Privatbesitz
Schloss Trebsen
Das Schloss Trebsen ist ein spätgotischer, als Wasserburg errichteter Bau in der sächsischen Stadt Trebsen im Landkreis Leipzig.
Der Fund von Keramikscherben, welche auf das 9. Jahrhundert datiert werden, legen die Vermutung nahe, dass der Standort des Schlosses bereits zu dieser Zeit besiedelt war. Höchstwahrscheinlich war es der slawische Gaugraf Bucelin, welcher 991 die Burg Trebicin zum Schutz der damaligen Muldefurt eines wichtigen Handelsweges errichten ließ.
Eine erste Erwähnung des Schlosses im spätgotischen Stil und dem Ritter Heinricus de Trebecin erfolgt in einer Urkunde des Domherrn Berthold von Naumburg datiert vom 1. Mai 1161.
1330 ging das Schloss in den Besitz der Herren Große von Döbeln. 1494 wurde Ritter Georg von Saalhausen neuer Eigentümer, es begann der Ausbau zur Dreiflügelanlage mit typischen spätgotischen Staffelgiebeln, die 1527 durch die Herren von Minckwitz, welche 1516 Schlossherren wurden, vollendet wurde. 1548 erwarb es der Graf von Barby, 1592 die Herren von Schulenberg und 1637 das Geschlecht derer von Dieskau.
1736 wurde der aus Hamburg eingewanderte bürgerliche Kaufmann Dr. Vincent Baumann Eigentümer des Schlosses. Dieser ließ im 18. Jahrhundert den Südflügel (unter Einbeziehung älterer Erdgeschossbauten) ausführen sowie die gesamte Anlage barockisieren. 1738 wurde der mächtige, nahezu 18 Meter Durchmesser messende, Rundturm im Schlosshof größtenteils abgebrochen.
Die letzten Schlossherren waren ab 1886 Gustav Lehmann und ab 1892 Rittmeister a. d. Georg von Zimmermann. Unter letzterem erfolgte 1909/1910 nach Entwurf der Saalecker Werkstätten G.M.B.H. unter der Leitung Paul Schultze-Naumburgs ein Umbau des Hofes und die Neueinrichtung der Erdgeschossräume im West- und Ostflügel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie von Zimmermann als Großgrundbesitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben. 1946/47 kam es zur Gewinnung von Baumaterial zum Abbruch der Dächer über dem West- und Nordflügel, wodurch der Nordflügel im Weiteren zur Ruine verfiel. Der restliche Bau wurde bis 1992 außer zu Wohnzwecken durch die Freiwillige Feuerwehr, als Kindergarten und Heimatstube sowie als Seniorentreff der Volkssolidarität genutzt.
Restaurierung nach 1990 und Gegenwart+
1992 gründete sich der Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege e. V. – Schloss Trebsen und begann mit umfangreichen Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten. 1993 nahm das Bildungszentrum für handwerkliche Denkmalpflege – Schloss Trebsen seine Arbeit auf, womit Werkstätten, Ateliers und Seminarräume entstanden. 1994-95 wurden die Mauern der ruinösen Schlossflügel wieder aufgeführt, mit neuen Dächern versehen und die verlorengegangenen Treppengiebel in modernen Formen nachempfunden. Es erfolgte die Freilegung des ehemaligen Wassergrabens, wobei eine 1770 errichtete Steinbrücke wieder zum Vorschein kam.
Der Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege e.V. - Schloss Trebsen unterhält auch das in Deutschland einmalige „Bergezentrum“ für historische Baustoffe, das sein Lager in einer ehemaligen Papierfabrik in der Nähe des Schlosses unterhält und veranstaltet dort auch Führungen.
Schloss und Park waren Austragungsort der deutschen Highland Games 2012.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.2912, 12.7571