Hotel
Schloss Neetzow

Schloss Neetzow ist ein Herrenhaus im Ort Neetzow im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Der Entwurf des 1851 im neugotischen Stil errichteten Gebäudes stammt vom Berliner Architekten Friedrich Hitzig.
Der Ort Neetzow gelangte 1803 (nach anderen Angaben 1805) in den Besitz der ursprünglich aus Holstein stammenden Familie von Kruse. Diese ließ unter Wilhelm von Kruse von 1848 bis 1851 das neue Herrenhaus nach einem Entwurf Hitzigs innerhalb eines englischen Landschaftsparks errichten. Die Klinker kamen aus der eigenen Ziegelei der Kruses. Der Parkentwurf stammt von Peter Joseph Lenné. Die Frau des Bauherrn leitete die Ausführung.
Der letzte Besitzer, Wolf-Eginhard von Kruse (1887-1950), wurde im September 1945 durch die Kommunisten zwangsenteignet und vertrieben. Das Herrenhaus war im gleichen Jahr geplündert worden, wobei das Mobiliar zerstört oder entwendet wurde. Kamine, Stuckornamente und Wandmalereien blieben erhalten. Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude von 1952 bis 1964 als Sitz des Staatlichen Dorfensembles der DDR eingerichtet und diente nach der Erweiterung mit einem Tanzsaal als Heimstatt eines großen Volkstanzensembles, das Auftritte in der ganzen Welt hatte. Diese zogen 1964 nach Neustrelitz um. Anschließend zog das Institut für Agrarökonomik der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften ins Schloss, das hier bis 1991 blieb. Sie entwickelte die Prognosen für die Landwirtschaft der DDR im Auftrage des ZK der SED.
Im Jahr 2001 gelangte das Haus wieder in Privatbesitz. Nach dreijähriger Renovierung wurde 2004 im Schloss ein Hotel mit Gaststätte eröffnet. Der Park wurde zum Teil wieder mit AB-Maßnahmen hergerichtet.
Schlossbau und Parkanlagen+
Schloss Neetzow ist eines der eindrucksvollsten romantischen Schlösser von Friedrich Hitzig. Die Asymmetrie des Gebäudes beginnt bereits im Grundriss. Der große achteckige Turm prägt das Herrenhaus, ihm stehen zwei unterschiedliche kleinere gegenüber. Das übers Dach hochgezogene Oktogon der zentral gelegenen Halle krönt das Haus. Darunter befindet sich ein runder Saal mit gläsernem Oberlicht. Im ersten Obergeschoss besitzt dieser Saal eine umlaufende Galerie.
An der Westseite liegt die mit Steinsäulen verzierte Eingangshalle, die sich hinter dem dreiachsigen Mittelrisaliten befindet. Die Fassaden, die 1964 vereinfacht und aus Mangel an gelben Klinkern besonders oben am Zinnenkranz mit normalen Ziegeln repariert wurden. Das machte einen sehr unschönen Eindruck und war nicht denkmalgerecht. Die Ost- und Westfassade sind durch ornamentale Terrakottafriese gegliedert. Diese, die Säulenkapitelle und weitere figürliche Darstellungen stammen von der Berliner Ofenfabrik Feilner, die bereits für Schinkel lieferte. Die gelben Klinker der Fassaden bilden einen Kontrast zu den in der Region vorherrschenden roten Backsteinen bei den Gutshäusern. Auch sonst ging der Charme des Gebäudes durch Vernachlässung bei der Pflege und aus Mangel an Material und Handwerksleistung langsam, aber stetig verloren. Die Fassaden verdreckten, Mauern und Fugen zeigten langsamen Verfall. Zur Wende wurden die beiden Greifenfiguren an der Freitreppe gestohlen. Zum Glück blieben wesentliche Teile des Inneren wegen der anhaltenden Nutzung relativ gut erhalten.
Als nach der Privatisierung 2001 die Innen- und Außenrenovierung begann, stand man vor großen Aufgaben. Die Fassaden wurden umfassend gereinigt, die schlechten gelben Klinker wurden ausgetauscht und die hässlichen roten Ziegel wurden abgerissen und durch die originalen gelben Klinker ersetzt. Defekte Bauteile wurden ersetzt. Auch innen wurden alle Räume zu hotelgeeigneten Zimmern und Suiten umgebaut. Die repräsentativen Räume mit Stuckdecken, Kaminen, Kachelöfen usw. wurden stilgerecht renoviert.
Das auf einem Plateau gelegene Schloss ist von einem ursprünglich 20 Hektar großen Landschaftspark umgeben, zu dem auch ein 1,2 Hektar großer Teich gehört. Im Westteil des Parks befindet sich eine Grotte, die aus dem Ausschuss der Ziegelei, das heißt aus zerschmolzenen Ziegeln errichtet wurde, unter ihr verläuft ein kleiner Bach zum See. Auch kleinere Sitzgrotten sind vorhanden, eine nördlich des Weges am See und eine nördlich des Schlosses. Beide bestehen aus besonders geformten Feldsteinen. Im Park stehen mehrere dendrologisch interessante Bäume. So findet man in südöstlichen Teil eine Gurken-Magnolie sowie eine Edelkastanie. Am Weg, der östlich am Teich entlangführt, stehen mehrere Eichenarten. Dazu gehören eine nordamerikanische Schindeleiche mit ganzrandigen Blättern, eine Schlitzblättrige Traubeneiche, eine Pyramideneiche, eine Persische Eiche mit rundlichen Blättern, eine buntblättrige Eiche, eine immergrüne Eiche und eine Zwerg-Eiche. Am nördlichen Ende des Weges stehen eine wintergrüne Eiche und eine Orientalische Fichte. Am Nordufer des Teiches kommen noch die Zweizeilige Sumpfzypresse und die Kaukasische Flügelnuss vor.
Der ehemalige Wirtschaftshof befindet sich südwestlich des Parks. Die ehemalige Reithalle wurde wie das Schloss aus gelben Klinkern gebaut. Die bis zur Wende von der örtlichen LPG genutzten Gebäude stehen weitgehend leer.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Neetzow_OVP_Herrenhaus_West.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.8803, 13.4112