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Schloss Tinz

Das Schloss Tinz ist ein in den Jahren 1745 bis 1748 im Stil des Barock erbautes Schloss im Geraer Stadtteil Tinz.
Bereits im Mittelalter befand sich an gleicher Stelle eine Wasserburg. Ausgrabungen brachten geringe Spuren der mittelalterlichen Burg zutage, welche hauptsächlich unter dem heutigen Schlossgebäude gelegen haben soll.
Das Schloss wurde nach Plänen von Gerardo Hofmann errichtet. Der Bau begann 1745 unter Heinrich XXV. Reuß-Gera und wurde 1748, mit Vollendung der weiträumigen Parkanlage, unter seinem Sohn Heinrich XXX. beendet. In der Folgezeit diente es dem reußischen Herrscherhaus als Sommerresidenz und Witwensitz. Das Schloss war ursprünglich von einem geometrisch angelegten und mit Brücken überspannten Wassergraben umgeben, welcher 1975 zugeschüttet wurde.
Ab 1827 stand das Schloss leer und wurde immer wieder militärisch genutzt. So diente es während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Soldaten als Unterkunft. Während des Ersten Weltkrieges wurden ab dem 8. September 1914 vorübergehend 204 französische Kriegsgefangene im Schloss untergebracht und ab Dezember 1914 wurde es als Lazarett und Genesungsheim für deutsche Soldaten genutzt. 1918 wurde das Schloss dem reußischen Fürstenhaus durch den Arbeiter- und Soldatenrat enteignet.
Am 8. März 1920 entstand im Schloss auf Initiative von USPD, MSPD, KPD und unter Mitwirkung der Freien Gewerkschaften eine sozialistische Heimvolkshochschule. In fünfmonatigen Kursen sollte politisch engagierten Jungsozialisten eine systematische Bildung mit sozialistischem Welt- und Kulturverständnis geboten werden. Unterrichtet wurde unter anderem in Ökonomie, Gesellschaftslehre, Geschichte der Arbeiterklasse, Arbeitsrecht, Gewerkschaftswesen, Kunst und Literatur. Vor Ort lehrten viele bekannte Vertreter der Arbeiterbildung, unter anderem Alfred Braunthal, Ernst Fraenkel, Georg Engelbert Graf, Karl Korsch, Anna Siemsen und Otto Suhr. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Heimvolkshochschule im März 1933 geschlossen. Bis dahin hatten ca. 1.350 Frauen und Männer an den angebotenen Kursen teilgenommen.
Nach 1933 diente es den Nationalsozialisten als Arbeitsdienstlager, während des Zweiten Weltkrieges als Lazarett.
Am 15. Januar 1947 wurde das Schloss dem Kreisvorstand der SED übereignet, der es fortan für Lehrgänge der Arbeiterhochschule, später Kreisparteischule, nutzte.
Zwischen dem 15. Januar 1996 und dem April 2010 war das Schloss das Provisorium des Geraer Landgerichtes, bis dieses in das neue Justizzentrum in der Innenstadt zog. Im Juli 2013 begann die Sanierung des Schlosses, auch der ehemalige Schlosspark soll neu gestaltet werden. Bis zum Sommer 2015 sollen neue Seminarräume, Büros und eine Bibliothek entstehen und anschließend durch die Berufsakademie Gera genutzt werden.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.9041, 12.0695