Privatbesitz
Schloss Ricklingen
Das Kloster Marienwerder verleiht 1225 20 Mark (10 Pfund löth. Silber) an den Grafen Conrad von Roden, damit er eine Feste erbauen kann. Er nennt sie Ricklingen zur Erinnerung an seine Vorfahren, die Edelherren von Ricklingen. Daneben entsteht das Dorf Ricklingen. 1235 nennt Graf von Roden sich Graf von Wunstorf. 1303 überlässt Graf von Wunstorf dem Bischof von Minden die Feste Ricklingen; er erhält sie aber als Lehen zurück. 1333 wird Graf Johannes von Wunstorf gezwungen, den Besitz auf der rechten
Leineseite an Herzog Otto aus dem Alten Haus Lüneburg abzutreten. Es entsteht das herzogliche Amt Ricklingen mit den Dörfern Berenbostel, Garbsen, Havelse, Horst, Leistlingen, Meyenfeld, Osterwald, Ricklingen, Stelingen und bis 1520 auch Bordenau und Frielingen. Nach dem Tod des Herzogs Wilhelm von Lüneburg 1369 beginnt der sogenannte Lüneburger Erbfolgekrieg. Auf der einen Seite stehen Herzog Magnus II. von Braunschweig und später seine Erben und auf der anderen Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg und sein Onkel Wenzel. 1381 leiht Dietrich von Mandelsloh den Erben von Herzog Magnus II. Geld und erhält Ricklingen als Pfand. Erst mit dem Tod Wenzels 1388 wird der Krieg beendet. Die Bürger Hannovers unterstützen Albrecht und berauben Dietrich von Mandelsloh. Dieser klagt dagegen vor einem Schiedsgericht und setzt sich aber außerdem zur Wehr. Für diese Gegenwehr will ihn Albrecht bestrafen. 1385 belagert Albrecht die Burg Ricklingen. Mit einer Blide, die der Sage nach Dietrichs Tochter Sophie bedient haben soll, werden Steine aus der Burg geschleudert. Albrecht wird getroffen, schwer
verwundet und nach Neustadt ins Schloß gebracht. Dort stirbt er. Hermann Löns, der oft im Gasthaus zur Linde gekegelt hat, besingt in einer Ballade diese Tat Sophies. Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg lassen 1399 auf dem Burggelände das ,,Vogteihaus" errichten. 1635 erbaut Jakob Voigt sein stattliches Wohnhaus (wo heute das „Schloß" steht). 1640 wird Jakob Voigt Amtsverwalter zu Ricklingen. Johann Georg Voigt, Sohn des Jakob, Amtmann in Neustadt, wird 1689 auch Amtmann in Ricklingen. Er lässt die Kirche, das Pfarrhaus und eine Schule bauen. 1692 beginnen die Bauarbeiten für die Kirche, welche am 16.10.1694 eingeweiht wird. 1709 wird Christian Friedrich Wedekind (Dichtername ,,·crescentius Koromandel) als Sohn des Pastors Wedekind in Ricklingen geboren. ,,Krambambuli" heißt sein
bekanntestes Lied. 1752 wird das alte Vogteihaus durch einen Neubau ersetzt. Dieses Amtshaus wird
heute „Schloß" genannt. 1850 wird um das Dorf „Ricklingen" von dem gleichnamigen Dorf „Ricklingen", einem heutigen Stadtteil Hannovers, zu unterscheiden, der Name in ,,Schloß Ricklingen" geändert. 1851 wird ein besonderes Amtsgericht in Schloß Ricklingen eingerichtet. 1852 erfolgte die Zusammenlegung des königlichen Amtes Ricklingen mit dem Amt Neustadt. 1894 endete der Fährbetrieb. Landrat von Woyna eröffnet eine Brücke über die Leine. 1974 endet die Selbständigkeit: Schloß Ricklingen wird ein Stadtteil von Garbsen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt
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