Privatbesitz
Schloss Mittertrixen

Die Geschichte von Mittertrixen geht bis in das 9. Jahrhundert zurück. Allerdings wird bis in das 14. Jahrhundert hinein in den Urkunden keine Unterscheidung zwischen Ober-, Nieder- und Mittertrixen gemacht. Um 1090 belehnte der Gurker Bischof Berthold von Zeltschach den Grafen Engelbert von Spanheim mit zwei Burgen im Trixenertal. Durch Kunigunde, der Witwe des Grafen Bernhard von Spanheim-Trixen kam die Veste an steirische Ministeriale. Die hier lebende Familie der Trixner starb mit Otto II 1261 aus. Dessen Tochter Gertrud verpfändete die Herrschaft 1278 an Ulrich Graf Heunburg. 1317 erhielt Gräfin Elisabeth von Heunburg von ihrem Gatten, dem Grafen Hermann, Mittertrixen als Morgengabe. Damals wurde die Lehenherrschaft immer noch vom Stift Gurk ausgeübt. Nach dem Aussterben der Heunburger verlieh jedoch Herzog Rudolf IV die Burg an den Grafen Johann von Pfannberg. Das Stift konnte seine Rechte nicht mehr durchsetzen. Mittertrixen kam als landesfürstliches Lehen 1362 an die Aufensteiner und nach deren Sturz an Peter von Liemberg (Liebenberg). Dieser verkaufte es 1400 an Alexander Gradner. Seit 1460 gehörte die Herrschaft der Familie von Hengsbach. Nach dem Tod von Siegmund von Hengspach wurde sie um 1597 an Siegmund von Spangenstein, dem auch Waisenberg gehörte, verkauft. 1641 veräußerte Georg Sigmund Freiherr von Spangenstein Mittertrixen an Claudius Schneeweiß von Arnoldstein. Auf ihn folgten verschiedener Besitzer, die die Burg aber nicht lange besaßen. 1742 kam Mittertrixen an Johann Moritz Graf Christalnigg, der es mit Spangenberg und Waisenberg vereinigte. Auf seinen Nachfolger Graf Leopold Christalnigg dürfte auch der Ausbau des am Fuß des Burgberges gelegenen Wirtschaftshofes zum Schloss zurückgehen, der etwa 1769/70 erfolgte. Die Burg wurde danach dem Verfall überlassen. 1939 übernahm die Deutsche Umsiedlungsgesellschaft das Gut, doch wurde es 1949 der Familie Christalnigg wieder zurückgegeben. Sie besaß es allerdings nur mehr drei Jahre lang und verkaufte es dann.
Von der alten Burg auf dem steilen kegelartigen Hügel über dem Trixenertal existieren noch ansehnliche Mauerreste, doch sind diese weitgehend von der Vegetation überwachsen. Teile des Bergfrieds sind bis in den zweiten Stock erhalten. Einige gotische profilierte Portale und Fenster sind noch zu erkennen. Auch Teile eines gratigen Kreuzgewölbes sind erhalten. Das spätbarocke Schloss ist eine weitläufige zweigeschossige Vierflügelanlage um einen großen rechteckigen Hof. Dieser ist an drei Seiten mit korbbogigen Pfeilerarkaden geschmückt. Die Südfassade ist auch im Obergeschoß durch Arkaden gegliedert. Im Westtrakt wurden einige spätmittelalterliche Bauteile, wie z. B. ein Schulterbogenportal, wieder verwendet. Die Außenfassaden weisen im Erdgeschoß eine Putznutung auf. Es ist vom Obergeschoß durch ein Kordongesims getrennt. Über dem einfachen Rundbogentor an der 14-achsigen Hauptfassade liegt ein schmuckloser Dreieckgiebel. Dahinter erstreckt sich ein langes Satteldach. In den Räumen des Obergeschosses haben sich Rokokostukkaturen sowie eine Kassettendecke des 16. Jh. und ein Ofen aus der Mitte des 19. Jh. erhalten. Der im Süden an das Schloss anschließende große Garten ist von einer Mauer aus Bruchsteinen umgeben. Das Schloss wurde bald zweckentfremdet und diente bereits zu Beginn des 19. Jh. als Reiterkaserne. 1914 wurde diese aufgelassen. Später wurde es für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und in Mietwohnungen aufgeteilt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde es stark vernachlässigt und verfiel. Vor kurzem wurde es renoviert. Die derzeitigen Besitzer betreiben hier einen Westernreithof.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Voelkermarkt_Mittertrixen_Schloss_Nordansicht_10042011_111.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 46.6974, 14.5834