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Schloss Rottwerndorf

Schloss Rottwerndorf wurde erstmals 1337 in einer Urkunde von Markgraf Friedrich II. als "villa Rateberndorf" erwähnt. Über die frühe Geschichte des Schlosses ist nur wenig bekannt. Es wird vermutet, dass es auf eine aus der Zeit um 1200 entstandene Wasserburg zurückgeht. Im März 1554 erwarb der kurfürstliche Kammmersekretär Damian von Sebottendorf (*1519, †1585) das Rittergut. Nur kurze Zeit später wurden das Herrenhaus des Rittergutes sowie vier benachbarte Bauerngüter am 18. Januar 1555 durch einen Brand zerstört. Damian von Sebottendorf veranlasste den Wiederaufbau des Herrenhauses im Stil eines Renaissanceschlosses.
Der Grundriss basiert auf einem dreigeschossigen rechteckigen Gebäudekern, der an den vier Ecken um erkerartige Flügel mit Volutengiebeln ergänzt wurde. Die Straßenseite wird von einem übergiebelten Mitteltrakt, die Hofseite hingegen von einem filigranen, achteckigen Wendeltreppenturm bestimmt. Von der Zeit des Wiederaufbaus zeugen die im Keller des Hauses erhaltenen Jahreszahlen 1556 und 1561 sowie die am Westgiebel vorhandene Jahreszahl 1579.
Schloss Rottwerndorf verblieb bis 1710 im Besitz der Familie Sebottendorf, danach zählten die Herren von Berbisdorf und von Leyser zu den Besitzern. Aus den Händen der Familie von Miltitz ging das Schloss schließlich an bürgerliche Besitzer über. Zu Ihnen zählte u. a. der Pirnaer Superintendent Tischer (Besitzer von 1817 bis 1838) sowie der Ökonomierat Hermann Degenkolb (1862 bis 1908). Der Botaniker und Pomologe Degenkolb (*1843, †1919) ließ auf den Ländereien des Schlosses umfangreiche Baumschulen und Obstplantagen anlegen.
Auf Degenkolb folgte 1917 der Tabakfabrikant Hugo Zietz, Besitzer der bekannten Yenidze in Dresden, als Schlossherr. Aus dem Besitz von Zietz ging das Schloss 1927 an die Stadt Pirna über. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wohnten Umsiedler im Schloss. Auch später diente es als Wohnhaus und beherbergte das Gemeindeamt sowie eine Filiale der Deutschen Post. Ab 1953 wurde hier ein volkseigenes Gut eingerichtet, welches im Zuge der Wende 1990 wieder in den Besitz der Stadt Pirna überging.
Seit 1998 steht der gesamte Komplex von Schloss und Wirtschaftsgebäuden leer, verfällt zusehends und ist stark sanierungsbedürftig. Gleiches trifft auf den ehemaligen Schlosspark mitsamt der Orangerie zu. Im Sommer 2002 wurden das Keller- und Erdgeschoss von den Wassermassen der Gottleuba überflutet. Schloss Rottwerndorf wurde 2007 an den Fabrik- und Logistikplaner, Intralogistik und Prozessmanager Michael von Plettenberg verkauft. 2011 erfolgte der erneute Verkauf des nach wie vor unsanierten Gebäudes.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 50.9232, 13.9613