Zentrum für nachhaltige Landkultur
Schloss Quetz

Das Quetzer Schloss, von Hellmut Moritz Erdmann von Graevenitz im klassizistischen Stil wurde 1788/1790 errichtete. Es ist in seiner Einheit mit Park und Teich oft Anziehungspunkt für Besucher aller Art.
Eine Beschreibung des Dr. Holger Brülls (Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege, Halle/Saale) skizziert das Schloss so: „Das auf halber Strecke zwischen Halle und Bitterfeld gelegene, im Kern spätbarocke Herrenhaus Quetz gehört zu den zahlreichen stattlichen Adelssitzen der hiesigen Region. Aufgrund der im späten 18. Jahrhundert durch den Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800) im frühklassizistischen Stil durchgeführten Umgestaltung beansprucht das Herrenhaus jedoch eine über die engere regionale Kunstgeschichte weit hinausreichende Bedeutung.“
1779 kam das Rittergut Quetz durch die Heirat Luise Ernestines von Möllendorf mit Helmut Moritz von Graevenitz in den Besitz derer von Graevenitz. Am 14. April 1788 war die Grundsteinlegung für das Quetzer Schloss. Daran erinnert eine Tafel an der Westseite des Schlosses: "Beglückt wer fern der Falschheit vollen Stadt, frei unter Bäumen ruht, die er gepflanzet hat." (Hellmut Moritz Erdmann von Grävenitz) Das Schloss ist ein 11-achsiger Bau und vergleichbar mit dem Schloss Mosigkau und mit dem Palais Dietrich in Dessau. Die Rückfront – der sogenannte "Ehrenhof" ist vergleichbar mit dem Margarethenhof in Oranienbaum und dem Schloss Oranienbaum, zu sehen ist ein dreiachsiges, giebelgekröntes Mittelrisalit, bei dem die äußeren Fenster schmaler sind als das mittlere. Dies lässt darauf schließen, dass C.F. Damm die Bauleitung am Schloss Quetz übernommen hat. Die Innenarchitektur ist im Stile des Klassizismus durch Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf geschaffen worden. Er ist durch das von ihm geschaffene Dessau-Wörlitzer Gartenreich bekannt. Über sechs Generation konnten das Schloss und der Rittergutsbesitz innerhalb der Familie von Graevenitz weitergegeben werden. 1939 wurde die Form der Vererbung im Familienfideikommiss durch die nationalsozialistische Gesetzgebung abgeschafft. Im September 1945 wurde die Familie von Graevenitz durch die Kommunisten zwangsenteignet.
In den 1950er Jahren diente das Gebäude als Kindergarten, Arztpraxis, Verwaltungsgebäude der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). 1997 wurde das Quetzer Schloss zusammen mit 360 ha Ackerland, dem Schlosspark und dem Quetzer Berg von Georg Riedmeier von der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft erworben. Seit dieser Zeit hat der Besitzer umfangreiche Maßnahmen gegen den Verfall des Schlosses vorgenommen sowie einen großen Teil des Gutshofes denkmalgerecht hergerichtet und somit erhalten. Seit Oktober 2005 hat der Verein Land.Leben.Kunst.Werk e.V. seinen Sitz im Quetzer Schloss. Mit Hilfe von europäischen Fördermitteln konnte ein Hochseilgarten im östlichen Teil des Parks entstehen. Es ist das Ziel der Vereinsmitglieder, den historischen Park nach altem Vorbild zu restaurieren und im Garten längst vergessene Gemüse- und Getreidesorten anzubauen. Letztes konnte bereits in den letzten Jahr umgesetzt werden.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.5823, 12.1381