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Schloss Stiege

Der Ursprung des Schlosses liegt in einer alten Burg, welche um 919 von Heinrich I. errichtet wurde. Im Jahr 1203 erhielt Graf Siegfried von Blankenburg das Schloss von Kaiser Otto IV. für Waffentreue als Lehen. Stiege war seit dieser Zeit, bis zum Jahr 1599 Amtssitz und im Besitz der Grafen von Blankenburg-Regenstein. Das ursprüngliche Jagdschloss wurde umgebaut, befestigt und erweitert und zur gräflichen Residenz erhoben. Das Schloss besaß einmal vier Ecktürme, wovon heute nur noch der südwestliche erhalten ist. An der Bergseite befand sich ein tiefer Graben, über welchen eine 40 Meter hohe Zugbrücke führte. Der Zugbrückenturm ist abgetragen und der Schlossgraben verfüllt.
Während des Bauernkrieges im Jahr 1525, der besonders heftig im Unterharz tobte, wurde das Schloss Stiege von Aufständischen belagert, konnte aber gehalten werden. Aus Rache brannten die Grafen von Blankenburg gegen Himmelfahrt 1525 das Dorf Allrode nieder, aus dem viele der Aufrührer stammten. Einige Blankenburger Grafen und Gräfinnen wohnten in Stiege, Graf Botho II. verlegte sogar seine Residenz nach Stiege und verstarb dort im Jahr 1594. Im Jahr 1599 verstarb der letzte Spross des Blankenburg-Regensteiner Grafengeschlechts und die Lehensgrafschaft Blankenburg, mit Amt Stiege, fiel an das Herzogtum Braunschweig zurück.
Es folgte der Dreißigjährige Krieg, der ab 1625 auch auf den Harz übergriff. Auf seinem Zug aus dem Herzogtum Braunschweig-Grubenhagen ins Bistum Halberstadt nahmen Wallensteins Truppen in Stiege Winterquartier. Wo diese Truppen durchzogen und sich niederließen, brachten sie Hunger und Not mit sich und sie führten die Pest mit, die das „große Sterben“ brachte. In den drei Monaten Ihres Aufenthalts starben in Stiege 290 Menschen. Später, um das Jahr 1644, folgten nochmals kaiserliche Truppen sowie Schweden, die erneut Dorf und Schloss plünderten. Die Bedeutung von Schloss und Amt Stiege nahm zunehmend ab.
In die Annalen ging im Jahr 1711 die Einweihung der neuen Kirche ein. Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Grubenhagen mit Hofstaat und Schwiegersohn Großfürst Alexius Petrowitsch weihten die Kirche ein und gaben ein großes Fest. Erneut großes Unheil und Not brachten die Napoleonischen Kriege. Besonders im Jahr 1806, nach der Schlacht von Jena, flüchteten die geschlagenen Preußen und Sachsen in den Harz, verfolgt von einer großen Anzahl Franzosen. Diese quartierten sich zum Teil bis zum Jahr 1813 in Stiege und Umgebung ein und nahmen der Bevölkerung noch das Letzte.
Es folgte eine wechselvolle Geschichte an deren Ende das Schloss Stiege an „Bürgerliche“ verkauft wurde. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte es einem Brasilianer, der aus einer Braunschweiger Familie stammte. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben. Saniert, erhalten und genutzt wurde es kaum. Eine Zeitlang beherbergte das Schloss das Altenheim. Das änderte sich leider auch nach der Wiedervereinigung nicht. Bis zum Jahr 2005, da erwarb ein Privatinvestor das altehrwürdige Gemäuer oberhalb des idyllischen Stieger Sees.
Nun begann eine Zeit der Renovierung und Sanierung, im Erdgeschoss des alten Gemäuers entstand ein uriges Café, in welchem selbstgebackene Torten und Kuchen verzehrt werden können. Im Sommer lädt der Außenbereich des Cafés zum gemütlichen Kaffeetrinken ein. Man kann auch Feiern in den Räumlichkeiten ausrichten lassen. Ein kleine romantische Wohn- Accessoire-Ausstellung lädt im Erdgeschoss zum Stöbern und zum Erwerb ein. Und seit 2012 gibt es eine Ferienwohnung für bis 12 Personen im Schloss. Für einen Ausflug ist das Schlosscafé immer das richtige Ziel.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.6669, 10.8879