SchlossRadstadt

Schloss Tandalier

Schloss Tandalier

Jugendheim

Das Schloss Tandalier (früher auch Sulzberghof genannt) liegt in der Stadt Radstadt im Pongau von Salzburg (Tandalierstraße 11).

Der Vorgängerbau von Schloss Tandalier war der Sulzberghof; dieser war gemäß den Aufzeichnungen des Hofmeisteramtes des Erzbistums Salzburg seit ca. 1450 im Besitz der Familie Tändler bzw. Tandalier. 1537 kam der Besitz durch einen Tausch gegen die Urbargüter Enns und Niederteufenbach in das Eigentum der Grafen von Schernberg. Mit diesem Tausch war ein längerer Zwist um die Zuteilung von Almen verbunden, der erst 1553 beigelegt wurde. Damals bestätigte die Hofkammer, dass „die curia Sultzperg“ dem jüngeren Wilhelm, Sohn des zwischenzeitlich verstorbenen Graf Wilhelm von Schernberg, als freies Eigen übergeben wird und ein gleichwertiges Gut in das fürsterzbischöfliche Urbar eingetragen wird. Die Familie der Schernberg war durch Jahrhunderte für den Erzbischof von Salzburg als Pfleger tätig.

Um 1569 wurde das Anwesen von Christoph Graf zu Schernberg und seiner Hausfrau Katharina von Paumgarten zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Davon zeugt noch ein Allianzwappen der Schernberg-Paumgarten auf einem Deckentram im 1. Obergeschoss. Allerdings wurde die weitere Ausstattung des Schlosses (bemalte und eingelegte Wappendecke und Portale) zwischen 1860 und 1862 an den Besitzer von Schloss Arenberg verkauft. Wegen verfehlter Bergbauunternehmungen geriet die Familie der Schernberger in wirtschaftliche Schwierigkeiten und so musste der Besitz 1611 an den Markt- und Burgrichter Burkhart Schwaiger verkauft werden. Diesem folgt sein Sohn Blasius Schwaiger, domkapitlischer Kastner und Mautner zu Mauterndorf nach. Um 1680 kauft Sebastian Pürcher, Bergverweser in der Flachau, das Schloss. Von seinem Sohn wurden dann die Erdgeschossräume in ein Wirtshaus umgebaut. 1753 wurde hier als Besitzer Johann Josef Gottlieb Grimming auf Niederrain und Herr zu Emslieb genannt. 1763 ließ der Hofrat zu Salzburg die Besitzung Tandalier aus der Grundherrschaft Grimming zum Verkauf ausschreiben.

Ab 1839 wechselten die Besitzer sehr häufig, nicht unbedingt zum Besten des Anwesens. 1866 war hier eine Tischlerei untergebracht, 1873 diente das Schloss als Unterkunft für beim Bau der Ennsbahn beschäftigte italienische Arbeiterkolonnen.

1929 kaufte das Bundesland Niederösterreich das Schloss und ließ es unter der Verwaltung des Niederösterreichischen Landesjugendamtes zu einem Jugendheim umbauen. Ab 1930 übernahm der Staat Österreich den Besitz.

Schloss Tandalier heute+

Durch den Umbau von 1569 wurde der ursprüngliche Bauernhof um ein Stockwerk erhöht und an jeder Gebäudekante wurde ein Turm errichtet, wobei die beiden an der Nordseite einen rechteckigen Grundriss besitzen und die an der Südseite als Rundtürme gestaltet wurden. Zwischen den südseitigen Türmen wurde eine zweigeschossige Arkadenfront eingezogen, die von einem hölzernen Gang im zweiten Obergeschoss abgeschlossen wird. Die Türme sind mit Zelt- bzw. Kegeldächern bedeckt, das Schlossgebäude selbst ist mit einem Walmdach eingedeckt.

1972 erfolgte für die Zweckverwendung als Jugendheim ein großer Umbau. Das Schloss, das nur zu einem Drittel unterkellert war, wurde ganz unterkellert. In den einzelnen Stockwerken wurden die großen Schlafsäle in Zimmer mit eigenen Duschen umgebaut. 1985 wurden der Turnsaal und das neu gebaute Wirtschaftsgebäude eingeweiht.

Heute ist hier das Bundesschullandheim Radstadt untergebracht, das dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst zugeordnet ist.

Schloss Tandalier ist ein Jugendheim in der Pongauer Stadt Radstadt.

Im Jahr 1419 scheint der "Hof Sulzberg", welcher ursprünglich ein Bauernhof war, zum ersten Mal auf. Man nimmt an, dass der Hof von Christian Tandalier um 1500 neu aufgebaut wurde und so den Namen "Tandalierhof" bekam.

Der Hof ging in den Besitz der Adelsfamilie Graf von Schernberg über, der auch das Schloss Goldegg gehörte.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Hof durch Aufbau eines dritten Geschoßes und Zubau von vier Ecktürmen samt Laubengalerie an der Hauptfront zum Renaissanceschloss erweitert. Die Fenster des nordseitig gelegenen Hauptportals wurden mit Ornamenten verziert.

Bereits im 17. Jahrhundert kam das Schloss wieder in bürgerlichen Besitz. Es wurde als Gasthaus und Tischlerwerkstätte benutzt. 1926 wurde das Schloss vom niederösterreichischen Landesjugendamt übernommen und zum Jugendheim umgestaltet. Drei Jahre später übernahm das Bundesministerium für Unterricht und Kunst das Schloss.

1972 begann man mit umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten. Das gesamte Gebäude wurde unterkellert und die großen Schlafsäle wurden umgebaut. Der Turnsaal und das neue Wirtschaftsgebäude wurden 1985 fertiggestellt.

Im März 2011 wurde ein Wettbewerb für die Erweiterung des Bundesschullandheims Radstadt – Schloss Tandalier entschieden: Architekt Georg Huber (huber und theissl architekten) aus Salzburg hat den EU-weiten Realisierungswettbewerb für sich entschieden.

Schloss Tandalier soll um ein zweigeschoßiges Objekt mit rund 740 m² Nutzfläche erweitert werden. Der unterirdisch mit dem Bestand verbundene Neubau bietet Platz für 70 Betten, Empfangs- und Rezeptionsbereich sowie Büro. Ein Atrium mit Sitzstufen eignet sich als Ort für Veranstaltungen. Investitionen: rund 1,7 Mill. Euro. Bauzeit: rund ein Jahr. Der Baubeginn ist noch offen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesschullandheim_Schlo%C3%9F_Tandalier.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.3806, 13.4399