Privatbesitz
Schloss Neusath

Ohne Zweifel ist Neusath eine uralte Gründung, die schon vor dem Schloß angesetzt wird. 1344 erscheint Neusath (Ncysaw. Neusan; Deutung des möglicherweise slawischen Wortes: unten am Ende wohnende Leute) erstmals in einer Urkunde des damaligen Besitzers der „Muracher”, die ein weitverzweigtes Geschlecht in unserem Gebiet darstellten. Es war ein Edelmannsgut ohne Hofmarksgerechtigkeit.
Wie das Schloß in alter Zeit ausgesehen hat, wissen wir nicht. Nur in der Nordostecke hat sich der untere Teil eines ehemals runden Schloßturmes erhalten, darinnen noch die alte Wendeltreppe aus Eichenholz. Der Umbau erfolgte wahrscheinlich im 18. Jahrhundert, denn der Trakt weist Plafonds mit einfachem Stuckrahmenwerk und Rosetten auf.
Als urkundlich erste Besitzer gelten die Muhrer oder Murach zu Guteneck, wovon Konrad der Muhrer 1344 Neusan (Neusath) und dessen Bruder Heinrich Haindorf besaßen.
1488 war Otto von Murach Besitzer von Neusath. Als letzter Muracher hatte Albrecht von Murach, der Ältere zu Guteneck, Erbgeschenk in Niederbayern, Neusath in Besitz. Dieser Albrecht von Murach verkaufte Neusath 1576 an Paul Spies. Von der Witwe, Frau Elisabeth Spies, geb. Pilger, ging Neusath1603 durch Kauf an Ludwig von Scharfenberg über. Dieser vermachte Neusath testamentarisch seiner Nichte Maria Elisabeth Fuchs von Lemnitz. Da diese ledig war und unvermählt verstarb, ging Neusath ebenfalls gemäß Testament in den Besitz ihrer Schwester Maria Ursula von Fuchs über.
Diese heiratete Christoph Heinrich Meichsner von Allkofen aus Chammünster (1652), wodurch Neusath nun in den Besitz der Meichsner kam. Dessen Sohn, Wolf Christoph Ludwig von Meichsner übernahm das Gut 1693. Sein Sohn Christoph Adam Bernhard von Meichsner wurde 1737 Besitznachfolger von Neusath. Ihm folgte durch Kauf 1774 seine Tochter Maria Rosa von Nabburg Gebäude und Gelände und vollzog im Rahmen der Fleischbergsanierung den Abbruch. Zum Schloß gehören auch ein Schloßpark und eine Schloßwirtschaft.
Rechts am Eingang stand das 1956 abgebrochene Jäger- und Försterhäuschen, in dem die jeweiligen Förster und in drei Generationen die Gutsverwalter Haller wohnten.1840 wurde hier Michael Haller, der später berühmte Kirchenkomponist geboren.
Um die Wende des 18. Jahrhunderts war Neusath die kleinste selbständige Gemeinde in Bayern. Dr. Karl Bruno Hans Reisner, Freiherr von I.ichtenstern war damals viele Jahre Bürgermeister und wurde dann zum Ehrenbürger ernannt.
1947 hat sich die Gemeinde Neusath „freiwillig” der Gemeinde Diendorf angeschlossen. Bei der Gemeindegebietsreform 1974 fiel die Gemeinde Diendorf zur Stadt Nabburg.
Das Schloß war bis in unsere Zeit der Hauptarbeitgeber für das ganze Dorf. Dies hat sich wesentlich geändert und neben einigen selbständigen Landwirten sind die Neusather heute Pendler und arbeiten in den verschiedensten Betrieben der Umgebung.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.4647, 12.2106