Privatbesitz
Schloss Nazza

Das Nazzaer Schloss ist ein Schloss und Baudenkmal in der Gemeinde Nazza im Wartburgkreis. Es befindet sich in der historischen Ortslage und ist im Privatbesitz.
Das Nazzaer Schloss wurde um 1550 als Wirtschaftshof mit repräsentativem Wohngebäude von den Herren von Hopffgarten auf Haineck zu Nazza errichtet. Die oberhalb von Nazza befindliche Burg Haineck war zu diesem Zeitpunkt noch Amtssitz des wettinischen Burgamtes Haineck und wurde seit 1503 von den Rittern von Hopffgarten als Lehen und zeitweise als Pfandbesitz empfangen. Der Landesherr Herzog Friedrich der Weise übergab 1513 die Burg Haineck und die zugehörigen Besitztümer und Rechte an Georg von Hopffgarten, dieser war Ritter des Malteserorden, Geheimer Rat und Amtmann der Haineck. Er wurde zum Stammvater des Zweiges von Hopfgarten auf Haineck zu Nazza.
Nach dem Bauernkrieg, der auch auf das Gebiet des Amtes Haineck übergegriffen hatte, mussten die Untertanen des Amtes 760 Gulden Strafgelder als Sühne für die Niederschlagung des Bauernaufstandes bezahlen. Zu diesem Zeitpunkt war der militärische Wert der Burg Haineck gesunken, doch der Schock über die erste Belagerung Wiens durch die Türken im Jahr 1529 hatte auch die sächsischen Landesherren alarmiert, zudem wurden sie vom Kaiser aufgefordert, die vorhandenen Befestigungsanlagen und Burgen wieder in Stand zu setzen.
Die Herren von Hopffgarten begannen zu dieser Zeit ihren Wohnsitz an den Ortsrand zu verlagern, in der Burg blieben Verwalter und Bedienstete zur Bewachung zurück. Eine Steintafel mit dem Chronogramm 1551 erinnert an die Einweihung des Schlossgebäudes durch Georg Christoph von Hopffgarten und seiner Gattin Elisabeth von Greußen. Sein Sohn Georg Wilhelm von Hopffgarten, war zweimal verheiratet. Er veranlasste die weitere Verschönerung des Nazzaer Schlosses, das sein Allianzwappen zeigt. Die Gerichtsbarkeit über den Ort Nazza blieb bis 1815 in den Händen der Familie von Hopfgarten, der Ort zählte als Exklave zum Herzogtum Sachsen-Gotha. Der als Waldbesitzer vermögende Forstmeister Hans Ernst von Hopffgarten war der letzte Besitzer des Gutes und verkaufte 1816 die Gebäude mit Zustimmung seiner Vettern. Zugleich wurde Nazza dem Amtsgericht in Thal unterstellt. 1835 erhielt die Gemeinde Nazza die Besitzrechte über die Burgruine Haineck.
Vom ursprünglichen Gebäudekomplex des Nazzaer Schlosses blieb nur ein geringer Rest erhalten, die als Vierseithof errichteten Stallungen, Scheunen und Lagergebäude namen den nördlichen Teil des Gutskomplexes ein, er reichte bis an den Steilhang des Lempertsbaches und war auch von Norden durch einen Seitenweg (Triftweg) erschlossen. Der südliche Häuserblock bestand aus vier um einen rechteckigen Hof gruppierten Häusern, jedes hatte ein massives Erdgeschoss mit aufgesetzten Fachwerkobgeschossen und diente als herrschaftliches Wohnschloss.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.1153, 10.3365