Museum
Schloss Rosenburg
Die Rosenburg ist eine um 1150 errichtete und im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss erweiterte Burg, die sich seit 1681 im Besitz der Familie Hoyos-Sprinzenstein befindet. Sie liegt im Kamptal in Niederösterreich im Ort Rosenburg in der Gemeinde Rosenburg-Mold.
Die Burg wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut, die erste urkundliche Erwähnung datiert 1175. Von der kleinen Burg Goczwin von Rosenbergs finden sich heute nur noch die Grundmauern des Bergfriedes. Im 15. Jahrhundert wurde die Rosenburg unter Caspar von Rogendorf zu einer größeren gotischen Burg erweitert. Von dieser Burg sind heute noch die Kapelle sowie Außenmauern erhalten. Während des 15. Jahrhunderts diente die neue gotische Burg immer wieder als Schutz vor den Ungarn.
Unter dem Protestanten Sebastian Grabner wurde in den Jahren 1593 bis 1597 ein Großteil der gotischen Burg wieder abgetragen. An ihrer Stelle entstand das heutige Renaissanceschloss mit 13 Türmen. Das Schloss erhielt zudem um 1614 einen großen Turnierplatz sowie 46 Arkaden. Unter Grabner, der den protestantischen Ständen angehörte, wurde die Rosenburg zu einem Zentrum des Protestantismus in Österreich. In einer eigens auf der Burg eingerichteten Druckerei wurde protestantische Literatur gedruckt. Im Zuge der Gegenreformation erhielt die Rosenburg im Jahre 1611 mit Kardinal Franz von Dietrichstein (1570–1636) wieder einen katholischen Burgherren. Er verkaufte die Anlage 1614 an den ebenfalls katholischen Vinzenz Muschinger, der die Burg weiter ausbauen ließ. Am 9. Juli 1620 wurde die Rosenburg von evangelischen Truppen des Horner Bundes gestürmt. Eine Gedenksäule im Schlossgarten erinnert an 300 "Männer, Frauen und Kinder", die dabei ums Leben gekommen sein sollen. Aufgrund dieses historisch allerdings nicht weiter belegbaren Ereignisses wird die Volksballade "Es liegt ein Schloss in Österreich" seit dem 17. Jahrhundert mit der Rosenburg in Verbindung gebracht. Im 17. Jahrhundert wechselten die Besitzer der Rosenburg häufig. 1659 gelangten Burg und Herrschaft in den Besitz von Johann Joachim Enzmilner, Graf von Windhag (1600–1678), der die Burg weiter ausbauen ließ. In der von ihm 1673 herausgegebenen zweiten Ausgabe der Herrschaftstopografie Topographia Windhagiana ließ er durch Clemens Beutler (um 1623–1682) die Rosenburg in zahlreichen Kupferstichen darstellen. Nach seinem Tod 1678 gelangten Burg und Herrschaft vorübergehend in den Besitz von Ferdinand Max von Sprinzenstein.
An die Familie Hoyos-Sprinzenstein, die heute noch Eigentümer ist, kam die Rosenburg durch die Heirat von Leopold Karl Graf Hoyos (1657–1699) mit Maria Regina Gräfin Sprinzenstein 1681, der Tochter Ferdinand Max von Sprinzensteins. Sie brachte die Güter Horn, Rosenburg und Raan mit der Veste Kamegg und Mold in die Ehe mit.
1721 brannte der Meierhof nach einem Blitzschlag ab. 1751 zerstörte ein vom inneren Burghof ausgehendes Feuer Teile der Burg, darunter auch die Kapelle. 1752-1755 durchgeführte Reparaturarbeiten, darunter die Erneuerung der Dachstühle, verlangsamten den Verfall der Burg. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1800 war die Burg jedoch immer mehr vom Verfall bedroht. Zwischen 1859 und 1875 ließ Ernst Karl von Hoyos-Sprinzenstein die die vom Verfall bedrohte Rosenburg nach den Darstellungen des Schlosses in der Topographia Windhagiana von 1673 orientierend, umfassend restaurieren und machte sie als eine der ersten Burgen in Österreich öffentlich zugänglich. Zwischen 1984 und 1990 wurden im Zusammenhang mit der Niederösterreichische Landesausstellung 1990 wiederum umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. 1990 fand auf der Rosenburg die Niederösterreichische Landesausstellung Adel im Wandel. Politik – Kultur – Konfession 1500–1700 mit 360.000 Besuchern statt. Seit 2010 ist die Rosenburg im Besitz von Markus Hoyos.
