Leerstehend
Schloss Thallwitz

In der abwechslungsreichen Muldelandschaft mit üppiger Flora und Fauna liegt am östlichen Terrassenrand das 1253 erstmals genannte Thallwitz.
Historische Angaben über Thallwitz sind spärlich und zum Teil widersprüchlich. Thallwitz soll vor 1382 dem Wurzener Collegiatstift gehört haben. Im 15. Jahrhundert wurde Thallwitz bischöflich-meißnisches Tafelgut und Anfang des 16. Jahrhunderts wohl durch den Bischof Johann VI. dem Ludwig von Canitz zu Lehen gegeben.
Das den Ort dominierende Schloss, ein dreigeschossiger Renaissancebau mit noch ursprünglichen Volutengiebeln, Treppenturm und gewölbter Vorhalle, wurde um 1580 unter den Grafen von Canitz auf einem einfachen rechteckigen Grundriss errichtet. An seiner nordwestlichen Ecke belebt ein über zwei Etagen reichender Erker die schlichte Fassade. Zwerchhäuser untergliedern das steile Dach.
In den nachfolgenden Jahrhunderten gehörte das Schloss verschiedenen Besitzern, u.a. den Herren von Nischwitz, von Ploetz, von Holtzendorf und der Familie von Hoym. Ende des 18. Jahrhunderts kam Thallwitz in den Besitz der Grafen von Reuß-Ebersdorf. Das Fürstenhaus Reuß beherrschte im östlichen Thüringen das Gebiet um Greiz, Schleiz und Gera. Für Heinrich XIV. Reuß erweiterte Arwed Rossbach 1880 den Adelssitz zu einer Jagdresidenz. Dabei fügte er westlich an das Schloss einen Flügel im Stil der deutschen Neorenaissance an. Von 1942 bis zum Juni 1994 war im Schloss die Klinik für Plastische und Wiederherstellende Kiefer- und Gesichtschirurgie "Wolfgang Rosenthal" untergebracht. Doch das Land Sachsen schloss die Einrichtung. Seitdem stehen die Gebäude, mit Millionenaufwand saniert, leer.
Vor dem Schloss befindet sich eine interessante Treppenanlage mit einer Sandsteinkaskade, von der einstmals Wasser in das darunter liegende Becken sprudelte. Im tiefer liegenden Tal führt eine kleine Brücke zur Hauptallee, die den symmetrisch angelegten Park teilt. Die ursprüngliche barocke Gartenanlage mit Orangerie, Blumenparterres, Hecken und Alleen geht auf den Kammerherrn und Oberstallmeister Christoph Sigismund von Holtzendorf - einem einflussreichen Adligen am Hofe von August dem Starken - um 1700 zurück.
1764 gestaltete Friedrich August Krubsacius im Auftrag des kursächsischen Geheimrats Gotthelf Adolf von Hoym die Schlossterrassen um. Es entstanden Blumenbeete mit geschwungenen Ornamenten im Stil des Rokokos, mit denen eine Einbeziehung der tiefer liegenden Wiesen erreicht werden sollte. Der Park geht harmonisch in das angrenzende Landschaftsschutzgebiet über.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.4325, 12.6794