Auktionshaus
Schloss Sulzburg
Neben dem Bergbau schrieb Sulzburg Geschichte als Residenzstadt der Markgrafen von Baden – wenn auch nur wenige Jahre. Höhepunkte der Residenzzeit waren 1515 der Bau der ersten Schlossanlage, die rund 80 Jahre später einem wesentlich größeren Gebäudeensemble weichen musste. Heute lassen nur noch der Ostflügel des Schlosses, als Arkadengebäude bekannt, ein Stück der Schlossmauer im Kurpark und ein Türmchen der ehemaligen Stadtmauer die Dimensionen der Schlossanlage erahnen. Seit fünf Jahren residiert hier nicht mehr der Markgraf, sondern das Auktionshaus Kaupp. Seit 1972 steht Sulzburgs Ortskern unter Denkmalschutz für ein ganzes Ensemble von historischen Gebäuden, unter ihnen in der südwestlichen Ecke des Altstadtkernes die Reste der ehemaligen Markgräflichen Schlossanlage.
An der Stelle von vier Häusern in der Ortsmitte wurde 1515 durch Markgraf Ernst von Baden der Bau des ersten Stadtschlosses begonnen. Damals hatte er beschlossen, seine Residenz nach Sulzburg zu verlegen. Die Bergbaustadt wurde nunmehr zum Regierungssitz. Das Aussehen des Schlosses lässt sich durch verschiedene Quellen wie durch Zeichnungen des Basler Malers und Geometers Hans Bock des Älteren und später durch Stiche Merians belegen und erschließen.
In der Zeichnung Bocks, die vermutlich im Jahr 1575 entstanden war, erkennt man einen lang gestreckten Baukörper, der unmittelbar an die Stadtmauer angesetzt ist und durch ein Kuppelwalmdach abgedeckt wird. Der nach Bocks Zeichnung offensichtlich zweigeschossige Bau war im oberen Bereich aus Fachwerk gebaut. Markgraf Ernst siedelte bereits 1535 nach Pforzheim über. Seine dritte Frau Anna Bombast von Hohenheim kehrte aber nach dem Ableben des Markgrafen nach Sulzburg zurück, wo ihr das Schloss als Witwensitz diente.
Verbunden mit einem erheblichen Ausbau erlebte die Schlossanlage um 1590 eine weitere Entwicklung. Sie stand im Zusammenhang mit der Verlegung der Residenz der Herrschaft Rötteln, Sausenburg und Badenweiler durch Markgraf Georg Friedrich. Diese Residenz dauerte allerdings von 1599 bis 1604, also mit fünf Jahren, nur kurz. In dieser Zeit kam es zu einer wesentlichen Vergrößerung des gesamten Schlosskomplexes, die von Matthias Merian dokumentiert und 1643 bei der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal publiziert wurde. Der zweiflüglige Schlossbau weist in seiner Darstellung drei Geschosse auf. Dabei nahm es Merian mit den tatsächlichen Ausmaßen nicht so genau: Der heute noch erhaltene Gebäudeflügel war nur zweigeschossig. Historiker vermuten heute, dass Merian die Schlossanlage durch ein zusätzliches Geschoss überhöhen wollte, um so die Residenz in der Stadtansicht stärker hervorzuheben. Ein Blick aus dem Ostflügel, dem heutigen Auktionshaus, auf den Marktplatz lässt den großen Schlosshof erahnen, der sich zwischen den Flügelbauten der Schlosskirche und der städtischen Bebauung öffnete.
Während der Wohntrakt der Schlossanlage offenbar während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde, blieb der Ostflügel erhalten. Als maßgeblicher Architekt der gesamten Schlossanlage wird Georg Ridinger, Erbauer des Schlosses Johannisburg in Aschaffenburg, angesehen.
Deutet man alle Anzeichen richtig, so hat Markgraf Georg Friedrich mit der Verlegung seiner Residenz nach Sulzburg sowie mit der Übersiedlung seiner gesamten Landesverwaltung und mit dem Aus- und Neubau der sehr repräsentativen Renaissance-Schloßanlage Zeichen gesetzt, die bis heute Stadt und die Ortsmitte Sulzburgs wesentlich prägen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sulzburg_Schloss.JPG?uselang=de
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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