SchlossNeuburg an der Donau

Schloss Neuburg

Schloss Neuburg

Museum

Die ursprüngliche Burganlage in Neuburg wurde im Frühmittelalter von den Agilolfingern erbaut. Dieser bayerische Herzoghof ging 1247 an die Wittelsbacher.

Als Pfalzgraf Ottheinrich 1522 zusammen mit seinem Bruder die Herrschaft in Pfalz-Neuburg antrat, fand er in seiner Residenzstadt Neuburg eine mittelalterlich geprägte Burganlage vor, die, anders als andere Fürstenresidenzen vergleichbarer Funktion, baulich noch nicht an die seit den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts gewachsenen Anforderungen einer fürstlichen Hofhaltung angepasst worden war. Ab 1527 ließ er die Burg zu einem Renaissance-Schloss umgestalten und erweitern, das nach künstlerischer Qualität und Erhaltungszustand zu den bedeutendsten Schlossbauten der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Deutschland gehört.

Die Arbeiten begannen mit der (heute verschwundenen) Runden Stube auf der Ostseite des Schlosses. Ab 1532 wurde der sogenannte Küchenbau im Süden aufgeführt. 1534 bis 1538 folgte der Flügel im Norden des Schlosshofes mit einem Badebereich, zwei Tafelstuben und zwei Wohnappartements. Der Flügel besaß ursprünglich nicht das heutige Satteldach mit Volutengiebeln und Zwerchhäusern aus der Zeit um 1590/1600, sondern trug ursprünglich, entsprechend der Vorstellungen, die man sich damals über den kaiserlich antiken Palast auf dem römischen Palatin machte, eine über die gesamte Gebäudefläche hin offene Terrasse, die wahrscheinlich gärtnerisch gestaltet war.

Etwas außerhalb der Residenzstadt Neuburg war schon 1529 mit der Anlage eines großen Hofgartens begonnen worden; und ein Jahr später ließ sich das Herzogspaar ebenfalls vor den Toren der Stadt das Jagdschloss Grünau errichten. Auch hier wurden mittelalterliche Traditionen, wie die Darstellung von Jagdtrophäen und heraldischen Herrschaftszeichen, mit zahlreichen Anspielungen auf antike Hochkultur zusammen gebracht.

Ab 1537 wurde im Westen des Stadtschlosses ein neuer Flügel hinzugefügt, der zusätzlich eine in einem historisierenden, an romanische Klosterrefektorien erinnernden Stil gehaltene Hofstube, eine Kapelle mit Herrschaftsempore und wahrscheinlich ein damit direkt verbundenes neues Appartement für Ottheinrich aufnahm. Darüber folgte ein großer Saal, dessen Holztonnengewölbe bis in den Dachstuhl reichte. Mit seinem Übertritt zur lutherischen Lehre 1541 ließ der Pfalzgraf die Kapelle mit einer umfangreichen Ausstattung versehen, wovon noch heute der Altar, die Emporenbrüstungen und das umfangreiche, 1543 im italienisch-antikisierenden Stil gemalte Bildprogramm erhalten sind. Die Kapelle ist somit der älteste erhaltene protestantische Kirchenbau Bayerns. Die berühmten Fresken gestaltete der Salzburger Kirchenmaler Hans Bocksberger d. Ä.. Hier wurde nicht nur die entscheidende Rolle Christi als göttlicher Gnadengarant thematisiert. Vielmehr wurde auch eine entscheidende Rolle des Fürsten bei der Distribution dieser Gnade innerhalb einer gottgewollten irdischen Ordnung reklamiert. Die Arbeiten am Westflügel zogen sich, bedingt durch die Finanzschwierigkeiten und den Bankrott Ottheinrichs 1544, über längere Zeit hin. Der Rohbau war zwar schon um 1540 vollendet; aber noch in den 1550er Jahren wurden Rotmarmorgewände der Fenster versetzt und an der Ausstattung gearbeitet.

Pfalzgraf Wolfgang von Zweibrücken, der im Herzogtum Pfalz-Neuburg die Nachfolge seines Vetters Ottheinrich antrat, ließ 1562 den Westflügel auf der Hofseite mit aufwändigen Sgraffitodekorationen schmücken. Ihr Leitthema ist die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern, ein in mehrfacher Hinsicht symbolträchtiges Thema. Josephs Schicksal, von seinen Brüdern verraten und an den Pharao verkauft zu werden, um sodann aufgrund seiner Weisheit und Traumdeutungskünste zum stellvertretenden Regenten im Reich des Pharaos aufzusteigen, wurde nicht nur zu einem Symbol für den guten Regenten im Allgemeinen und die durch Papst und Kaiser verfolgten protestantischen Fürsten im Besonderen, sondern auch zu einem Symbol für das wendungsreiche Schicksal Ottheinrichs. An dessen Standhaftigkeit und schließliche Rechtfertigung wollte Pfalzgraf Wolfgang erinnern und den ethischen Kern der Bildaussage, die Präsentation eines guten und gerechten Herrschers, zugleich auf seine eigene Person bezogen wissen. Schloss Neuburg wurde dabei gewissermaßen zum Ehrendenkmal für Ottheinrich erhoben, von dem aus sowohl die Vertreibung als auch die Wiedereinsetzung des Fürsten in sein Amt ihren Ausgang genommen hatten

Der Rittersaal (die untere Tafelstube im Nordbau) wurde 1575 von Hans Pihel mit einer Kassettendecke und einer umlaufenden Wandvertäfelungen aus Holz ausgestattet, beides ist original erhalten.

Der imposante Ostflügel wurde 1665 unter Philipp Wilhelm im Stil des Barock umgebaut und mit den beiden Rundtürmen ergänzt.

Museen+

Das Schloss beherbergt einige Museen:

  • Archäologie-Museum Schloss Neuburg an der Donau
  • Bayerische Staatsgalerie Neuburg (Flämische Barockmalerei)
  • Fossilienkabinett im Schlossmuseum Neuburg
  • Schlossmuseum Neuburg an der Donau

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Peter Schneider

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.7370, 11.1809