfalz und Kloster Memleben (Sakralbau), ca. 6.1 km entfernt
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.2990, 11.5684