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Schloss Nauses

Die Wasserburg Schloß-Nauses befindet sich in der hessischen Gemeinde Otzberg in einem Tal bei etwa 170 m über NN südöstlich des Otzbergs. Nahe der Wasserburg liegen die Örtchen Schloß-Nauses und Ober-Nauses.
766 kam das Gebiet um den Otzberg, wozu auch Nauses gehört, durch eine Schenkung König Pippins an die Abtei Fulda.
Im 14. Jahrhundert besaß Ritter Kilian das Dorf Ober-Nauses sowie Güter zu Nieder-Nauses als fuldisches Lehen und hatte für den Schutz der Besitzgüter eine Burg erbaut oder eine ältere Anlage übernommen. Die Burg war als Talsperre gegen das Mümlingtal gerichtet. 1357 erwarb Diether Gans von Otzberg den Besitz. Nach Beendigung der Lehnshoheit der Pfalzgrafen erhielt 1471 Philipp Gans II. von Otzberg Sloßlin Nuwses von Pfalzgraf Friedrich I. als Lehen. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung von Schloß-Nauses. Er erneuerte die Anlage und ließ gegen Ende des 15. Jahrhunderts die noch heute bestehenden Gebäude errichten.
Nach dem Aussterben der Gans von Otzberg kam 1698 die Burg an die Freiherrn von Sickingen, welche sie 1792 den Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg überließen. 1806 fiel sie durch den Reichsdeputationshauptschluss an Hessen-Darmstadt.
Heute befindet sich Schloß-Nauses in Privatbesitz. Die Besitzer betreiben dort eine Gastwirtschaft.
Baubeschreibung+
Ursprünglich wurde das Schloss Nauses als Wasserburg angelegt, allerdings ist von den Wehranlagen und Gräben nichts mehr zu sehen. Nur das Haupthaus (Herrenhaus) und der Torturm sind erhalten.
Die vorhandenen Nebengebäude wurden im 19. und 20. Jahrhundert errichtet.
Herrenhaus
Das schmale rechteckige Haupthaus (Herrenhaus) wurde im 15. Jahrhundert erbaut und erhebt sich auf einem sehr hohen, massiv aufgemauerten Sockel- und Erdgeschoss, während das Obergeschoss in Fachwerk ausgeführt ist (um 1500).
An der südlichen Giebelseite des Herrenhauses ist ein Erker vorgebaut, in dessen Erdgeschoss ein originales dreiteiliges Fenster aus der Gründerzeit erhalten ist.
1583 wurde ein halbrunder Treppenturm an das Herrenhaus angefügt. Über seinem Eingang, der als Rundbogen ausgeführt wurde, befindet sich der Wappenschild der Gans von Otzberg und der Schelme von Bergen mit Jahresangabe.
Torturm
Der heute freistehende Torturm aus Bruchstein-Geschossen, um 1500 mit einer Fachwerk-Aufstockung und Giebel um 1600 versehen, war früher der Zugang zum umfriedeten Schlosshof und ist circa 10 Meter hoch. Auf seiner Eingangsseite erkennt man ein Doppelwappen, neben einer Narrenmaske ist nur noch das rechte Wappen der Gans von Otzberg erhalten.
Der spätgotische Torturm vermittelt mit seinen gebuckelten Eckquadern etwas von der Wehrhaftigkeit der ehemaligen kleinen Wasserburg.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.8036, 8.9560