Die Rosenburg auf Briefmarken, Münzen und Banknoten+
1920 gab die Gemeinde Rosenburg eine Notgeld-Serie (10, 20 und 50 Heller) mit der Darstellung der Rosenburg von Westen heraus. Auf dem 8-Groschen-Wert der 1934 von der Österreichischen Postverwaltung herausgegebenen Briefmarken-Dauerserie ("Erste Trachtenserie") ist die Rosenburg abgebildet. Aus Anlass der Niederösterreichischen Landesausstellung 1990 gab die Postverwaltung eine Postkarte mit einem 5-Schilling-Wertzeichen der Rosenburg heraus. Eine 1999 von der Münze Österreich geprägte 500-Schilling-Gedenkmünze in Silber zeigt als Motiv die Rosenburg mit Greifvogel und Rittern.
Die Rosenburg in der Gegenwart+
Heute sind in dem Komplex ein Burgmuseum, eine Schlossgaststätte und eine historische Falknerei untergebracht. Auf einer Freilichtbühne neben dem Schloss finden seit 2004 jährlich Theateraufführungen statt.
Burgmuseum
Die gut erhaltenen historischen Innenräume sind im Rahmen von Burgbesichtigungen zugänglich. Neben den historischen bzw. historisierenden Schlossinventarien enthält die Burg auch mehrere Sammlungen, darunter eine ur- und frühgeschichtliche Sammlung. Sie stammt von Candidus Ponz, Reichsritter von Engelshofen (1803–1866), der bedeutende paläontologische, ur- und frühgeschichtliche sowie mittelalterliche Bestände erfassen konnte. Die ur- und frühgeschichtliche Sammlung wurde durch Dr. Anton Hrodegh und Angela Stifft-Gottlieb museal aufgestellt. Die Funde stammen aus der Stein- und Bronzezeit. Seit 2012 ist diese Sammlung nicht mehr öffentlich zugänglich. Die Waffenkammer zeigt Waffen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und eine weitere Ausstellung bietet einen Überblick über die Geschichte der Falknerei. Seit 2012 widmen sich zwei eigene Ausstellungsbereiche der Hoyos'schen Familiengeschichte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie dem Leben des Großwildjägers und Expeditionsreisenden Ernst Karl Heinrich Hoyos-Sprinzenstein.
Shakespeare auf der Rosenburg
Seit 2004 findet im Rahmen des Theaterfestes Niederösterreich jährlich auf einer eigens dafür gebauten Bühne auf der Rosenburg unter der Intendanz von Alexander Waechter das Freilufttheater Shakespeare auf der Rosenburg statt.
Greifvogelvorführungen
Seit 1986 werden auf der Rosenburg von April bis Oktober Greifvogelvorführungen durchgeführt.
Regelmäßige Veranstaltungen
- April-Oktober
- Greifvogel-Flugvorführungen auf der Rosenburg
- Juli-August
- Theaterfestival Shakespeare auf der Rosenburg
- September
- Märchenfest auf der Rosenburg
- Dezember
- Christkindlmarkt auf der Rosenburg
Bedeutende auf der Rosenburg geborene oder hier wirkende Menschen+
- Clemens Beutler (um 1623–1682), Topograph der Rosenburg.
- Johann Joachim Enzmilner, Graf von Windhag (1600–1678), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Kardinal Franz von Dietrichstein (1570–1636), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Ernst Karl von Hoyos-Sprinzenstein (1830–1903), Besitzer der Rosenburg, baute ab 1859 die vom Verfall bedrohte Burganlage wieder auf.
- Ernst Karl Heinrich Hoyos-Sprinzenstein (1856–1940), Besitzer der Rosenburg.
- Hans Hoyos-Sprinzenstein (1923-2010), Besitzer von Schloss Rosenburg.
- Johann Ernst von Hoyos-Sprinzenstein (1779–1849), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Markus Hoyos (*1960), Besitzer von Schloss Rosenburg.
- Rudolf Hoyos-Sprinzenstein (1884–1972), Besitzer von Schloss Rosenburg.
- Ferdinand Sigismund Kurtz von Senftenau (1592–1659), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Vinzenz Muschinger (16. Jh.-1628), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Candidus Ponz, Reichsritter von Engelshofen (1803–1866), Ur- und Frühgeschichtler, dessen Sammlung sich auf der Rosenburg befindet.
- Kaspar von Roggendorf (15. Jahrhundert–1506), Besitzer von Schloss und Herrschaft Rosenburg.
- Alexander Waechter (*1948), Schauspieler und Regisseur, Intendant des Festivals Shakespeare auf der Rosenburg.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_Rosenburg_%28Nieder%C3%B6sterreich%29_nach_Westen.JPG
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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