SchlossSitzendorf an der Schmida

Schloss Sitzendorf

Schloss Sitzendorf

Hauptschule

Den nordwestlichen Abschluss des Hauptplatzes in Sitzendorf bildet ein mächtiger freistehender Bau, der seit dem Jahre 1876 als Schule genutzt wird. Seine Geschichte reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als an dieser Stelle eine Burg errichtet wurde, die von einem 25 Meter breiten Wassergraben umgeben war. Diese wurde im Jahre 1463 durch Kaiser Friedrich III. erobert und befand sich ab dem Jahre 1492 bis zu seinem Tod im Jahre 1504 im Besitz von Hanns von Wulfestorff. Im Jahre 1745 wurde die Burg wegen Baufälligkeit abgetragen und im Jahre 1765 mit einem Neubau eines Schlosses unter Einbeziehung erhalten gebliebener Teile der ehemaligen Zwingerbauten begonnen, von dem nur das westliche Drittel des geplanten Projektes zur Ausführung gelangte.

Bis zum Jahre 1876 wechselte das Schloss mehrmals die Besitzer und war vor diesem Zeitpunkt zuletzt im Besitz der Familie Dietrichstein. Nach Inkrafttreten des Reichsvolksschulgesetzes im Jahre 1869, das wegen der Ausweitung der Unterrichtspflicht von sechs auf acht Jahre eine Steigerung der Schülerzahlen zur Folge hatte, war das Schulhaus (heute Hauptplatz 2), zu klein geworden und die Gemeinde kaufte das leer stehende Schloss um darin eine geräumige Volksschule einzurichten. Die Adaptierung verzögerte sich sodass die Übersiedlung der Schule erst im Jahre 1876 erfolgen konnte.

Im Jahre 1939 ergab sich mit der Installierung der Hauptschule neuerlich ein Platzproblem, das erst in den Jahren 1954 bis 1957 durch den dreigeschossigen Erweiterungsbau im Osten beseitigt werden konnte. Dieser Erweiterungsbau führte zum Abbruch des Burgtores, das sich an der Stelle des Zubaues befunden hatte. Seit der Übersiedlung der Volks- und Sonderschule in ein neu errichtetes Schulgebäude im Jahre 1972 ist in dem Gebäude nur noch die Hauptschule untergebracht.

Das heutige Gebäude

Über einem aus Bruchsteinen und Sandsteinquadern gefügten geböschten Mauerwerk des Kellergeschosses erhebt sich der dreigeschossige Bau, dessen Bausubstanz zumindest teilweise aus dem späten Mittelalter stammt. Der westliche fünfachsige Gebäudeteil mit den drei nach Süden vorspringenden Fensterachsen stellt die Bausubstanz des Schlosses aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dar. Nach Osten hin erstreckt sich der Erweiterungsbau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts mit neun Fensterachsen und einem großen Rechteckportal im Osten. An der fensterlosen Südfassade des Erweiterungsbaus ist ein eine Sonnenuhr umgeben von einer Fassadenmalerei mit bäuerlichen Motiven.

Die Fassade ist durch Gesimsbänder und Eckquaderung gegliedert, die bei einer Fassadenneugestaltung im Jahre 1964 entstanden sind. Die Baukörper werden durch Walmdächer abgeschlossen unter denen sich ein umlaufendes Traufgesims mit Zahnschnitt befindet.

Teile des Kellers und des Erdgeschosses mit Wandstärken von etwa 1,75 Metern werden durch eckige Stichkappen aus dem 17. Jahrhundert abgeschlossen. Tonnen mit tief einschneidenden Kappen, die noch aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen dürften, finden sich im Süd- und Westteil des Kellergeschosses. Ein mittelalterlicher Durchgang mit Tonnengewölbe wird von einem dieser Gewölbe teilweise verbaut.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sitzendorf_Hauptplatz_1.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.5993, 15.9425