SchlossGuttenburg

Schloss Neuguttenberg

Schloss Neuguttenberg

Privatbesitz

Das Schloss Neuguttenberg und seine Vorgängerbauten Burg Alt- und Neuguttenberg sind Anlagen in der Gemeinde Guttenberg (Oberfranken).

Die Burg Alt- und Neuguttenberg und derer von Guttenberg+

Der Name soll von dem Personennamen Cotto, einem Verwaltungsgbeamten der Grafen Andechs (Adelsgeschlecht) Herzöge von Meranien herkommen. Ein im Jahre 1148 urkundlich gesicherter Gundeloh von Plassenberg, ebenfalls ein Ministerialen der Grafen von Andechs-Meranien, ansässig auf der Plassenburg bei Kulmbach, gilt als erster in der Stammfolge der Reichsritter, seit dem Jahr 1700 Freiherrn von Guttenberg, die auf der Burg Guttenberg ansässig sind.

Die Guttenberg, ein Reichsrittergeschlecht des niederen Adels im oberfränkischen Raum, versuchten im frühen 14. Jahrhundert ihren Lehensbesitz nach Untersteinach zu erweitern, einem Ort, der damals ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Zollrecht und entsprechenden Einkünften war. Im Jahre 1315, mit der Inbesitznahme der Burg Guttenberg wechselte der Name "von der Plassenburg" zu "von Guttenberg", zu welcher eine kleine gleichnamige Ortschaft mit erbuntertänigen und frondienstpflichtigen Bauern gehörte. In dieser Zeit wird auch die Erweiterung der Burganlage Altguttenberg datiert, für die bis 1342 ein Öffnungsrecht für die Lehensgeber, die Bischofe des Bistum Bamberg und anschließend für die Markgrafen von Kulmbach bestand. Als Erbauer der Burg Altguttenberg gilt Heinrich von Plassenberg, genannt von Guttenberg, welcher den unzusammenhängenden Besitz der Familie auf sich vereinte. Mit ihm beginnt die Stammfolge derer von Guttenberg. In der Guttenberger Fehde wurde die Burg Altguttenberg von Markgraf Friedrich V. von Brandenburg belagert und musste ihm am Ende der Auseinandersetzungen als nächsten Lehensgeber übergeben werden.

Ereignisse im Jahr 1523

In der Mitte des 16. Jahrhunderts entführte der Raubritter Hans Thomas von Absberg Kaufleute aus Reichsstädten in Franken, Schwaben und dem Egerland im ehemaligen Nordgau (Bayern) auf ihren Handelsreisen, verlangte ein hohes Lösegeld für ihre Freilassung und raubte die Handelsgüter. Er hatte dabei Verbündete, die ihn bei seinen Raubzügen unterstützten und ihn bei Gefahr der Gefangennahme auf ihren Burgen versteckten. Auch die Herren von Guttenberg, Lehensträger der Burg Alt- und Neuguttenberg , machten dabei mit, da sie sich dadurch erhofften, ihre schwindenden Einkünfte wieder aufstocken zu können. 1523 sandte ein Schwäbischer Bund von Handelsstädten seine Truppen aus, um 23 „Raubnester“ dem Erdboden gleichzumachen, darunter auch die Burgen der Guttenberg. Am 8. Juli erreichten sie die Anlage und sprengten sie, um die Rückkehr derer von Guttenberg und weiterer dort ansässiger Raubritter zu verhindern und dem Raubwesen ein Ende zu bereiten. Auf einem Holzschnitt aus dem Jahr 1523 wird eine Ansicht der zerstörten Burganlage in Guttenberg dargestellt.

In den meisten Aufzeichnungen zur Entstehung der Burganlage Guttenberg wird die Lage der Beiden so beschrieben, dass beim Bau des Schlosses Neuguttenberg ein Teil der Anlage in den Hof der Burg Altguttenberg gebaut wurde. Diese Aktion führte im Jahr 1482 zu Streitigkeiten zwischen den Guttenbergern und den mindestens zwölf Mitbesitzern und Lehensträgerm der Burg Altguttenberg, über deren Namen nichts näheres bekannt ist.

1490 wurde Altguttenberg vom Markgrafen Siegmund von Brandenburg-Kulmbach besetzt, weil ihm der Bau der Burg Neuguttenberg bedrohlich schien. Da allerdings Philipp von Guttenberg seinen Besitz schon vorher von einem der anderen Ministerialen, dem Ritter Georg von Bayern besetzen ließ, enteignete der Markgraf die Guttenberger, die ihren Besitz erst um 1503 wiederbekamen. Im Gegensatz zu Neuguttenberg wurde die ältere Anlage nach 1523 nicht wieder aufgebaut und verfiel.

Der Holzschnitt des Hans Wandereisen mit der Burganlage Guttenberg in Franken

Die im Vergleich zu Neuguttenberg relativ kleine Anlage Altguttenberg dominiert auf dem Holzschnitt des Hans Wandereisen die größere Burg Neuguttenberg. Auf einem flachen Hügel gelegen, wird die Burg von Felsformationen eingerahmt. Die Anlage an sich besteht aus einem Palas, einem Torhaus, einem Wehrerker an der linken Seite und einem bereits zerstörten Bergfried. Das Haus am rechten Rand gehörte anscheinend nicht zur eigentlichen Anlage, da es ansonsten von den Truppen zerstört worden wäre. (Siehe dazu Burg Sparneck). Im Bildmittelpunkt sind Mauerreste und Balken erkennbar, die von der Burg Neuguttenberg stammen könnten. Die Truppen des Bundes bestehen auf diesem Schnitt aus einem Hauptmann und drei höheren Offizieren am rechten Bildrand, zwei Reitern in der Bildmitte und einer Abordnung von Fußknechten in der linken Bildhälfte.

Auf dem Holzschnitt des Hans Wandereisen zu Neuguttenberg sind neben der Burg keine anderen Gebäude zu sehen. Die verhältnismäßig große Anlage liegt auf einem Bergsporn, auf dessen Spitze der Bergfried thront. Fünf der insgesamt neun Hauptgebäude der Burg stehen bereits in Flammen, als sich die Truppen des schwäbischen Städtebundes, hier mit vier Mann dargestellt, der Burg nähern. Ein Turm in der Burgmitte wird bereits gesprengt, was an den spitzen Flammen erkennbar ist.

Die Burganlage nach der Zerstörung im Jahr 1523

Die Burganlage Guttenberg wurde nach der Zerstörung durch den schwäbischen Städtebund wieder aufgebaut, weitere Belagerungen in den folgenden Jahrhunderten gingen an ihr nicht spurlos vorüber. Nach einem Brand im Jahr 1908 wurde sie vollständig erneuert. Nur wenige Hinweise auf den mittelalterlichen Bau sind erhalten.

Familienstiftung aus dem Jahr 2008+

Heute befindet sich das Schloss Guttenberg mit Inventar und Forstbetrieben im Besitz der "Freiherrlich von und zu Guttenberg´schen Privatstiftung" in Radmer in der Steiermark in Österreich, die Philipp Franz zu Guttenberg gegründet hat. Das Schloss ist heute Wohnsitz des Chef der Hauses Enoch zu Guttenberg und dessen Familie aus der zweiten Ehe.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.1519, 11.5658